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Aus für das Kinderkurheim in Volkersdorf

Aus für das Kinderkurheim in Volkersdorf

Aus und vorbei: Das Kinderkurheim im Radeburger Ortsteil Volkersdorf wird noch in diesem Jahr geschlossen. Das bestätigten gestern die Betreiber der Einrichtung vom Verein "Den Kindern von Tschernobyl".

Radeburg.

Von Christoph Springer und Stephan Klingbeil

Es mangele an Geld, um den Betrieb der maroden Anlage weiterhin aufrecht zu erhalten. Derzeit sind dort 52 Kinder aus Weißrussland untergebracht. Sie bleiben bis Mitte Oktober. Danach wird noch eine weitere Gruppe weißrussischer Kinder zur Erholung anreisen, die an den Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986 im ukrainischen Tschernobyl leiden. Doch Mitte November sei endgültig Schluss.

Danach sei vorgesehen, den "Verein für Freizeit und Erholung Hartenstein" zu unterstützen. Der Verein sitzt in Hartenstein bei Zwickau und widmet sich ebenso schon lange der Betreuung von Kindern aus verstrahlten Gebieten in Osteuropa. Heute will sich der Träger des Kurheims konkret zu den Plänen äußern - und auch warum man "jetzt das Handtuch wirft".

Immer wieder kämpften die Betreiber gegen das drohende Aus des Kurheims am Oberen Waldteich, für das die Stadt Dresden als Eigentümer mitverantwortlich sei. "Meistens hatten wir um diese Zeit die Gewissheit, dass wir bis über Weihnachten kommen", so Peter Zogelmann vom Trägerverein. Bereits vor Kurzem hieß es dort jedoch, dass es schlecht um das Heim stehe.

Die Wasser- und die Abwasserrohre im Boden sind hinüber, die Heizung heizt kaum. "Unten im Heizhaus glüht der Ofen und hier oben kommt nix an", beschreibt Zogelmann den Zustand der Anlage, im Büro des Vereins hält man es nur in warmen Jacken aus. "Wir heizen das Grundwasser und die Umgebung", sagt sein Vorstandskollege Jürgen Felgner, eine Sanierung wäre dringend nötig gewesen. Schätzungen zufolge hätte dies eine hohe fünfstellige, vermutlich aber sogar eine sechsstellige Summe gekostet.

"Wir haben vier feste Mitarbeiter und zwölf Kollegen, die auch im Schichtbetrieb und zum Teil halbtags arbeiten", so Zogelmann. Über Ein-Euro-Jobs wurden solche Hilfen finanziert, nun funktioniere das nur noch für weniger als eine Handvoll von ihnen auf Basis von Bürgerarbeit. Die Kosten für den Rest trage man selbst.

Die jetzigen Betriebskosten, rund 20 000 Euro pro Monat im Sommer und 25 000 in der Heizperiode, würden so um monatlich mehr als 3000 Euro klettern, rechnet der Vereinsvorstand. So sei der Betrieb unbezahlbar. "Wir haben einen Tiefpunkt erreicht", sagte Felgner vor Kurzem, "aber es waren phantastische elf Jahre". So lange betreibt der Verein das Kurheim. 2001 übernahm er es von der Diakonie, nachdem die Verantwortlichen dort schon damals aus finanziellen Gründen das Handtuch geworfen hatten.

Sicher wäre der Weiterbetrieb jetzt auch nur gewesen, wenn es Geld für die Sanierung und 10 000 Euro im Monat für den Heimbetrieb gegeben hätte. Bis zuletzt hatte man in Volkersdorf auf gute Nachrichten gehofft. Im September waren Fachleute der Stadtverwaltung vor Ort, die alles überprüft hätten. Für November erwartete man im Dresdner Rathaus eine Entscheidung. Es hieß aber schon vorige Woche: "Für eine Mitfinanzierung durch die Landeshauptstadt sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Gelder im Haushalt 2013/2014 eingestellt."

Seit 1992 kommen jährlich zwischen 680 und 845 Kinder aus Weißrussland in das Kinderkurheim. Die in den 20er-Jahren erbaute Anlage diente schon früher zu Erholungs- und Therapiezwecken für finanziell schwache Familien und wurde letztmals vor über 50 Jahren saniert. Bis Ende 2001 war die Diakonie Träger, seither ist der Verein "Den Kindern von Tschernobyl" aktiv. Mangels Geld stand das Heim immer wieder vor dem Aus. Skl

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2012

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