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Arbeiten von Angela Hampel aus rund 20 Jahren im Kunstverein Meißen

Arbeiten von Angela Hampel aus rund 20 Jahren im Kunstverein Meißen

Der Name Angela Hampel ist unauflöslich mit Kunstwerken verbunden, die für die Artikulation des Anspruchs an neue menschliche Beziehungen, nicht zuletzt zwischen den Geschlechtern, standen und stehen.

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Angela Hampel. "An der Angel", Mischt./Papier (Tapete).

Quelle: Repro: PR

Wer kennt nicht ihre allegorischen, oft leuchtenden, mit den Jahren lediglich etwas weniger expressiven Bilder, die Partnerschaft in allen Facetten meinen und wo sich Frauen, Götterwesen sowie androgyne Gestalten in schöner Eintracht mit tierischen Partnern wie Schlangen, Großkatzen, Wölfen oder Lurchen zeigen. Ausgedrückt werden Wünsche, Hoffnungen, ja Utopien, deren Kern in ausgeglichenen, liebevollen, auch sexuell erfüllenden Beziehungen besteht. Natürlich bleibt hier in allem ein unerklärbarer "Rest", wie er nun einmal der Kunst eigen ist. Die Werke der aktuellen Präsentation machen da keine Ausnahme. Sie steht unter dem Motto "Fischzug", findet im Kunstverein Meißen statt, im nach Bischof Benno benannten Haus, dessen Wappen einen Fisch mit zwei Schlüsseln zeigt.

Der Bogen spannt sich vom realistisch-locker aquarellierten "Bückling" bis zum interpretierbaren, gleichnishaften Bild mit Fisch. "Auf den Fisch gekommen" ist Hampel ebenfalls schon in den 1980er Jahren, nicht zuletzt in Erinnerung an die heimatliche Lausitz mit ihren Fischteichen. So hatte sie in der Ausstellung "Zeitvergleich" das "Selbstbildnis mit Wels" gezeigt. Der aktuelle "Fischzug", der eine großformatige Mischtechnik dieses Titels einschließt, stützt sich darüber hinaus im Wesentlichen auf Arbeiten, die zwischen Ende der 90er Jahre und heute entstanden.

Beim Aussuchen und Sortieren für die frühere Ausstellung "Die Schöne und das Tier" waren der Künstlerin die häufig vorkommenden Motive von Frau mit Fisch aufgefallen, die mal gleichnishaft, mal skurril oder auch ironisch sein können. Sogar ein "Fischhut" entsprang ihrer Fantasie - eine recht bekannte Algrafie aus früheren Jahren, die nun ebenso zum aktuellen "Fischzug" gehört wie zahlreiche Zeichnungen respektive beeindruckende großformatige Mischtechniken und mehrere Gemälde.

Inhaltlich ergeben sich ganz unterschiedliche Linien: neben der schon angedeuteten genussreich-kulinarischen natürlich eine erotische, ebenso aber eine spirituelle. Liegen die Bücklinge essfertig, fettig glänzend und als Paar auf dem Tisch, was üppige Barockstillleben ins Gedächtnis ruft, schwimmt der "Glückskarpfen" der Frau auf einer schönen Algrafie fast in den Mund. Glücksverheißung bedeutet ebenfalls ein (mit sibirischer Kreide gezeichneter) zur "Fette(n) Beute" im Frauenmund gewordener Fisch.

Letzterer ist aber nicht nur ein uraltes Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit, sondern ebenso fester Bestandteil christlicher Mythologie. Daran knüpft die Künstlerin vor allem mit zwei jüngeren Gemälden an: "Petrus - Simon" und "Heilige Elisabeth (Die Letzten)". Petrus, einer von Jesus` Gefährten, begab sich nach der Überlieferung auf "Fischzug" im doppelten Sinn, war der Apostel doch Fischer und "Menschenfischer" in einem. "Petrus - Simon" nun zeigt einen reichlichen "Fang", wobei es der Künstlerin gewiss nicht nur um Fische geht, die zudem gleichermaßen für die Getauften stehen. "Menschenfischer" - auch eher Verderben bringende - sind ja ein reales Thema bis in die Gegenwart.

Einer durchaus verehrungswürdigen "Menschenfischerin", die den Armen half, sie speiste und pflegte, widmet sich das zweite, an die Heilige Elisabeth erinnernde Bild. In dem Becken, das sie vor sich trägt, sind allerdings nur noch drei Fische. Ist also die Barmherzigkeit am Ende? Oder sind letzte Gläubige gemeint, die in dem an ein Taufbecken erinnernden Gefäß schwimmen? Oder handelt es sich gar um ein auf die Künstlerin selbst gemünztes Gleichnis, mit dem sie darauf anspielt, dass in ihrer Zunft jene rar werden, die wie sie nach gesellschaftlicher Relevanz streben im Sinne von Käthe Kollwitz' "ich will wirken in dieser Zeit".

Auch das schöne Bild "Der Letzte" zeigt einen "letzten" Fisch - ist also möglicherweise ein Appell, besser mit Flora und Fauna umzugehen, gehört doch zum Weltverständnis Hampels nicht nur der Ausgleich der Geschlechter, sondern auch jener mit der Natur.

Die Künstlerin ist allerdings keineswegs immer nur ernst. Ein kleines Blatt, das sie "An der Angel" nannte - der Angler gilt als Personifizierung der himmlischen wie der irdischen Liebe - lässt durchaus offen, wer von den Beteiligten wen an der Angel hat. Etwas ironisch gestaltet sich der "Fischzug" auch, wenn ein "Merkwürdiger Fang" ins Netz geht. Bei diesem handelt es sich um einen vielleicht als Köder eingesetzten Fischkopf mit Gräte, der sich im Maul eines Rochen verfangen hat. Und wie steht es mit "Fisches Nachtgesang"? Der Fisch hat sich - ganz ohne Worte, was nun mal seine Natur ist - auf einem Frauenhaupt scheinbar häuslich eingerichtet. Vielleicht aber rutscht das glitschige Tier gleich abwärts? Wohin? Da kann man seine Phantasie walten lassen - ohne Worte.

Bis 18. April, Kunstverein Meißen, im Bennohaus, Meißen, Markt 9. Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr, www.kunstverein-meissen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.03.2015

Lisa Werner-Art

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