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Angeklagter will kein Mörder sein - Gutachter berichtet

Stückelmordprozess Angeklagter will kein Mörder sein - Gutachter berichtet

Der Angeklagte im Prozess um das gewaltsame Ende eines Geschäftsmannes aus Hannover im Osterzgebirge will nicht für einen Mörder gehalten werden. „Es war für ihn ein ganz zentraler Punkt in den Gesprächen, zu überzeugen, dass er kein Mörder ist und nicht gemordet hat“, berichtete der forensische Psychiater Andreas Marneros.

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Quelle: dpa

Dresden. Der Angeklagte im Prozess um das gewaltsame Ende eines Hannoveraner Geschäftsmannes hat auch einem Gutachter gegenüber seine Unschuld am Tod des 59-Jährigen betont. Detlev G. will nicht für einen Mörder gehalten werden, wie der forensische Psychiater Andreas Marneros am Montag im neuerlichen Prozess gegen den suspendierten Polizisten aussagte. „Es war für ihn ein ganz zentraler Punkt in den Gesprächen, zu überzeugen, dass er kein Mörder ist und nicht gemordet hat.“

Der freigestellte Beamte des Landeskriminalamtes erzählte Marneros im Zuge des ersten Verfahrens, dass sich der Geschäftsmann Wojciech S. selbst erhängte und er danach dessen Wunsch erfüllt habe, geschlachtet zu werden.

Es ist das zweite Verfahren gegen G. (58), den eine andere Strafkammer des Gerichts im April 2015 wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu acht Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt hatte. Dabei sahen die Richter in dem unbedingtem Todeswunsch von S. einen außergewöhnlichen Umstand und nahmen von der bei Mord üblichen lebenslangen Haftstrafe Abstand. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Urteil auf und verwies den Fall zurück.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat der Kriminalist seinen Gast Anfang November 2013 im Keller seiner Pension erhängt, dessen Leiche zersägt und in Einzelteilen vergraben - aus sexuellen Motiven. Die Überreste des Niedersachsen wurden nach vier Wochen geborgen. Bei der Festnahme hatte Detlev G. die Tötung zunächst zugegeben, das Geständnis aber später widerrufen. Auch Maneros hat G. geschildert, wie er an der Umsetzung des verabredeten Prozedere - töten, schlachten, verspeisen - zweifelte. Nach langem Hin und Her habe S. dann zugestimmt, sich selbst zu töten.

G. hat ihm laut Marneros versprochen, dessen Leiche zu zerstückeln und „Fleisch“ zu essen. Letzteres will er nicht getan und darum ein schlechtes Gewissen gehabt haben. „Ich bin kein Kannibale“, zitierte der Gutachter den Angeklagten.

Sexuelle Handlungen, die auf einem rekonstruierten Video der Zerstückelung zu sehen sind, erklärte der Angeklagte mit einem Beweis für den „von oben“ zuschauenden S., „dass er auch Spaß hat“, sagte der Gutachter. Danach lebte der Kriminalbeamte normal weiter. „Er hat das Geschehen vollständig verdrängt.“

Der Prozess soll am Dienstag mit der Befragung eines Richters aus dem ersten Verfahren sowie Ermittlern als Zeugen fortgesetzt werden.

dpa

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