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Annegret Schowalter: "Geselligkeit spielteine große Rolle"

Annegret Schowalter: "Geselligkeit spielteine große Rolle"

Einmal im Monat kommt in Sebnitz die Selbsthilfegruppe "Auf Achse - Aktiv nach Krebs" zusammen. Initiatorin und Leiterin ist Annegret Schowalter. Im DNN-Interview berichtet die 57-Jährige, wie Hilfe in Ihrer Gruppe konkret aussieht.

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Annegret Schowalter

Quelle: Silvio Kuhnert

DNN: Frau Schowalter, das Mamma-Mobil war in Sebnitz. Sicher werden nach der Mammographie wieder Frauen mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Fühlen sich die Frauen danach allein gelassen?

Annegret Schowalter: Es liegt in der Natur der Sache. Nach einer derartigen Diagnose hat man das Gefühl, dass einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Alles wankt, es gibt keinen festen Halt mehr! Dem stehen auch Familie und Partner erst einmal völlig hilflos gegenüber. Es ist mitunter schwer, dort Hilfe und Halt zu holen. Da kann ein guter Kontakt und Verhältnis zu einem Arzt oder einem anderen Menschen, der die Krankheit schon einmal durchlebt hat, helfen. So ging es jedenfalls mir damals. Ich habe mir eine Selbsthilfegruppe in der Umgebung gesucht, um mit anderen Krebserkrankten ein paar Worte zu wechseln. Das hat mir persönlich gut geholfen.

War dies für Sie auch ein Grund, eine Selbsthilfegruppe in Sebnitz auf die Beine zu stellen?

Mit Sicherheit! Ich habe es für mich als so gewinnbringend erlebt, dass in mir der Entschluss reifte, dass es eine Selbsthilfegruppe auch in meiner Heimatstadt geben sollte.

Und wie sieht die Hilfe aus, die Sie bieten können?

Vor Kurzem erst machten wir in unserer Gruppe eine kleine Bestandsaufnahme. Von vielen kam immer die Bestätigung, dass es sehr gut und enorm wichtig ist, einen Raum zu haben, wo man geschützt über alles reden kann. Auch fünf Jahre nach einer Erkrankung gibt es noch Gesprächsbedarf, den die Familie mitunter nicht leisten kann. Wir treffen uns einmal monatlich in den Räumen der evangelischen Kirchgemeinde Sebnitz und wenn beispielsweise jemand aus der Gruppe wissen möchte, welche Rechte er oder sie als Patient hat, was er oder sie von einem Arzt fordern kann, dann helfen wir. Wir organisieren Gesprächsrunden und Fachvorträge, laden Ärzte, Apotheker oder Therapeuten ein, um Fachwissen zu vermitteln. Hilfe geben wir auch dadurch, dass wir einfach gemeinsam lachen, dass wir Spaß haben. Geselligkeit spielt eine große Rolle. So veranstalten wir ein Sommerfest, auch eine Weihnachtsfeier muss es geben. Wir gehen wandern und stoßen mit einem Glas Sekt gemeinsam an, wenn jemand Geburtstag hatte oder ein Enkelkind das Licht der Welt erblickte. Außerdem steht jedes Jahr ein Ausflug auf dem Programm

Gewinnen sie durch die gemeinsamen Aktivitäten neue Kraft?

Ich denke schon! So ist es mir bislang von den Frauen bestätigt worden. Wichtig ist, dass jeder in der Gruppe beachtet wird, dass auch Stille und Schüchterne zu Wort kommen und ihre Anliegen vortragen können. Darauf legen wir wert.

Steht die Gruppe für jeden Menschen mit einer Krebserkrankung offen?

Ja! Wir haben ganz bewusst einen Namen für unsere Gruppe gewählt, der jeden ansprechen soll: "Auf Achse - Aktiv nach Krebs. Selbsthilfegruppe Sebnitz". Auch wenn derzeit zufällig alle Mitstreiter Frauen sind, so stehen wir natürlich für jeden offen. Männer und Angehörige sind immer willkommen.

Kontakt: annegret.schowalter@gmail.com

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Silvio Kuhnert

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