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Antennengemeinschaft Wahnsdorf steht in Radebeul vor dem Aus

Weil sich kein Vorstand findet Antennengemeinschaft Wahnsdorf steht in Radebeul vor dem Aus

„Es ist ein Trauerspiel“, sagt der Wahnsdorfer Ortschaftsrat Heinz Mattusch (CDU) kopfschüttelnd. Es hört sich nach ernsten Worten an, wie sie in einer dramatischen Situation fallen – und diese Beschreibung trifft wohl zu für die Antennengemeinschaft Wahnsdorf.

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Die Wahnsdorfer werden wohl bald auf eine herkömmliche Sat-Schüssel zurückgreifen müssen.

Quelle: dpa

Radebeul. „Es ist ein Trauerspiel“, sagt der Wahnsdorfer Ortschaftsrat Heinz Mattusch (CDU) kopfschüttelnd. Es hört sich nach ernsten Worten an, wie sie in einer dramatischen Situation fallen – und diese Beschreibung trifft wohl zu für die Antennengemeinschaft Wahnsdorf. Die Solidargemeinschaft, die sich noch zu DDR-Zeiten zusammenfand, um einen gemeinsamen Fernsehempfang zu erreichen, steht vor dem Aus. 2017 ist Mitgliederversammlung. „Dann wird der alte Vorstand aufhören und es sieht wohl auch nicht so aus, dass sich ein neuer findet“, sagt Mitglied Gerd Lamprecht, der früher einmal für die Gemeinschaft Verantwortung getragen hat. Wie es dann weitergehe, sei völlig offen.

270 Haushalte waren in Wahnsdorf mal an die Antennengemeinschaft angeschlossen, die inzwischen als ein Teil der der Gemeinschaftsantennenanlage Lößnitzgrund (GAL) mit insgesamt etwa 860 Mitgliedern, rund 190 Haushalte im Radebeuler Ortsteil mit Fernsehprogrammen und schnellem Internet versorgt. Im nächsten Jahr könnte man eigentlich das 30-jährige Bestehen als Erfolgsgeschichte feiern, wenn da nicht die vielen Probleme wären, wie Lamprecht sagt.

Die größte Schwierigkeit: Von einem Verein, in dem alle irgendetwas einbringen, sei man zu einer Art Dienstleister geworden. Zumindest wenn man die fragt, die über ihre Beitragszahlung hinaus nichts zur Gemeinschaft beitragen, bei Störungen aber schnell ausfällig werden. Diejenigen, die zu Reparaturen ausrücken, seien nicht zu beneiden, müssten sich immer wieder die unflätigsten Dinge anhören, sagt Lamprecht. Dabei seien das gerade die, die sich noch engagieren, die Freizeit in den Erhalt des Gesamtsystems investieren. „Da ist in den letzten fünf, sechs Jahren etwas den Bach hinunter gegangen“, sagt er.

Störungen haben dagegen immer öfter einen besonders dummen, weil mit einfachen Mitteln zu vermeidenden Grund, wie Lamprecht weiter ausführt. Zwar gebe es genaue Pläne, wo welche Kabelstränge verlaufen, durch Grundstücksverkäufe und Umbauten werden aber immer wieder die in der Erde ruhenden Leitungen gekappt, so dass in Wahnsdorf ein paar Bildschirme schwarz bleiben. Die Grundstückseigentümer zucken in einem solchen Fall überrascht mit den Schultern, den Ärger haben andere.

Außerdem häufen sich laut Lamprecht die Fälle, in denen neue Grundstückseigentümer in ihrem Haus verbaute Anlagen entfernen wollen. Um Geld für teure Installationen auf öffentlichen Grundstücken, etwa Straßen, zu vermeiden, wurden Leitungen in den 1980er Jahren quer über die Grundstücke der Mitglieder verlegt, kam Verstärkertechnik in die Keller günstig gelegener Wohnhäuser. Das rächt sich nun, weil mehr und mehr die Solidarität fehlt, die einen Eigentümer eine Einrichtung in seinem Besitz dulden lässt, von der vor allem andere etwas haben.

Viel Ärger also, zu dem seit vergangenem Jahr ein weiterer hinzu kommt. 2015 hat sich die Antennengemeinschaft mit dem Radebeuler Unternehmen Wirsnet verkracht, das das schnelle Internetsignal im Netzwerk anbietet. Inzwischen unterhalte man sich nur noch über Anwälte, sagt Lamprecht. Für die wenigen, die noch ihre Zeit für die undankbare Vorstandsarbeit opfern wollen, eine unhaltbare Situation.

Die Statuten der Gemeinschaft regeln ziemlich eindeutig, dass für den Fall, dass sich kein Vorstand mit wenigstens zwei Mitgliedern findet, die Gemeinschaft aufgelöst wird. Ob dann alle angeschlossenen Mattscheiben schwarz bleiben müssen, ist dadurch nicht entschieden. „Vielleicht findet sich ein kommerzieller Anbieter, dem man die Anlagen übergeben kann“, denkt Lamprecht laut nach. Wenn nicht, müsste jedes jetzige Mitglied der Gemeinschaft sich selbst um Fernsehempfang über eine Satellitenschüssel und um schnelles Internet kümmern. Teurer wird es für alle Beteiligten in jedem Fall.

Von Uwe Hofmann

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