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Asylheim in Meißen angezündet – Angeklagte zeigen Reue

Landgericht Dresden Asylheim in Meißen angezündet – Angeklagte zeigen Reue

Zwei Männer, die in einem geplanten Meißner Asylbewerberheim Feuer gelegt haben, zeigen Reue: „Es gab Ängste, was werden soll; aber das rechtfertigt das, was wir getan haben, in keinster Weise“, sagte einer der Angeklagten zum Prozessauftakt am Dienstag.

Am 28. Juni 2015 gegen 0.15 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem den Brand im noch unbewohnten Asylheim auf der Rauhentalstraße ausrücken. Das Feuer konnte zügig gelöscht werden, es entstand trotzdem ein erheblicher Sachschaden.

Quelle: . Halkasch

Dresden/Meißen. In der Nacht zum 28. Juni 2015 stand auf der Meißner Rauhentalstraße ein kurz vor der Eröffnung stehendes Flüchtlingsheim in Flammen. Mehrere Wohnungen brannten komplett aus, die Inneneinrichtung wurde zerstört, das Gebäude war unbewohnbar. Das Feuer war gelegt worden. Fünf Monate später wurden zwei Tatverdächtige festgenommen. Seit Dienstag müssen sich Eric P. und Daniel Z. wegen schwerer Brandstiftung vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Sie räumten die Tat ein und zeigten Reue. Die ganze Sache war ihnen sichtlich unangenehm. „Es werden immer mehr Ausländer, da gibt es schon Ängste, aber das rechtfertigt das, was wir getan haben, in keinster Weise. “

Der Gerüstbauer und der Kraftfahrer hatte an jenem Sonntag mit anderen gegrillt, einiges getrunken und abseits von der Truppe über Politik und ihre eigenen Probleme diskutiert. Beide haben Familie, sind keine Faulpelze, sondern fleißige Arbeiter – Daniel Z. erhielt von seinem Chef ein exzellentes Zeugnis – und trotzdem kommen sie schwer über die Runden. Sie fühlten sich von Vater Staat vergessen, die Situation schaukelte sich hoch und die Schuldigen war schnell gefunden – Asylbewerber. Das Duo beschloss, ein kleines Feuer zu legen, füllte Benzin in eine Weinflasche und zog los. Der Versuch, im Erdgeschoss des Hauses zu zündeln, schlug fehl. Sie holten Nachschub an Benzin und zündeten in der ersten Etage eine Matratze an. Kurz darauf brannte es lichterloh. Die beiden hantierten aber nicht nur mit Feuer. Zwei Monate später versuchten sie das Gebäude unter Wasser zu setzen, was nicht gelang – man hatte die Hauptleitung abgedreht.

„Dort ist es eng bebaut, die Nachbarhäuser wären mit betroffen gewesen. Da waren Menschen gefährdet. Was das Feuer nicht geschafft hat, hätte das Wasser geschafft“, sagte Ulrich Brumm. Der Bauunternehmer hatte das Gebäude vor Jahren erworben und 400 000 Euro (Kredit und Eigenmittel) in die Sanierung gesteckt. Er schloss mit dem Landratsamt einen Mietvertrag, das dort Asylbewerber unterbringen wollte und die Wohnungen komplett einrichtete. Als das bekannt wurde, gab es Proteste. Brumm sprach von einem Anschlag mit Ansage. Anfang Juni fand er einen Zettel mit Drohungen an der Tür. „Als ich bei der Polizei Anzeige erstatten wollte, wurde ich abgewiesen. Es sei ja kein Schaden entstanden.“

Nach dem Brand wurde es für den Bauunternehmer richtig hart. Er hatte sich für das Haus verschuldet, wusste nicht ob die Versicherung zahlt und wurde zudem noch attackiert. „Das ging von Antideutschen, der unser Land kaputt macht, bis zum Versicherungsbetrug, da ich das Haus selbst angezündet hätte. Es war der blanke Horror.“ Der 57-Jährige wurde verhöhnt und beschimpft. Er habe einige Freunde verloren, erklärte er. „So blöd es klingt, die Täter sind auch Opfer. Sie haben nur die Pfeile verschossen, die andere gedreht haben. Die, die richtig Stimmung gemacht haben, sitzen nicht auf der Anklagebank. Diese Angstmacherei muss aufhören, sie spaltet die Gesellschaft, Firmen und Familien.“ Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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