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Alzheimergesellschaft Radebeul startet neuen Ausbildungsgang für Pflegepaten

Beistand für Pflegende Alzheimergesellschaft Radebeul startet neuen Ausbildungsgang für Pflegepaten

„Die Überforderung ist immer präsent“, sagt Carmen König. Seit 2010 unterstützt sie als Pflegepatin die Angehörigen pflegebedürftiger Menschen in Radebeul. Nicht, indem sie aktiv in die Pflege eingreift, sondern indem sie als Gesprächspartnerin bereit steht, bei Problemen Rat gibt und vor allem als seelische Stütze dient, wenn die Belastung zu groß wird.

Eva Helms von der Alzheimergesellschaft (l.) und die Pflegepatin Carmen König im Gespräch. Beide wünschen sich die Unterstützung durch neue Pflegepaten.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. „Die Überforderung ist immer präsent“, sagt Carmen König. Seit 2010 unterstützt sie als Pflegepatin die Angehörigen pflegebedürftiger Menschen in Radebeul. Nicht, indem sie aktiv in die Pflege eingreift, sondern indem sie als Gesprächspartnerin bereit steht, bei Problemen Rat gibt und vor allem als seelische Stütze dient, wenn die Belastung zu groß wird. Es sei unterstützenswert, dass viele Angehörige sich für eine Pflege in den eigenen vier Wänden entscheiden, meint Eva Helms von der „Alzheimer Gesellschaft Radebeul-Meißner Land“. Was das für den einzelnen bedeutet, machten sich dabei die wenigsten klar. „Die Pflege dauert wegen des medizinischen Fortschritts heute länger an“, sagt Helms. Statt mit zehn Jahren müsse man vielleicht eher mit 18 Jahren rechnen, die man sich um einen erkrankten Angehörigen kümmern muss. Viele lasse das zermürbt zurück. 30 Prozent der Pflegenden, zitiert Helms aus einer Studie, bekommen am Ende der Pflege eine „handfeste Depression“ diagnostiziert.

Deshalb hat Helms die Freiwillige König gemeinsam mit 13 anderen Frauen vor sechs Jahren zu Pflegepaten ausgebildet. Inzwischen hat sich durch gewöhnliche Abgänge, Wegzüge etwa, der Pool an Ehrenamtlichen etwas verringert, weshalb Ende September ein neuer Ausbildungsdurchgang gestartet wird. Dabei wird unter anderem über typische Krankheitsbilder wie Demenz, Parkinson oder Schlaganfälle informiert, die häufige Ursache für die Pflegebedürftigkeit eines Menschen sind. Außerdem steht ein Kommunikationstraining auf dem Lehrplan, bei dem es insbesondere um Techniken geht, wie man die pflegenden Angehörigen dazu bringt, sich zu öffnen. Außerdem geht es in der Grundausbildung um die Frage, welche Leistungen sich bei Pflegekassen beantragen lassen. Dazu kommen weitere Seminare zu Themen, die von den Teilnehmern kommen. Im letzten Durchgang wurde etwa an einem Termin über Tod und Trauer gesprochen – ein Thema, das unausgesprochen bei jeder Pflegesituation präsent ist.

„Man trennt sich ja nicht so einfach als Pflegepatin von der Familie, sobald der zu Pflegende gestorben ist“, sagt König dazu. Sie halte zu einigen Hinterbliebenen noch heute Kontakt, andere habe sie ein paar Wochen nach der Beerdigung angerufen, um zu erfahren, wie es ihnen geht. „Wenn sie dann keine weitere Beratung wünschen, beendet man eben die Betreuung“, sagt König.

Die Ehrenamtliche kann nicht genau sagen, wieviel Zeit sie für ihr Engagement aufwendet. Das sei in jeder Patenbeziehung anders. Zumeist sei der Aufwand am Anfang am größten, wenn sich aus dem Pflegealltag heraus ständig neue Fragen ergeben und die Abläufe noch nicht automatisch klappen. Bei vielen genüge es anschließen, sie in regelmäßigen Abständen telefonisch zu melden oder zu Treffen. Denn auch darum geht es: Die Angehörigen mal aus dem Alltag herauszuholen, wenn sie eine Atempause benötigen.

Der erste Kurs ist am 27. September, 17-20 Uhr geplant. Die Anmeldung ist unter Tel. 0351/ 839 73 80 oder E-Mail an demenz@familieninitiative.de möglich.

Von Uwe Hofmann

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