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Auch Moritzburg gehen Freiwillige für FÖJ-Dienst aus

Auch Moritzburg gehen Freiwillige für FÖJ-Dienst aus

Tom Kümmig geht nach Kanada. Nach Ablauf seines Freiwilligen Ökologischen Jahres Ende August möchte der 25-Jährige für einige Zeit durch das Land reisen und dort Geld verdienen.

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Tom Kümmig arbeitet bei seinem Freiwilligen Ökologischen Dienst im Waldkindergarten Friedewald. Dort ist er mit drei Erziehern und 20 Kindern bei Wind und Wetter in Wald und Kita-Garten unterwegs. Hier liest er Janosch, Amy und Lale aus einem Insektenbuch vor.

Quelle: Martin Förster

Friedewald/Dresden. Nach seiner Rückkehr will er sich zum Ergotherapeuten ausbilden lassen. Noch arbeitet der Dresdner in der Waldkita im Moritzburger Ortsteil Friedewald. Vorigen September trat er sein Freiwilliges Ökologisches Jahr dort an. Er hatte über Freundinnen von der Möglichkeit erfahren. Kümmig plante, sich beruflich neu zu orientieren. Als Koch wollte er nicht mehr arbeiten.

"Die Zeit hier in der Waldkita hat mir sehr viel gebracht, aber die Arbeit als Erzieher ist auf Dauer nichts für mich", sagt Kümmig. Er nennt dabei auch den "Schriftkram im Büro", der fast die Hälfte der Arbeitszeit einnehme.

Als FÖJ-ler sei das anders. Da erklärt er den drei bis sechs Jahre jungen Kindern, wie man Gemüse züchtet oder welche Insekten durch den Garten krabbeln, zeigt ihnen, was es für Baumarten gibt. Kümmig ist schon der fünfte FÖJ-ler, der in der 2002 eröffneten Waldkita den einjährigen Dienst angetreten hat. Laut den drei Erzieherinnen vor Ort ist er der erste Mann auf dieser Stelle. "Er hilft uns sehr", sagt Erzieherin Christiane Wilkening. Die FÖJ-ler seien als Unterstützung nahezu unverzichtbar. Einen Nachfolger für Kümmig gibt es allerdings noch nicht. "Normalerweise steht Ende April fest, wer die FÖJ-Stelle übernimmt", sagt Friederike Hartmann vom Träger der Kita, der Radebeuler Sozialprojekte gGmbH. "Doch bis jetzt gab es leider keine Bewerber." Falls sich bis zum Herbst niemand findet, würde das "eine Umstellung für die Erzieher bedeuten", sagt sie etwas vage. "Es wäre nicht so schön, aber doch machbar."

Doch nicht nur in Friedewald wartet man auf geeignete Kandidaten. In ganz Sachsen ist die Anzahl der Bewerber für ein FÖJ in Sachsen leicht rückläufig. Ein maßgeblicher Grund dafür ist dem Sächsischen Sozialministerium zufolge die demographische Entwicklung. Auch sei mit dem Bundesfreiwilligendienst seit 2011 "eine neue Ausgangssituation für die Freiwilligendienste entstanden". Neben den FÖJ-lern sind rund 900 Sachsen im Bundesfreiwilligendienst, 1900 machen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Zuletzt haben laut Ministeriumssprecher Jürgen C. Vogels insgesamt rund 320 junge Leute FÖJ-Dienst geleistet. Der Freistaat sei so das Bundesland mit den meisten besetzten FÖJ-Stellen. Nach Angaben von Trägern gibt es in ganz Deutschland rund 3000. Für das ältere FSJ-Programm gebe es zehnmal mehr.

Bei der Sächsischen Umweltakademie Urania in Dresden, über die auch die FÖJ-Stelle der Waldkita Friede-wald besetzt wird, wird der Trend bestätigt. "Die Erfahrung zeigt aber auch, dass sich der Zyklus für Bewerbungen nach hinten verschiebt", erklärt Urania-Projektleiter Michael Ruske. Viele würden erst nach dem Schulabschluss über ihre berufliche Zukunft nach-denken. So würden im Herbst wohl noch offene Stellen besetzt. Bei Urania gebe es derzeit 60 Bewerbungen für 45 Stellen. Die geringe - über Bundesgesetz und landesspezifische Regeln festgesetzte - Bezahlung von monatlich 280 Euro monieren indes nicht wenige FÖJ-ler.

Tom Kümmig kann das bestätigen. "Es ist nicht leicht, eigenständig davon zu leben", sagt er auf Anfrage der DNN. Der Kindergeldanspruch besteht zwar fort. Und es gebe auch fünf Wochen Fortbildungen. Doch die Anfahrt zum Arbeitsort etwa würde nicht finanziert. Viele Bundesländer zahlten besser, so Vogels. Sachsen ist jedoch nicht Schlusslicht. Die Träger erhalten laut Ministerium 650 Euro pro FÖJ-Stelle von EU und Bund. "Der von den Trägern zu erbringende 'angemessene' Eigenanteil liegt deutlich unter dem Schnitt in anderen Bundesländern", betont Vogels. Ob FÖJ-Zuschüsse in der neuen EU-Förderperiode, nach August 2014, wie bisher fließen, sei noch nicht geklärt.

@FÖJ-Bewerbungen für die Waldkita im Internet unter: www.sua-urania.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.05.2013

Stephan Klingbeil

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