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Auf dem Königstein siedelten bereits Menschen in der Bronzezeit

Archäologische Entdeckung Auf dem Königstein siedelten bereits Menschen in der Bronzezeit

Über hundert Jahre wurde vermutet, dass Menschen bereits in der Jungsteinzeit auf dem Königstein lebten. Jetzt konnte endlich der Nachweis erbracht werden. Bei Bauarbeiten stießen Archäologen auf untrügliche Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher Zeit.

Die Zierleiste ist ein untrügliches Zeichen, dass die auf dem Königstein entdeckte Scherbe aus der Jungbronzezeit stammt.

Quelle: Silvio Kuhnert

Königstein. Von einer „Sensation“ spricht Festungschefin Dr. Angelika Taube über die Funde, die das Landesamt für Archäologie nach Ostern auf dem Königstein gemacht hat. Rund 80 Keramikscherben holten die Forscher aus dem Erdreich. Sie stammen von mehreren jungbronzezeitlichen Gefäßen und sind der Beleg dafür, dass um 1100 v. Chr., also vor über 3000 Jahren, das Felsplateau bereits besiedelt war.

„Für uns ist dieser Fund von ganz großer Bedeutung“, meint die Geschäftsführerin der Festung gGmbH. In der vor rund einem Jahr eröffneten Dauerausstellung zur Geschichte über das Leben auf dem Königstein wird mit der Bronzezeit begonnen. Ein Beleg, dass der Tafelberg zu jener Zeit tatsächlich bewohnt war, gab es bislang nicht. Zwar entdeckte man in der Vergangenheit hin und wieder Einzelstücke. Doch befanden sich diese in Erdwällen, die einst mit Mutterboden aus der Umgebung aufgeschüttet worden waren. Die Erde mussten einst Gefangene mühsam auf die Festung schleppen.

Archäologe Dr Ingo Kraft zeigt Festungschefin Dr Angelika Taube den Fundort der Scherben jungbronzezeitlicher Gefäße

Archäologe Dr. Ingo Kraft zeigt Festungschefin Dr. Angelika Taube den Fundort der Scherben jungbronzezeitlicher Gefäße.

Quelle: Silvio Kuhnert

Nachweisliche Siedlungspuren aus der Bronzezeit gab es bisher nur in der Nachbarschaft, und zwar am Pfaffenstein und Lilienstein. Mit den nun entdeckten bronzezeitlichen Gefäßresten reiht sich der Königstein in die Riege der Originalschauplätze vorgeschichtlichen Lebens und Wirkens ein. Denn bei den Scherben handelt es sich erstmalig um einen sogenannten „In-Situ-Fund“, also um Funde in Originallage, die am tatsächlichen Ort ihrer ehemaligen Nutzung entdeckt wurden. „Mit dieser Entdeckung kann endlich bewiesen werden, was lange vermutet wurde: Der Tafelberg der Festung Königstein war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt!“, berichtet Dr. Ingo Kraft, Referatsleiter Ostsachsen im Landesamt für Archäologie. Auch er spricht von einem sensationellen Fund über dem die Freude sehr groß sei. Zumal in den vergangenen Jahrhunderten im Gegensatz zu den anderen Tafelbergen auf dem Königstein viel gebaut, dabei Erde und Stein bewegt wurden.

Rund 80 Scherben wurden in den Überbleibseln einer Abfallgrube aus der Jungbronzezeit auf dem Königstein entdeckt

Rund 80 Scherben wurden in den Überbleibseln einer Abfallgrube aus der Jungbronzezeit auf dem Königstein entdeckt. Sie sind der Nachweis, dass das Felsplateau bereits in jener Zeit besiedelt war.

Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen

Bei den jüngsten Bauarbeiten – derzeit werden entlang der Nordseite des Artillerieschuppens neue Versorgungsleitungen verlegt – kam eine dünne rötliche Lehmschicht zutage. Das geübte Auge eines Archäologen, der das Ausschachten des Baugrabens aufmerksam verfolgte, erkannte gleich, dass es sich um die Überbleibsel einer Grube aus der Jungbronzezeit handeln könnte. Er nahm die Schicht genauer unter die Lupe und fand die Gefäßteile. Dass die Scherben aus jener Epoche stammen, leiten die Forscher an der Machart und der Beschaffenheit der Keramik sowie der Zierleiste ab. „Diese Verzierung war Mode in der Jungbronzezeit“, erläutert Kraft und zeigt auf aneinandergereihte Fingereindrücke auf einem Scherbenteil. Die Scherben stammen von mehreren Töpfen, die nicht zu ganzen Gefäßen zusammengesetzt werden können. Dies legt die Vermutung nahe, dass sie wahrscheinlich bereits zerbrochen in die Grube gelangten.

Auch über die Funktion der Siedlung auf dem Königstein lässt sich heutzutage nur noch spekulieren. „Landwirtschaft ist hier oben nicht möglich“, sagt Dr. Thomas Westphalen, Abteilungsleiter Archäologische Denkmalpflege im Landesamt für Archäologie Sachsen. Aufgrund seiner Lage und Geologie ist das Felsmassiv auch ein unbequemer Wohnort. Alles, vom Essen bis zum Trinken, musste auf steilen Wegen hinauf getragen werden. Westphalen vermutet, dass der Königstein in der Bronzezeit entweder als eine Kultstätte oder schon damals als Befestigung diente.

Von Silvio Kuhnert

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