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Barockschloss Wachau soll Besitzer wechseln

Gemeinderat entscheidet im Februar Barockschloss Wachau soll Besitzer wechseln

Das historische Barockschloss im Ortskern galt bislang als Ladenhüter. Nun soll sich das Blatt jedoch wenden. Voraussichtlich Ende Februar wird der Gemeinderat über einen Verkauf befinden. Immerhin erlebt die Gemeinde in Sachen Barockschloss seit 2002 ein ständiges Wechselbad der Gefühle.

Das historische Barockschloss im Ortskern Wachaus galt bislang als Ladenhüter. Jetzt scheint ein ernsthafter Käufer gefunden zu sein.

Quelle: Werner Peters

Wachau. Das historische Barockschloss im Ortskern galt bislang als Ladenhüter. Nun soll sich das Blatt jedoch wenden. Voraussichtlich Ende Februar wird der Gemeinderat über einen Verkauf befinden. Immerhin erlebt die Gemeinde in Sachen Barockschloss seit 2002 ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Damals wurde die architektonische Perle blauäugig an einen Dresdner Arzt verkauft. Dieser wollte das Schloss sanieren und zu einem Hotel- und Kulturbetrieb mit umfangreichem Wellnessbereich aufbauen. Insgesamt 17 neue Arbeitsplätze wurden versprochen und sogar ein Sternekoch sollte für die erhofften illustren Gäste engagiert werden.

Allerdings wurden weder die Bonität noch das Nutzungskonzept des Käufers im Vorfeld ausreichend geprüft. Am Ende drohte der Gemeinde gar die Rückzahlung von staatlichen Fördermitteln im sechsstelligen Bereich, weil man das Schloss für 500 Euro innerhalb der Zweckbindungsfrist de facto verramscht hatte. Ein Gang vor das Landgericht in Bautzen war von Nöten, um 2008 den Kaufvertrag rückgängig zu machen. (DNN berichteten). Seither suchte die Gemeinde vergeblich einen neuen Käufer. Vielversprechend schien die Offerte eines Radebeuler Interessenten. Der machte jedoch einen Rückzieher, weil Denkmalschützer seinen Wunsch nach Balkonanbauten eine Absage erteilten.

Nun scheint ein ernsthafter Käufer gefunden zu sein. Über Details schweigt man sich im Wachauer Rathaus aus. Bekannt ist jedoch, dass sich auf eine internationale Ausschreibung hin zwölf Interessenten im Sommer letzten Jahres bei Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) meldeten. Dem künftigen Schlossherrn hat man reinen Wein eingeschenkt. "Der bauliche Gesamtzustand des Barockschlosses ist schlecht. Man sollte davon ausgehen, dass nahezu der gesamte Innenausbau des Schlosses erneuert werden muss, wobei hier die denkmalschutzrechtlichen Bedingungen zur Wiederherstellung und Erhaltung zu beachten sind", hieß es in der Ausschreibung.

Und damit sich das Ganze hinterher nicht wieder als Windei entpuppt, ist der Verkauf "mit der Abgabe einer rechtlich gesicherten Investitionsverpflichtung und dem Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes verbunden". Früheren Schätzungen zufolge muss der neue Eigentümer je nach künftiger Nutzungsweise mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro rechnen.

Werner Peters

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