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Anwohner spenden Nymphe für Radebeuler Bilz-Platz

Stadtgestaltung Anwohner spenden Nymphe für Radebeuler Bilz-Platz

„Irrsinn“ und „Absurdität von Verwaltung“ – für die Auflage, über die Annahme jeder Spende im Stadtrat abstimmen zu lassen, findet OB Bert Wendsche (parteilos) klare Worte. Schließlich übersteige der Verwaltungsaufwand oft den Spendenwert. Deshalb nutzt die Stadt künftig eine vom Landtag beschlossene Gesetzesnovelle aus.

Auf dem komplett umgestalteten Eduard-Bilz-Platz soll eine moderne Nymphenfigur aufgestellt werden.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. „Irrsinn“ und „Absurdität von Verwaltung“ – für die Auflage, über die Annahme jeder Spende, egal ob Stiefmütterchen für die Rabatte oder Sporttrikot, im Stadtrat abstimmen zu lassen, findet Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) klare Worte. Schließlich übersteige der Verwaltungsaufwand oft den Spendenwert. Deshalb nutzt die Stadt künftig eine vom Landtag beschlossene Gesetzesnovelle aus, nach der Spenden nur in den beratenden Ausschüssen thematisiert werden können. Zwei der Spenden, die auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates behandelt wurden, hätten es sicher aber auch in Zukunft auf die Tagesordnung geschafft: So geben Anwohner des Eduard-Bilz-Platzes 15.000 Euro für eine Plastik des Künstlers Roland Fuhrmann aus, die nach der Umgestaltung des Platzes durch die Stadt aufgestellt werden soll. Der zweite Spendenbetrag fällt mit 100 Euro deutlich niedriger aus, stelle aber ebenfalls ein nachahmenswertes Beispiel dar, wie OB Wendsche betont. Das Geld stammt aus einer Spendensammlung von Anwohnern der Dippelsdorfer Straße, die sich damit bei der Stadtverwaltung für deren Einsatz bei der Schaffung einer neuen Bushaltestelle bedanken wollen. Von dieser Geste profitiert nun das Mohrenhaus, wo der Kinderschutzbund das Geld überreicht bekommt, wie Wendsche ankündigt.

Mehr als die Einrichtung einer Bushaltestelle erwarten die Anwohner des Eduard-Bilz-Platzes von der Stadt als Gegenleistung für ihren tiefen Griff ins Portemonnaie. An ihre Spendengabe ist die Bedingung geknüpft, dass die Stadt den Platz an der Kreuzung der Eduard-Bilz-Straße mit dem Augustusweg gänzlich umgestaltet. Auf etwa 30.000 Euro schätzt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) die Kosten für die Begradigung des Platzes, der dabei auch drei verschiedene Ebenen erhält. In der Mitte ist ein Trinkbrunnen geplant, über den sich auf einer Stele die moderne Nymphenfigur des Berliners Fuhrmann erhebt. Der vor Jahren zum Andenken an Bilz gesetzte Gedenkstein, der unter den Anwohnern offenbar keinen Favoritenstatus genießt, werde im Zuge der Arbeiten verschwinden, sagt Baubürgermeister Müller.

Die an seiner Stelle geplante Plastik ist eine aus lasergeschnittenen Edelstahltafeln zusammengesetzte Figur. Dabei werden die Tafeln so angeordnet, als rotierten sie um eine gemeinsame Längsachse, was vor allem für den Betrachter aus der Ferne einen dreidimensionalen Eindruck bewirkt. Die Idee für die Plastik fußt auf einer Werbetafel, mit der Bilz 1907 für das gerade eröffnete Licht-Luft-Bad im Lößnitzgrund warb, das heute seinen Namen trägt. Auf dieser Werbetafel im Jugendstil ist eine bekränzte Jungfrau das zentrale Element. Außerdem werden mit der Figur, deren einzelne Tafeln verschiedene Stufen einer fließenden Bewegung zeigen, Erinnerungen an die überlebensgroße kranzwerfende Terrakotta-Victoria geweckt, die auf dem Bilz-Platz zu Lebzeiten des Naturheilkundlers stand. Nach derzeitigen Planungen soll der Platz erst im nächsten Jahr umgestaltet werden, anschließend wird die Nymphenfigur aufgestellt.

Uwe Hofmann

eduard-bilz-platz, radebeul 51.107897 13.675905
eduard-bilz-platz, radebeul
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