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Apollo-Mission geglückt: Der auf Grund gelaufene Elbefrachter ist geborgen

Apollo-Mission geglückt: Der auf Grund gelaufene Elbefrachter ist geborgen

Nicht nur in der bemannten Raumfahrt, auch in der Elbeschifffahrt gibt es Apollo-Missionen. So lässt sich zumindest die stundenlange Bergung des tschechischen Frachters "Apollo" beschreiben, die gestern in Coswig den Schiffsverkehr komplett zum Erliegen brachte.

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Deutsch-tschechische Bergungsaktion in der flachen Elbe bei Coswig: Weil der auf Grund gelaufene Frachter Apollo unter seiner Last zu zerbersten drohte, musste er gestern stundenlang leergebaggert und anschließend in die Fahrrinne gezogen werden. Die Elbeschifffahrt kam deswegen komplett zum Erliegen.

Quelle: Uwe Hofmann

Das Ziel der Mission war klar: Der Pfingstsonntag bei seiner Fahrt elbaufwärts kurz hinter dem Fährhaus Kötitz auf Grund gelaufene Frachter sollte wieder in die Fahrrinne bugsiert werden.

Dafür ist eigens das Motorschiff "Rio 2" von der gleichen tschechischen Reederei mit zwei Leichtern aufgetaucht. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden (WSA) trug mit einem auf dem Schiff "Meißen" installierten Bagger zur Bergung bei. Für die nötige Dramatik, die bei so einem Unternehmen nicht fehlen darf, sorgte die Ankündigung aus dem WSA, dass der tschechische Frachter auseinanderzubrechen drohe, wenn man jetzt nicht handele. Grund dafür ist der sinkende Elbpegel, der die 500 Tonnen Phosphatdünger zu einer immer bedrohlicheren Last für die Stahlwände des Schiffskörpers werden ließ.

So lautete also das Rezept für Coswigs erste Apollo-Mission. Die fand Gefallen: Dutzende Anwohner und Ausflügler säumten bald das Ufer, um zu beobachten, wie der Bagger Tonne um Tonne aus dem Frachtraum der "Apollo" in einen der beiden Leichter versenkte. Ebenso Journalisten zahlreicher Fernseh- und Radiostationen. Das Treiben hatte schon am Morgen begonnen - sehr zum Leidwesen von Tina und Christian Schuetze. Das Ehepaar wollte gestern eigentlich mit dem Paddelboot elbabwärts nach Riesa gelangen, wurden aber bereits gegen 9.30 Uhr in Kötitz von einem Aufpasser des WSA an der Durchfahrt gehindert. "Wir dachten schon, jetzt will uns die Wasserpolizei kontrollieren", sagt Tina Schuetze über den kurzen Schreck. Die streng kontrollierte Schifffahrtssperre galt eben auch für die kleinsten Fahrzeuge. Immerhin blieb der Betrieb der nahen Kötitzer Fähre vom Geschehen unbeeinträchtigt. "Das wird wohl heute nichts mehr", meinte Christian Schuetze, nachdem er sich stundenlang das Treiben angesehen hatte. Das Paar hatte sich eigentlich vorgenommen, in ein paar Tagesetappen bis nach Torgau zu paddeln. Immerhin: Gegen 12.40 Uhr bekam die Hoffnung kurz Auftrieb, dass die eigentlich nur bis zur Mittagszeit angekündigte Aktion ihr Ende findet. Zu diesem Zeitpunkt ist der erste Leichter mit Phosphat gefüllt und "Rio 2" schickt sich an, den aus ungeklärten Gründen trotz einer rund 50 Meter breiten Fahrrinne aufgelaufenen Elbfrachter rückwärts aus der Malaise zu ziehen. "Apollo" tut einen kurzen Ruck, dann bewegt sich nichts mehr. Als eines der armdicken Taue reißt, die Bergungsschiff und den aufgelaufenen Frachter verbinden, wird die Rettungsaktion zum Enttäuschen der zahlreichen Zuschauer abgeblasen. Vorerst.

Denn die Tschechen hatten vorgesorgt und einen zweiten Leichter mitgebracht, nachdem bereits in der vorigen Woche eine erste Rettungsaktion mit einem Schlepper ergebnislos abgebrochen werden musste. Das sollte dieses Mal nicht passieren. Mit Schaufel und Besen ging es für die drei Mann Besatzung in den Frachtraum. Vor allem aus dem vorderen Teil des Frachtraums, also dort, wo die "Apollo" auf Grund lag, kratzten sie weithin hörbar den Dünger zusammen. Kurz vor 15 Uhr zeigt der unermüdliche Einsatz schließlich den erwünschten Erfolg. Es knarzt und knirscht, als sich der leichter gewordene Frachter allmählich vom Grund löst. Große Aufregung auf dem Schiff. Gut einen halben Meter weniger Tiefgang hat der Frachter inzwischen, wie die tschechischen Bootsleute eifrig überprüfen.

Der unter den Zuschauern für Erheiterung sorgende Sprungtest, bei dem einer der Elbeschiffer auf dem Deck des tonnenschweren Schiffes auf- und abspringt, überzeugt dagegen noch nicht. Nach einem kleinen Zugmanöver der "Rio 2" ist es dann aber endlich geschafft: Die "Apollo" schwimmt wieder und dampft in Richtung tschechische Heimat. Die Kosten der Rettungsaktion trägt die tschechische Reederei. Wie hoch sie sind, war gestern nicht zun erfahren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2014

Uwe Hofmann

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