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Anwalt der Eltern von Anneli-Marie sieht beide Entführer als Mörder

Prozess in Dresden Anwalt der Eltern von Anneli-Marie sieht beide Entführer als Mörder

Die Nebenklage im Prozess gegen die mutmaßlichen Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie in Dresden hält beide Angeklagten für Mörder. Auch bei Norbert K., dem erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen wird, müsse Mord durch Unterlassen in Betracht gezogen werden.

Die Nebenklage im Prozess gegen die mutmaßlichen Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie in Dresden hält beide Angeklagten für Mörder.

Quelle: dpa

Dresden. Die Nebenklage im Dresdner Prozess gegen die mutmaßlichen Entführer der 17-jährigen Anneli-Marie hält beide Angeklagten für Mörder. Auch bei Norbert K., dem erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen wird, müsse Mord durch Unterlassen in Betracht gezogen werden, erklärte der Anwalt der Eltern des Opfers am Montag vor dem Landgericht Dresden. Es sei klar, dass Norbert K. gewusst habe, dass Markus B. das Mädchen töten wollte. Als B. die Jugendliche dann erstickte und erdrosselte, habe er nichts dagegen getan. B. steht bereits unter Mordverdacht.

Der 40-jährige B. und der 62-jährige K. werden beide des erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge beschuldigt. Laut Anklage haben die verschuldeten Männer die Unternehmertochter am 13. August 2015 in Robschütz (Landkreis Meißen) entführt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert. An der Übergabe scheiterten sie jedoch. B. soll die Gymnasiastin am nächsten Tag kaltblütig getötet haben - aus Angst vor Entdeckung.

Bei entsprechendem Willen und Anstrengung hätte K. „den Tod von Anneli-Marie ohne Weiteres verhindern können“, erklärte Rechtsanwalt Kay Estel. Er sieht dessen Angaben, nichts gegen B. ausrichten zu können und nicht dabei gewesen zu sein, als Schutzbehauptung. „Er hat sich passiv verhalten und damit die Tötung einfach geschehen lassen“, er habe sich mit Anneli-Maries Tod zumindest abgefunden.

Ihre nackte Leiche wurde drei Tage später auf dem Anwesen gefunden, wo B. vor der Tat mit Familie gelebt hatte - unter Sand begraben hinter einer Mauer, mit einem Spanngurt und zwei Kabelbindern um den Hals, wie ein Beamter des Landeskriminalamtes sagte. Reste ihrer wohl verbrannten Kleidung fanden sich danach am Grillplatz. B. und K. folgten der Präsentation von Fotos und Skizzen emotionslos, die Eltern des Opfers gingen aus dem Saal.

Zu Beginn des Prozesstages berichtete die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand, dass in der Gefängniszelle von B. ein verbotenes Handy entdeckt wurde. Dessen Stiefbruder habe die Anstalt zuvor informiert, dass er SMS-Nachrichten von ihm bekomme. „Die Daten wurden ausgelesen, wir warten auf Ergebnisse.“ Der geplante Bericht der Rechtsmedizinerin wurde wegen Erkrankung auf den nächsten Termin am 29. Juli verschoben.

dpa

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