Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+
Aufschwung West vorerst gescheitert: Kauftermin für den Bahnhof in Radebeul-West geplatzt

Aufschwung West vorerst gescheitert: Kauftermin für den Bahnhof in Radebeul-West geplatzt

Der von Radebeul geplante Kauf des Bahnhofgebäudes in Radebeul-West ist vorerst geplatzt. Man habe einen Ende Mai angesetzten Notartermin nicht wahrnehmen können, bestätigt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) den DNN.

Grund ist, dass Mitinvestor Thomas Scharrer abgesprungen ist. Der Architekt, der die Entwicklung des historischen Bahnhofs zu einem Herzensprojekt erklärt hatte, musste wegen Finanzierungsproblemen zurückziehen, sagt Wendsche. Bisher war geplant, dass er etwa ein Drittel des Bahnhofs entwickelt, die Stadt etwa zwei Drittel. So teilte sich auch der Kaufpreis von 225 000 Euro unter den zwei Investoren auf, den beide der Immobilienfirma zahlen wollten, die im Besitz des Gebäudes ist. Sie wolle sich nun einen neuen Käufer suchen, sagt Wendsche.

Unklar ist, ob die Stadt nicht doch noch zuschlägt. Der Bahnhof soll nach dem Willen des Rathauses wie in Radebeul-Ost Anker eines neuen Sanierungsgebiets sein, das die Bahnhofstraße bis zur Meißner Straße umfassen könnte. Dort klagen viele Anwohner und Händler über Handlungsbedarf. Daher überlege man im Rathaus, ob man den alten Bahnhof Kötzschenbroda nicht komplett kauft oder einen neuen Investor sucht. Die Tendenz der Verwaltung gehe eher zu ersterem, sagt Wendsche. Dem müsste der Stadtrat zustimmen. Im Frühherbst sollen den Stadträten entsprechende Konzepte vorgestellt werden.

Dort formiert sich schon Widerstand. SPD-Stadtrat Thomas Gey warnt vor "übereilten finanziellen Abenteuern". Schon jetzt habe die Stadt rund 27 500 Euro in den Ankauf des Bahnhofsgebäudes investiert. Pikanterweise habe auch Scharrer 18 000 Euro für seine Analyse erhalten, wie hoch die Investitionskosten für die Stadt im Bahnhofsgebäude ausfallen. Allein für die Instandsetzung des Gebäudes sollen demnach rund vier Millionen Euro nötig sein. Gey war schon gegen den nun hinfälligen Stadtratsbeschluss zur Sanierung des Bahnhofsdachs für 460 000 Euro.

Wendsche sieht dagegen weniger wirtschaftliche Gefahren. Wenn sich das Gebäude nicht öffentlich nutzen ließe, könnte man es ja immer noch verkaufen. Das gehe im sanierten Zustand besser als im ruinösen. Das bedeutet: Stimmt der Stadtrat dem Gesamtkauf zu, wird die Stadtkasse die vier Millionen Euro für die Sanierung übernehmen. Das wird erst geschehen, wenn Radebeul-West auch wirklich Sanierungsgebiet ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.06.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr