Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Auszug aus dem "Barackendorf" - Bau der neuen Straßenmeisterei in Meißen ist abgeschlossen

Auszug aus dem "Barackendorf" - Bau der neuen Straßenmeisterei in Meißen ist abgeschlossen

Meißen. "Für uns fühlt es sich an wie der Sprung in eine andere Zeit", sagt Straßenmeister Fritz Künzel. Mit seinen 26 Straßenmeistern zieht er in diesen Tagen in die neu gebaute Straßenmeisterei an der Großenhainer Straße in Meißen-Bohnitzsch ein.

Voriger Artikel
Motorradfahrer bei Unfall in Goppel schwer verletzt
Nächster Artikel
In der Heimat ist es am schönsten - Kamenz und Radeberg werben aktiv um Rückkehrer

Die Straßenwärter Alexander Hübner, Sebastian Nicklich und Holm Brückner (v.l.) werfen sich vor neuen Salzstreugeräten in der nigelnagelneuen Straßenmeisterei Meißen in Positur.

Quelle: Uwe Hofmann

Die verfügt über "alles, was heute eben so Stand der Technik ist", wie Künzel sagt. Für die Meißner ein gänzlich neues Arbeitsgefühl.

Schließlich mussten sie am Sitz der alten Straßenmeisterei an der Bundesstraße 6 mit katastrophalen Bedingungen zurecht kommen. "Barackendorf an der Hochuferstraße", nennt Landrat Arndt Steinbach (CDU) die Anlage heute. Dort gab es nur eine Dusche für alle Mitarbeiter, ebenso nur eine Herrentoilette, von Mannschaftsräumen ganz zu schweigen. Das brachte vor allem die Frauen unter den Straßenwärtern in Bedrängnis. "Es ist sicher nicht üblich, dass man zum Pinkeln hinter den Schneepflug muss", wie es Steinbach drastisch formuliert.

Umso unverständlicher ist es, dass sage und schreibe 14 Jahre bis zur Inbetriebnahme ins Land gegangen sind. "Es hat lange gedauert, zwischenzeitlich war der Mut unserer Mitarbeiter schon abhanden gekommen", kommentiert das Straßenmeister Künzel. 2000 begann man erste Pläne zu schmieden, kaufte 2001 das Grundstück auf dem Gelände der ehemaligen Melioration Meißen. Damals gehörten die Straßenmeistereien noch in die Verantwortung des Freistaats. Der plante eifrig und tiefschürfend bis 2006.

"Dann passierte etwas, das alles durcheinander gebracht hat", sagt Landrat Steinbach. Gemeint ist die Zusammenlegung der Landkreise Riesa-Großenhain und Meißen im Jahr 2008. Der neue Kreis sollte mehr Verantwortung übernehmen, so auch für die etwa 100 Mitarbeiter der Straßenmeistereien im Landkreisgebiet. In Meißen hätte das die Übernahme des völlig maroden Standorts bedeutet, in den der Freistaat lange Jahre nur das nötigste investiert hatte, weil er ja ohnehin neu bauen wollte. Im Landratsamt hielt sich die Begeisterung entsprechend in Grenzen. Lange Verhandlungen und ein Notartermin wurden nötig, um den mit dem Finanzministerium ausgetüftelten Deal zu besiegeln. Demnach bekam Meißen das Grundstück des neuen Standorts geschenkt und fünf Millionen Euro aus dem Haushalt des Freistaats. Dafür sollte der Landkreis in Eigenverantwortung die neue Straßenmeisterei bauen - eine Konstruktion, wie sie in Sachsen sonst kaum üblich ist. Nach einem Jahr Planungszeit wurde dann im April 2013 der erste Spatenstich gesetzt.

Das Geld hat tatsächlich ausgereicht. 4,9 Millionen Euro hat die neue Anlage gekostet, zu der 22 Garagen, eine Salzlagerhalle, eine Waschanlage und mehrere Lagerplätze für Schüttgut gehören. Für Straßenmeister Künzel ist allerdings etwas anderes der wichtigste Punkt: Der neue Sozialtrakt, der in einem dreistöckigen Gebäude eingerichtet ist. "Davon konnte man am alten Standort nicht reden", sagt er, auch wenn der Landkreis dort zwischenzeitlich Container aufstellen ließ, um wenigstens einigermaßen erträgliche Bedingungen zu schaffen. In den nächsten Tagen sollen alle Gerätschaften an den neuen Standort gebracht werden, ehe man dort so langsam damit beginnt, sich für den nächsten Winter vorzubereiten. Von etwa 1065 Straßenkilometern, die im Landkreis von Straßenmeistereien überwacht werden, sind die Meißner für 287 Kilometer zuständig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr