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Bahnhof Radebeul-West bleibt privat

Bahnhof Radebeul-West bleibt privat

Die Lößnitzstadt hat den Erwerb des Bahnhofsgebäudes in Radebeul-West endgültig abgeschrieben. Wie Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) dem Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung mitteilte, besteht nach gründlicher Prüfung kein Vorkaufsrecht für den Bahnhof, der Ende vergangenen Jahres überraschend einen Käufer gefunden hat.

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Ein Investor hat der Stadt den Bahnhof in Radebeul-West vor der Nase weggeschnappt. Weil Radebeul auf ein Vorkaufsrecht verzichtet, bleibt das auch so.

Quelle: Martin Förster

Weil die Stadt das repräsentative Gebäude eigentlich als Anker eines zukünftigen Sanierungsgebiets in Radebeul-West für sich beanspruchen wollte, hatte sie die juristischen Möglichkeiten prüfen lassen, den Verkauf zu verhindern. Da es keine städtebauliche Satzung in dem Bereich gebe, hätte man allein aus Gründen des Denkmalschutzes ein Vorkaufsrecht begründen können, führt der Baubürgermeister aus. Man habe sich entsprechend mit Denkmalschutzämtern in Verbindung gesetzt. "Dort ist der Käufer einschlägig bekannt - nur eben in positivem Sinne", sagt Müller. Von einer Gefährdung des Bahnhofes sei nicht auszugehen.

Damit ist der Käufer der lachende Dritte, nachdem der Versuch der Stadt geplatzt war, gemeinsam mit dem Architekten Thomas Scharrer die stark sanierungsbedürftige Immobilie zu erwerben. Den Preis hatte man vor einem Jahr bereits von 225 000 Euro auf 170 000 Euro heruntergehandelt und mit der Diskussion über künftige Nutzungsabsichten kräftig für Aufmerksamkeit für das Sanierungsprojekt gesorgt, ehe Scharrer absprang. Weil die Stadt daraufhin auch wegen Querelen im Stadtrat zögerte, schrieb der damalige Eigner des Bahnhofs, ein Immobilienunternehmen, das auf den Verkauf ehemaliger Bahngebäude spezialisiert ist, das Gebäude neu aus. Der neue Käufer schlug zu - für die von der Stadt herausgehandelte Summe von 170 000 Euro.

Wenig bekannt ist zu den Plänen des Bahnhofsbesitzers. Er habe ein Konzept, "dem Plausibilität nicht abgesprochen werden" könne, heißt es lediglich nach einem ersten Treffen des Investors mit Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Offenbar ist dabei eine komplett private Nutzung des Bahnhofs geplant, wobei die Empfangshalle auch öffentlich zugänglich sein soll, etwa durch die Einrichtung einer Gastronomie. "Insbesondere die Erdgeschosszone des Objektes soll zur Belebung des Stadtteilzentrums Kötzschenbroda beitragen", heißt es dazu etwas kryptisch in der Beschlussvorlage. Das bedeutet letztlich, dass die Pläne des Bahnhofseigners den Zielen des Sanierungsgebiets nicht entgegenstehen. "Hier passiert etwas, das durchaus positiv ist", sagt Baubürgermeister Müller.

Andererseits beginnt die Stadt bei ihren Planungen für das kommende Sanierungsgebiet bei Null. Planungskosten über 25 000 Euro habe man für die Vorbereitung in den Haushalt eingestellt, bemerkt OB Wendsche trotzig. Er hatte noch vor wenigen Wochen betont, wie wichtig der Bahnhof für den Erfolg des Gesamtprojekts sei. Jetzt fehlt ein Anker. Ein solches öffentlich genutztes Gebäude mit prägender Funktion fürs Stadtgebiet sei für den Erfolg eines Sanierungsgebiets unabdingbar, hatte er damals argumentiert und auf den zum Kulturbahnhof umgestalteten Bahnhof im Sanierungsgebiet Radebeul-Ost verwiesen, das bis 2019 abgeschlossen wird. Unklar ist, ob ein anderes Gebäude wie die alte Post, die ebenfalls sanierungsbedürftig ist, nun eine solche Rolle in Radebeul-West spielen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2015

Uwe Hofmann

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