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Bald leben rund 1000 Asylbewerber im Landkreis Meißen - und brauchen ein Obdach

Bald leben rund 1000 Asylbewerber im Landkreis Meißen - und brauchen ein Obdach

Landkreis Meißen. Asyl im Landkreis Meißen - das ist für viele Menschen "das zweitliebste Thema nach dem Blitzen", wie Ulrich Zimmermann aus bitterer Erfahrung weiß.

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Diese Kinder gehören zu den 120 Asylbewerbern, die derzeit im Radebeuler Wohnheim untergebracht sind.

Quelle: Martin Förster

Als Verwaltungsdezernent im Landratsamt ist er damit beschäftigt, die dem Landkreis zugewiesenen Asylbewerber unterzubringen. Eine Aufgabe, die immer schwieriger wird: 580 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis, zum Jahresende sollen es 1000 sein. Machte deswegen schon die Ankündigung die Runde, dass man notfalls Quartiere beschlagnahmen werde, wählt Zimmermann inzwischen weniger drastische Worte: "Wir werden das schaffen", sagt er.

Warum kommen mehr Asylbewerber in den Landkreis Meißen?

Weil insgesamt mehr Menschen Asyl in Deutschland suchen. Dümpelten die Zahlen vor Jahren noch bei 30000 bis 40000 Asylanträgen im Jahr, liegen sie jetzt bei etwa 110 000. Diese Menschen werden nach einem Zahlenschlüssel auf die einzelnen Bundesländer und dort auf die Landkreise verteilt. Diese suchen gemeinsam mit den Kommunen nach einer geeigneten Unterkunft.

Wo leben die Asylbewerber?

Das Weinböhlaer Wohnheim, wo derzeit 120 Menschen untergebracht sind, hat vor Wochen mit Negativschlagzeilen traurige Bekanntschaft erlangt. Der sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo (CDU) empfahl in seinem Heim-TÜV die Schließung. Dezernent Zimmermann hält von diesem Urteil wenig. Da habe etwa die Nähe zur Kreisverwaltung eine Rolle gespielt - "völliger Blödsinn" nach seiner Einschätzung.

Weitere 120 Menschen sind im Radebeuler Wohnheim untergebracht, in Gröditz leben 80 Menschen in Wohngebieten, in Coswig sind es 60, in Riesa 50. In Großenhain hat der Landkreis ein Hotel angemietet - mit guten Erfahrungen: Man sehe, dass die Menschen bei einem guten Wohnstandard alles dafür tun, diesen auch zu erhalten, wie Zimmermann sagt.

Wo werden neue Kapazitäten geschaffen?

Für 100 weitere Asylbewerber habe man noch Platz, zusätzliche Kapazitäten über etwa 136 Plätze stehen in Aussicht. Konkret beschäftigt sich sein Amt mit einem Heim der "Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft" (DLRG) in Riesa und einem Verwaltungsgebäude in Zeithain. Auf dem Prüfplan stehen aber auch das Diakonenhaus in Moritzburg, Schloss Zschorna und zwei Einrichtungen in Zabeltitz.

Es gehe darum, eine menschenwürdige Unterkunft und keine Nutzung für eine Schrottimmobilie zu finden, betont Zimmermann, der insbesondere die größeren Städte in der Pflicht sieht. Von der Jugendherberge in Radebeul ist einstweilen keine Rede mehr, weil der Landkreis vorerst nicht gegen den Willen der Kommunen vorgehen will. Allerdings bekomme man Probleme, falls im nächsten Jahr noch mehr Menschen untergebracht werden müssen.

Kommen weitere Asylbewerber?

Vielleicht nicht, meint Zimmermann. Im Bund wird derzeit darüber diskutiert, das Asylrecht strenger zu fassen. Er mahnt zudem eine bessere Ausstattung der Behörden und Gerichte an. Binnen drei Monaten soll eigentlich über einen Asylantrag entschieden sein, derzeit sind es neun Monate. Klagen gegen einen solchen Entscheid werden in Sachsen erst nach durchschnittlich 25 Monaten entschieden, im Bundesschnitt sind es zehn Monate.

Was tut der Kreis sonst?

Aufklärung ist eine Sache. Was gerade in - von der NPD geschürten - Debatten an "kleinkriminellen, spießigen Halbwahrheiten kommt", reiche manchmal bis an die Kriminalität, wie Zimmermann sagt. Auch sei man stärker um die Betreuung der Asylbewerber bemüht. Vier Sozialarbeiter beschäftigt der Landkreis inzwischen, zum Jahresende sollen es sieben sein. Noch 2011 hatte man keinen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2014

Uwe Hofmann

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