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Angela Seidel ist die neue Behindertenbeauftragte in Radebeul

Erste Sprechstunde am Mittwoch Angela Seidel ist die neue Behindertenbeauftragte in Radebeul

Angela Seidel war 29 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder, im Pflegebereich tätig. Ein gutes Leben, bis zu diesem einen Tag im Jahr 1997. Hirnblutung, Schlaganfall, Rollstuhl, nichts ging mehr. Aber die heute 48-Jährige hat sich zurückgekämpft ins Leben. Und hilft seitdem anderen. Seit dem 1. Oktober ist sie die neue Behindertenbeauftragte in Radebeul.

„Ich bin einen schweren Weg gegangen“, sagt Angela Seidel. Ihre Willenskraft hat sie dabei nicht verloren.

Quelle: Dietrich Flechtner

Radebeul. Angela Seidel war 29 Jahre alt, verheiratet, Mutter zweier Kinder, im Pflegebereich tätig. Ein gutes Leben, bis zu diesem einen Tag im Jahr 1997. Hirnblutung, Schlaganfall, Rollstuhl, nichts ging mehr. Aber die heute 48-Jährige hat sich zurückgekämpft ins Leben. Und hilft seitdem anderen. Seit dem 1. Oktober ist sie die neue Behindertenbeauftragte in Radebeul.

„Das Thema Behinderung betrifft mich selbst, ich sehe die Dinge als Betroffene anders. Ich weiß, wie es ist, hilflos im Bett zu liegen und abhängig zu sein“, sagt Angela Seidel. Für sie keine Option. „Welche Mutter bleibt einfach liegen? Ich wollte für meine Kinder und meinen Mann kein Pflegefall sein – mit 29 Jahren“, beschreibt sie. Also stand sie auf. Trotz Halbseitenlähmung kümmerte sie sich um die Familie, den Haushalt, das Grundstück. Hilfe wollte sie nicht, diese anzunehmen, bedeute auch, dass andere über einen bestimmen. Stattdessen wollte sie andere unterstützen. In der Pflege konnte sie nicht mehr arbeiten, also machte sie eine Ausbildung zum Hospizhelfer, arbeitet seitdem ehrenamtlich als Sterbebegleiterin.

„An diesem Punkt ging es mir wieder gut“, sagt sie. Bis 2009 zum zweiten Mal das Schicksal zuschlug: Mit 50 Km/H bretterte ein Auto ungebremst gegen Angela Seidel. Wieder das Gefühl, abhängig zu sein. Wieder siegte der Kampfgeist. „Ich bin einen schweren Weg gegangen. Ein Hoch auf meinen Trotz. Er ist für viele unangenehm. Aber er hat mich sehr weit gebracht.“ Auch ihr Glaube habe ihr in der schweren Zeit geholfen, 2009 hat sie sich taufen lassen – „Der Pastor hat mich aus der Rehaklinik abgeholt.“ – und ist in die freie evangelische Gemeinde Radebeul eingetreten.

Hier engagiert sie sich, macht drei Mal die Woche Physiotherapie, hilft im Hospizdienst, ist im Vorstand des Lebendiger Leben e.V., ein Verein für chronisch kranke Frauen, und nun auch ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Lößnitzstadt. Langweilig wird es bei der 48-Jährigen also nicht. Nachbarn hatten sie auf die Ausschreibung aufmerksam gemacht und sofort an sie gedacht. „Mein Herz hat angefangen zu pochen, als ich davon gehört habe. Ich wusste, dass ist es“, erinnert sich Angela Seidel. So könne sie etwas bewegen, etwas tun.

„Von der Verwaltung habe ich natürlich keine Ahnung. Aber ich bin bereit, mich da reinzuarbeiten.“ Mittler zwischen Bevölkerung und Amt möchte sie sein, zuhören, sich bei Einrichtungen vorstellen und erst einmal sehen, welche Bedürfnisse da sind. Und Mut machen mit ihrer eigenen Geschichte: „Behindert wird man nur durch die anderen, die dir sagen: Du kannst das nicht. Ich mache die Dinge anders, aber ich kriege es hin. Es ist das selbe Ziel, aber ein anderer Weg.“

Angela Seidel steht Betroffenen ab Mittwoch jeden ersten Mittwoch im Monat als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Sprechtag Behindertenbeauftragte: jeden ersten Mittwoch im Monat, 13 bis 15 Uhr, Amt für Bildung, Jugend und Soziales, Hauptstraße 4, Zimmer 0.09

Von Christin Grödel

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