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Ausstellung der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption über eine viel zu kurze Europareise

Nur bis Amsterdam Ausstellung der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption über eine viel zu kurze Europareise

Mit einer eher unbekannten Episode aus dem Leben von Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt sich die Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption in ihrem neuesten Ausstellungsprojekt. Unter dem Motto „Lessings große Reise“ beleuchtet sie eine Europareise, die eigentlich drei Jahre dauern sollte, aber schon nach vier Monaten wieder vorbei war.

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Sylke Kaufmann

Quelle: Uwe Menscher

Kamenz. Mit einer eher unbekannten Episode aus dem Leben von Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt sich die Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption in ihrem neuesten Ausstellungsprojekt. Unter dem Motto „Lessings große Reise“ beleuchtet sie eine Europareise, die eigentlich drei Jahre dauern sollte, aber schon nach vier Monaten wieder vorbei war. Zu sehen ist sie ab dem 21. September im Lessing-Museum Kamenz.

Wohl kaum etwas ist in Kamenz besser bekannt als das Leben des größten Sohnes der Stadt. Oder sollte es tatsächlich noch Aspekte geben, die sich einer breiten Kenntnis entziehen? Was ist zum Beispiel mit der Europareise, zu der Gotthold Ephraim Lessing gemeinsam mit seinem Freund Christian Gottfried Winckler (1734 bis 1784) am 10. Mai 1756 von Leipzig aus aufbrach?

„Lessings große Reise“ - dieser Ausstellungstitel darf getrost als Ironie betrachtet werden. Denn anstelle der obligatorischen drei Jahre dauerte der Trip nur vier Monate. Über Hamburg waren der 29-jährige Lessing und sein fünf Jahre jüngerer Begleiter nach Holland gelangt, wo sie Amsterdam erreichten und die Weiterfahrt nach England planten. Doch dort kamen sie nie an. Ende September fanden sich beide nicht wie geplant in London, sondern wieder in Leipzig ein.

Doch was hatte die jungen Reisenden veranlasst, sich so abrupt von ihrem Lebenstraum zu verabschieden? „Während der Fahrt durch die südlichen Provinzen der Niederlande erreichte sie die Nachricht, dass Friedrich II. Kursachsen besetzen ließ und preußische Truppen auch in Leipzig stünden“, bietet die Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption als Erklärung an. Der Siebenjährige Krieg hatte begonnen, in dem Preußen so ziemlich gegen den gesamten Rest Mitteleuropas zuzüglich Russlands kämpfte. Erst 1763 sollte er beendet sein.

Lessing selbst bietet auch keine Hilfe: In einem Brief aus dem Jahre 1757 spricht er lediglich vom „drolligen Schicksal“ der Reise. Der von Lessing entworfene Reiseplan ist nicht überliefert; sicher ist nur, dass England, Frankreich und Italien enthalten waren. Das von Lessing geführte Tagebuch ging verloren und aus der Handvoll erhaltener Briefe, welche die Reise erwähnen, geht nicht mehr hervor als die Namen einzelner Aufenthalte und Begegnungen. Auch zu den Hoffnungen, die er mit der Reise selbst verband, hat sich Lessing nur lakonisch und beiläufig geäußert. Also macht die Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption aus der Not eine Tugend und begibt sich mit ihrer Ausstellung in das Reich der Spekulation: „Sie begleitet die Reisenden durch Holland bis zu ihrer überraschenden Umkehr und führt dann die Tour fort, indem sie zeigt, was Lessing und Winckler im Fortgang ihrer Reise hätten erleben können“, schreibt Mitarbeiter Christian Tausch in einem Begleittext.

Im Gleim-Haus Halberstadt, mit dem die Arbeitsstelle schon seit vielen Jahren eng zusammenarbeitet, hat die Schau bereits ein interessiertes Publikum gefunden. „Dort wurde sie abgebaut und ist jetzt schon in Kamenz eingelagert“, erklärt Mitarbeiterin Birka Siwczyk. Vom 21. September bis zum 27. November soll sie dann in den Räumen des Lessing-Museums zu sehen sein, wobei es bislang auf der Homepage des Hauses noch keinerlei Hinweis darauf gibt. Ein bisschen Zeit ist ja noch.

Von Uwe Menschner

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