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Anwohner und Stadt streiten über den Ausbau der Lößnitzstraße in Coswig

Anwohner und Stadt streiten über den Ausbau der Lößnitzstraße in Coswig

Die Coswiger Lößnitzstraße soll ab Montag zwischen Lindenauer und Radebeuler Straße für fast 173 000 Euro ausgebaut werden. Der Abschnitt wird voll gesperrt.

Coswig. Von Stephan Klingbeil

Bis Jahresende soll die Straße saniert werden. Dann ersetzt Asphalt den jetzigen Rumpelbeton. Doch die Freude über die Ausbaupläne für die Trasse hält sich dort bei vielen Mietern in Grenzen. Und nicht nur das.

Nun machen 596 Anwohner mobil. In einer an den Stadtrat gerichteten "Petition des Aufsichtsrats der Wohnungsgenossenschaft Coswig (WGC)" sprechen sie sich gegen die Pläne für den rund 250 Meter langen Abschnitt aus. Das jetzige Protestschreiben mit Unterschriften ging am vorigen Freitag im Rathaus ein. Es sei ein bisher so nie dagewesener Vorgang, heißt es von dort. Auch bei der Einwohnerversammlung am Dienstagabend in der Börse wurde der zuletzt heftig diskutierte Ausbau, der mit einem Rückbau von Parkplätzen einhergeht, angesprochen. Gunter Biechteler, Aufsichtratsvorsitzender der WGC sagt, dass viele der Unterzeichner Angst vor einer "Durchgangsstraße von Weinböhla nach Radebeul" haben, die direkt vor ihrer Haustür entlang führt.

Auch Garagenbesitzer befürchteten, dass sie bei einer dort bis 2020 erwarteten Erhöhung des Verkehrs von jetzt 2000 auf rund 3500 Fahrzeuge Probleme bekämen, von den Garagen auf die Lößnitzstraße zu gelangen. Sie würden ebenso fordern, dass die Straße eine einfache Wohngebietsstraße bleibt.

"Wir sind ja nicht gegen den Ausbau an sich, sondern gegen die Ausgestaltung", betont Biechteler auf Anfrage der DNN. Um neue Mieter anzulocken, müsse der Bereich verkehrsberuhigt sein, genug Flächen zum Parken angeboten werden. Doch beides sehe er nicht ohne Weiteres gegeben. Gegen das für neue Parkplätze von der Stadt zum Kauf angebotene Areal der alten Kita sperre man sich "nicht grundsätzlich". "Aber wir sind keine Kuh, die man immer wieder melken kann", sagt Biechteler. Dieses Gefühl habe man zumindest bei der WGC, nachdem das Unternehmen viel in die Verbesserung der dortigen Wohnqualität investiert habe.

Im Rathaus verweist man zum einen darauf, dass der Wegfall der Parkplätze seit 2011 auch der WGC bekannt war. Andererseits versucht man, Bedenken der Mieter zu zerstreuen. "Einige wurden nicht richtig informiert", heißt es dort. Die Befürchtungen nehme man auf jeden Fall ernst. "Aber es ist klar, dass die Straße keine andere Funktion erhalten wird als es jetzt der Fall ist", sagt Rathaussprecherin Ulrike Tranberg und ergänzt: "Es wird weiterhin Tempo 30 dort geben." Es bleibe aber so oder so beim Baustart.

Gleichwohl ist es laut Finanzbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) "theoretisch möglich", den Ausbau mit solch einer Petition zu stoppen. Doch zunächst müsse sich der Stadtrat damit beschäftigen. Am kommenden Dienstag solle er klären, ob es sich hier überhaupt um eine Petition handele. Bei einem positiven Votum gehe das Papier in den Stadtentwicklungsausschuss, von dort theoretisch in den Stadtrat zurück.

"Selbstverständlich werden wir alle Hinweise und womöglich begründete Befürchtungen sehr ernst nehmen", heißt es dazu etwa aus der CDU in Coswig. Doch auch aus Sicht anderer Fraktionen gehe es nun vor allem darum, sich im Sinne der Mieter an einen Tisch zu setzen und den Streit zwischen WGC und Stadtverwaltung zu schlichten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2012

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