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Aus ehemaligem Ferienlager in Ottendorf-Okrilla wird Asylunterkunft

Aus ehemaligem Ferienlager in Ottendorf-Okrilla wird Asylunterkunft

Auf der Suche nach geeigneten Unterkünften für Asylbewerber ist das Landratsamt Bautzen jetzt in Ottendorf-Okrilla fündig geworden. Diese Nachricht überbrachte der Beigeordnete Steffen Domschke am Montagabend dem Gemeinderat persönlich.

Die Geheimniskrämerei, besprochen wurde das Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit, hätte sich Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) sparen können. Bereits im Juli kursierten Hinweise im Internet. Gegenüber den DNN bestätigte nun auch Landkreissprecherin Sabine Rötschke offiziell die Absicht, zunächst bis zu 150 Asylbewerber in der knapp 10 000 Einwohner zählenden Gemeinde unterzubringen. Dazu will man das ehemalige Robotron-Betriebsferienlager nutzen. Diesbezüglich laufen derzeit Absprachen und Planungen, heißt es. Das betreffende Objekt wurde nach 1989 übergangsweise durch den Handelsriesen Tengelmann als Verwaltungszentrum genutzt und stand die letzten Jahre leer. Entsprechend schlecht ist der bauliche Zustand.

Vor allem aber an der Platzwahl scheiden sich die Geister. Während der Landkreis den Standort grundsätzlich für geeignet hält, gibt es erste kritische Stimmen im Dorf. Vor allem wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zum beliebten Teichwiesenbad. Zumindest indirekt dürfte der Badebetrieb betroffen sein. Denn rings um das beliebte Ausflugsziel sind bei hochsommerlichen Temperaturen Parkplätze absolute Mangelware. Übergangsweise gibt es zwar am Ortsrand einen provisorischen Ausweichparkplatz. Dieser befindet sich jedoch im Landschaftsschutzgebiet und ist somit keine Lösung auf Dauer. Abhilfe für diese missliche Lage sollte ein neuer Parkplatz auf dem Ferienlagergelände schaffen. Eigens zu diesem Zweck hatte die Gemeinde im letzten Sommer das Grundstück angekauft. Nun aber will der Landkreis sich hier für die nächsten Jahre einmieten und eine Sanierung der Gebäude in die Wege leiten.

"Aussagen zu den Kosten und zur Dauer der Instandsetzungen können erst nach Abschluss der Planungen erfolgen", so Rötschke. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob und wann die ersten Bewohner einziehen könnten", hält sich die Behörde bedeckt. Durchgesickert ist jedoch, dass es bereits gestern eine weitere Planungsrunde gab. Anwohner, die zwischenzeitlich von Landrat Michael Harig (CDU) schriftlich unterrichtet wurden, rechnen damit, dass die ersten neuen Nachbarn noch vor Jahresende einziehen könnten.

Aktuell leben im Landkreis Bautzen rund 900 Asylsuchende aus 27 Ländern. Diese sind bislang in Kamenz, Bautzen, Bischofswerda und Hoyerswerda untergebracht. Ein weiteres Heim ist in Neukirch geplant. Insgesamt muss der Landkreis Bautzen 7,65 Prozent der in Sachsen ankommenden Asylsuchenden aufnehmen. Aufgrund der vorliegenden Prognosen rechnet Landrat Harig bis zum Jahresende mit weiteren 460 Flüchtlingen. Bei deren Unterbringung stehen auch die Gemeinden in der Pflicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.10.2014

Werner Peters

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