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Am 30. Mai beginnen Felssicherungsabreiten unterhalb der Basteiaussicht

Sachsens Balkon soll standfest bleiben Am 30. Mai beginnen Felssicherungsabreiten unterhalb der Basteiaussicht

Rund 15 Meter unter der Aussichtsplattform weist der Basteifelsen Auflösungserscheinungen auf. In einer Schichtfuge verwittert das Gestein stark. Eine Gefahr für die Standfestigkeit der Bastei besteht derzeit nicht. Damit dies in Zukunft auch so bleibt, soll nun Spezialmörtel helfen.

Geotechnik-Ingenieur Lutz Fischer zeigt auf die Schichtfuge mit der Verwitterungsstelle unterhalb der Aussichtsplattform.
 

Quelle: Silvio Kuhnert

Lohmen. Der Fels unterhalb der Basteiaussicht bröckelt. Rund 15 Meter unter dem „Balkon von Sachsen“, wie Lohmensbürgermeister Jörg Mildner (CDU) das berühmte Ausflugsziel nennt, hat der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) eine Verwitterungsstelle entdeckt. „Es besteht keine Gefahr für die Standsicherheit des Basteifelsens“, gibt Helmut Dannehl, SIB-Bereichsleiter Finanzvermögen und Portfoliosteuerung in der Niederlassung Bautzen, Entwarnung. Ein Felssturz und somit ein Weg- bzw. Abbrechen der Aussichtsplattform droht nicht. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, nimmt der Freistaat rund 60000 Euro für eine Felssicherung in die Hand. Am 30. Mai sollen die Arbeiten starten.

In der Sächsischen Schweiz kommt es immer wieder zu Felsstürzen. Für Aufsehen sorgte in der jüngsten Vergangenheit unter anderem ein bis zu 50 Tonnen schwerer Felsbrocken, der bei Bad Schandau Anfang September 2014 auf die Kirnitzschtalstraße gerollt war. Auch unweit der Bastei kam zu Pfingsten 2012 ein Felshang ins Rutschen. Die Schwedenlöcher waren blockiert. Dieses Ereignis ließ die SIB hellhörig werden. „Die Bastei ist ein Besuchermagnet. Wir wollten schauen, ob hier Gefahren bestehen“, berichtet Dannehl. Im Schnitt besuchen rund drei Millionen Menschen im Jahr den Nationalpark. Davon kommt reichlich die Hälfte auf die Bastei.

Im vergangenen Jahr nahm man die Felsen im Rahmen eines Messmonitorings genauer unter die Lupe. Dazu seilte sich der Geotechnik-Ingenieur Lutz Fischer vom Ingenieurbüro Michael Bartsch mit Kollegen von der Plattform ab. Alles am Fels war soweit in Ordnung - bis auf eine große Verwitterungslage rund 15 Meter unter dem Aussichtspunkt. „Der Sandstein löst sich auf und beginnt zu bröseln“, schildert er das vorgefundene Problem. Der Sandstein wird an der Stelle zu einem Sandhaufen. Besonders betroffen ist der Bereich, wo der Wind angreifen kann.

Zur weiteren Untersuchung wurden sieben Messpunkte an den Basteifelsen angebracht, um die Bewegung des Gesteins über ein lang Jahr zu analysieren. Im Ergebnis konnten keine signifikanten Lageabweichungen festgestellt werden. Allerdings schreitet die Verwitterung im Bereich der Schichtfuge stark voran. In der Zeit zwischen März 2015 bis September 2015 verlor der Sandstein an dieser Stelle 1,2 Zentimeter an Substanz.

Damit durch diese Abwitterung der Fels darüber nicht irgendwann seinen Halt verliert, lässt der Freistaat vorsorglich Sicherungsarbeiten vornehmen. Spezialkräfte kitten quasi die Wunde, in dem sie die Verwitterungsstelle mit Luftdruck vom losen Sand reinigen und Spritzmörtel aufbringen. Mit fünf bis sechs Kubikmeter Baustoff wird der Bereich verputzt. „Der Mörtel wurde beispielsweise für die Elefantenfelsen im Leipziger Zoo verwendet“, informiert Dannehl.

Eine Herausforderung stellt die Lage der Baustelle dar. Wöllte man von unten an die Schichtfuge gelangen. „müsste man über 50 Meter ein Gerüst hochziehen“, berichtet Nationalparksprecher Hanspeter Mayr. Dies hätte nicht nur gravierende Einschränkungen für Besucher zur Folge. Gegen ein Gerüstbauwerk von dieser Dimension gibt es auch naturschutzrechtliche Bedenken. Bleibt also nur der Weg von oben mittels alpiner Seiltechnik. D.h., Mitarbeiter einer Spezialfirma seilen sich von der Aussichtsplattform ab. Dadurch ist diese während der Bauzeit, die rund sechs Wochen in Anspruch nehmen wird, teilweise gesperrt.

Werktags können Besucher der Bastei ab 30. Mai nur den Blick Richtung Stadt Wehlen genießen. An den Wochenenden ist jedoch die komplette Plattform begehbar. Während des Deutschen Wandertages vom 22. bis 27. Juni pausieren die Bauarbeiten, damit die Basteiaussicht ohne Einschränkungen zugänglich ist.

Von Silvio Kuhnert

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