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Arche Meißen feiert fünfjähriges Bestehen und muss sich vergrößern

Volles Haus Arche Meißen feiert fünfjähriges Bestehen und muss sich vergrößern

„Wir sind aktuell an der Grenze angelangt“, sagt Marcel Bretschneider. Er leitet die Arche Meißen. 190 Kinder seien derzeit angemeldet, bilanziert Bretschneider wenige Tage, bevor die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen feiert. Begonnen habe man mit 30 Kindern.

Arche-Botschafterin Uta Bresan, Heimleiter Marcel Bretschneider und Landtagsabgeordnete Daniela Kuge (CDU, v.l.) rühren gemeinsam mit Kindern der Einrichtung die Werbetrommel für das Sommerfest zum fünfjährigen Bestehen am Sonnabend ab 11 Uhr.

Quelle: Uwe Hofmann

Meissen. „Wir sind aktuell an der Grenze angelangt“, sagt Marcel Bretschneider. Er leitet die Arche Meißen, ein 2011 eröffnetes Kinder- und Jugendhaus in Meißen-Cölln, in dem Sechs- bis 17-Jährige von Montag bis Freitag kostenlos ein Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Betreuung erhalten. 190 Kinder seien derzeit angemeldet, bilanziert Bretschneider wenige Tage, bevor die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen feiert. Begonnen habe man mit 30 Kindern. „Wir brauchen mehr Personal, mehr Raum“, sagt er deshalb. Da das Haus nahezu zu 100 Prozent aus Spenden finanziert wird, wie Wolfgang Bücher, Sprecher der Arche-Organisation mit insgesamt 22 Einrichtungen in ganz Deutschland, sagt, ist die Vergrößerung keine einfache Sache.

Dennoch sei man ziemlich weit in den Gesprächen mit der Berliner Archezentrale, wolle einen neuen Sozialpädagogen anstellen, sagt Bretschneider. Derzeit gibt es im Haus dreieinhalb Vollzeitstellen, dazu etwa 15 Ehrenamtliche. Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, werden weitere Helfer dringend gesucht, als Hausaufgabenhilfe etwa, um Hobbys zu vermitteln oder Kniffe bei der Fahrradreparatur zu zeigen. Ein oder zwei Stunden in der Woche würden genügen, sagt Bretschneider, dafür sollten die Ehrenamtlichen aber regelmäßig erscheinen.

Denn genau darum geht es in dem Haus: Kindern aus sozial schwachen Familien regelmäßige Abläufe zu vermitteln, praktische Dinge des Lebens zu lehren, Benachteiligungen zu bekämpfen. Insofern kann man es nicht als Erfolgsgeschichte bezeichnen, dass die Einrichtung inzwischen aus allen Nähten platzt, sogar ein Anmeldestopp verhängt werden musste. Die Entwicklung zeigt vielmehr, wie nötig der Stadtteil das Angebot hat. 50 bis 70 Kinder schauten täglich vorbei, sagt Bretschneider. Eigentlich als Haus für bis Zwölfjährige gedacht, betreut man auch viele Ältere, die zum Beispiel mit intensivem Bewerbungstraining für die Ausbildungssuche motiviert werden. Einige von ihnen – und das ist ein echter Erfolg – engagieren sich inzwischen selbst als Ehrenamtliche im Haus.

Neu seien etwa 20 Zuwandererkinder, die aus den verschiedensten Ländern kämen. Üblicherweise integrieren die sich relativ rasch in die Abläufe im Haus, zumal Kinder im Spiel einander schnell kennen lernen und Vorbehalte fallen lassen, wie Bretschneider sagt. Gleichwohl bedeuten die fremdsprachigen Kinder eine weitere Herausforderung.

Dieser will man vor allem durch Vernetzung begegnen. So wird gemeinsam mit den zwei Stadtteilmanagerinnen, die die Stadt angestellt hat, ein interkultureller Begegnungsabend organisiert, bei dem man mit den Eltern der Zuwandererkinder ins Gespräch kommen will. An mehrsprachigen Anmeldebögen und Infos zu Wertekonzept und Abläufen im Haus wird gearbeitet. Weitere Vernetzungen sind mit der Johanneskirchgemeinde geplant, die eigene Angebote für Asylbewerber aufgebaut hat.

Die Internationalisierung des Angebots bietet allerdings auch bisher verschlossene Finanzierungsmöglichkeiten. So regt Landtagsabgeordnete Daniela Kuge (CDU) an, Fördergelder nach der Integrationsrichtlinie des Freistaats zu beantragen. Die Gelder wären eine willkommene Hilfe, benötigt die Arche Meißen doch jährlich rund 400 000 Euro für den Betrieb des Hauses. Ein Viertel davon würde derzeit mit Spenden aus der Region bezahlt, sagt Willy Dany vom Freundeskreis der Meißner Arche. Der Rest kommt aus der Berliner Zentrale. Neben Geldspenden sind auch Sachspenden, etwa für die hauseigene Kleiderkammer, gefragt.

Von Uwe Hofmann

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