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Aus für Gierseilfähre "Raue Furt"

Autofähre in Diera-Zehren Aus für Gierseilfähre "Raue Furt"

Das Aus der Gierseilfähre in Diera-Zehren ist beschlossene Sache. Zwar tagt der Gemeinderat heute noch zu dem Thema, die Kreisräte des Landkreises Meißen haben allerdings schon Nägel mit Köpfen gemacht.

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In der vergangenen Woche ruhte der Fährbetrieb an der Kötitzer Fähre wegen routinemäßiger Wartungsarbeiten. In dieser Woche soll die Fähre laut Coswigs Ordnungsamtsleiter Olaf Lier wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Quelle: Martin Förster

Landkreis Meißen. Das Aus der Gierseilfähre in Diera-Zehren ist beschlossene Sache. Zwar tagt der Gemeinderat heute noch zu dem Thema, die Kreisräte des Landkreises Meißen haben allerdings schon Nägel mit Köpfen gemacht: Für die von der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) betriebene Autofähre gibt es keine Zuschüsse zum Betrieb mehr. Dagegen haben die Kreisräte für die drei Elbfähren Coswig-Kötitz-Gauernitz, Niederlommatzsch-Seußlitz und Strehla-Lorenzkirch neue Verkehrsdurchführungsverträge beschlossen, die auf zehn Jahre ausgelegt sind. Demnach gibt der Landkreis 30 000 Euro jährlich für jede dieser Fähren, weitere 5000 Euro will man für die Abwicklung der Gierseilfähre ausgeben, die es als "Raue Furt" an dieser Stelle seit 465 Jahren gibt.

Der Grund für das Fähr-Aus ist schlicht: Die 1999 modernisierte Autofähre sei schlicht unpraktisch, begründet der auf der jüngsten Kreistagssitzung wiedergewählte Technik-Dezernent Andreas Herr. Weil sie nur bei einem Elbpegel zwischen 90 Zentimetern und 2,50 Metern betrieben werden könne, habe die Fähre seit dem Hochwasser 2013 nur an 40 Tagen ihren Dienst tun können. Deshalb wolle man sich finanziell auf die nächstgelegene Elbfähre Niederlommatzsch-Seußlitz konzentrieren, die ebenfalls zu Diera-Zehren gehört und mit etwa 50 000 Passagieren eine gute Auslastung hat. Allerdings handelt es sich bei ihr um eine reine Personen-Motorfähre, weshalb Autofahrer 20 Kilometer Umweg bis zur nächsten Elbbrücke in Meißen in Kauf nehmen müssen, wenn sie das andere Ufer erreichen wollen. Für den Landkreis enden mit dieser Entscheidung Verhandlungen, die vor mehr als zwei Jahren begonnen hatten. Dieser Aufwand sei eigentlich unangemessen, wie der auf Technik-Dezernent Herr findet. "Die Elbefähren machen nur 2,5 Prozent des ÖPNV-Haushalts aus", sagt er. Trotzdem sind sie ein Politikum, was auch am Beispiel Kötitz-Gauernitz deutlich wird. Eigentlich plante man, diese Elbfähre nach der Eröffnung der Niederwarthaer Brücke im Dezember 2012 einzustellen. Die neue Elbquerung würde jeden Fährbetrieb in Coswig erübrigen, meinten die Verkehrsexperten. Der Landkreis hatte deswegen schon 2013 seinen im letzten Zehnjahresvertrag festgeschriebenen Zuschuss von 50 000 Euro auf 20 000 Euro im Jahr reduziert.

Coswig und die Gemeinde Klipphausen, zu der das linkselbische Gauernitz gehört, hielten dennoch aus gutem Grund an der Fähre fest. Etwa 50 000 Passagiere hat die Fähre im Jahr, darunter Schüler, die von Gauernitz in die Oberschule Kötitz oder das Gymnasium Coswig gelangen wollen, und vor allem in den Sommermonaten viele Touristen. Dieses Argument überzeugte nach langen Verhandlungen auch die Kreisräte. Zu den 30 000 Euro vom Landkreis geben Klipphausen 25 000 Euro und Coswig 20 000 Euro. Dazu kommen vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) Ausgleichszahlungen für entgangene Ticketerlöse, weil auf der Fähre der VVO-Tarif anerkannt wird.

Dass auf allen Fähren der VVO-Tarif gilt, war übrigens eines der Hauptziele des Landratsamtes bei den Verhandlungen zu den neuen Fährverträgen. Den Plan, alle Fähren im Betrieb der VGM zu haben, könne man jedoch frühestens 2018 umsetzen. Durch die Übernahme der Fähren durch die Verkehrsgesellschaft sollen Synergien entstehen, nicht zuletzt weil das Unternehmen auch kleinere Reparaturen selbst übernehmen und Fährpersonal austauschen kann, falls es irgendwo einmal Krankheitsausfälle gibt.

Uwe Hofmann

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