Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
„Alles wird ausgespuckt“: Zu Besuch bei der Jungweinprobe in Dresden

„Alles wird ausgespuckt“: Zu Besuch bei der Jungweinprobe in Dresden

Der Wein schmeckt nicht nur, er bringt auch die Leute zusammen. Bei der Gemeinsamen Jungweinprobe Sachsen und Saale-Unstrut stand am Freitag speziell der sächsische Wein im Fokus.

Voriger Artikel
Polizei spürt gestohlenen BMW auf der Autobahn bei Dresden auf
Nächster Artikel
Coswiger Getriebehersteller will Umsatz verdoppeln

Jungweinprobe in Dresden: Bei der Gemeinsamen Jungweinprobe Sachsen und Saale-Unstrut standen am Freitag 191 Weine und Sekte aus dem Jahrgang 2012 im Fokus.

Quelle: Dominik Brüggemann

Kurz und knapp begrüßte Bernd Kastler, Vorstandsvorsitzender des Weinbauverbands Sachsen, die Gäste aus Wirtschaft und Politik. „Die Qualität ist hervorragend, die Menge befriedigend“, so Kastler über den 2012er Jahrgang, der umgehend von mehreren Hundert Gästen probiert wurde.

Insgesamt 191 Weine und Sekte, davon 154 Weißweine, reihten sich Flasche an Flasche auf den Tischen der ehemaligen Schlachterhalle. Eine üppige Auswahl, bei der auch geübte Gaumen an ihre sensorischen Grenzen stoßen. „Alles wird ausgespuckt. Anders geht es nicht“, erklärt ein Fachmann das Prozedere, der es wissen muss: Karl-Josef Krötz betreibt den Bremer Ratskeller. Dort lagert er nach eigenen Angaben das weltweit größte Angebot an deutschen Weinen. Im Jahr 2001 erhielt er vom Restaurantführer Gault Millau die Auszeichnung „Beste Deutsche Weinkarte.“

Nach Dresden führt Krötz ein ganz spezieller Wein, deren Reben erstmals vor 100 Jahren in Sachsen gepflanzt wurden. „Den Goldriesling gibt es nur hier. Für mein Lager suche ich deshalb hier den passenden Tropfen“, berichtet Krötz, der selbst auf einem Weingut an der Mosel groß wurde und mittlerweile deutsche Weine in alle Welt verschickt. „Bei diesen Weinproben kann ich mich schon früh im Jahr besondere Weine aufspüren. Später im Jahr sind sie mitunter schon vergriffen“, ordnet Krötz die Rolle der Jungweinprobe ein. Beim Testen beginnt er bei den leichten Weißweinen: „Sie sind von den Leichtgewichten zu den Klitschkos sortiert.“

Sensorisch stoßen weniger geübte Tester schnell an ihre Grenzen. „Ich suche mir 30 bis 40 Weine aus. Danach wird es für meine Geschmacksnerven schwierig“, beschreibt Theresa Siegmund ihren Weintest. Die 21-jährige Dresdnerin studiert an der privaten Weinakademie Österreich Rust. Später möchte sie im Weinhandel oder bei einem Weingut arbeiten. An den sächsischen Weinen mag sie die Authentizität, die aufgrund der kleinen Lagen in jedem Wein zu schmecken sei. Entsprechend gerechtfertigt sei es auch, für die viele Handarbeit, die in dem Produkt stecke, den entsprechenden Preis zu verlangen. „Noch fehlt vielen deutschen Weinen das Prestige, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, so Siegmund, die ebenfalls keinen Schluck trinkt, sondern die Aromen einatmet, den Wein auf der Zunge spült und ihn dann wie einen Schwall Wasser in einen Behälter spuckt.

Dem besonderen Prestige folgen auch die 2500 sächsischen Winzer. Unter dem Leitspruch „Eine Rarität. Weine aus Sachsen“ setzen sie auf die Qualität ihrer Weine. Zusammen mit ihren Kollegen aus dem Gebiet Saale-Unstrut können sie auf einen Jahrgang blicken, der bereits sein Klassenziel erreicht habe. Ein guter Jahrgang, der überzeugen werde, ist sich Kastler sicher.

Einer der Winzer ist Matthias Hey. Sein Weingut mit 3,5 Hektar Anbaufläche liegt nahe Naumburg an der Saale, das seine Eltern 2001 erwarben. In Dresden präsentiert Hey vier Weine. „Hier kann ich mir einen guten Überblick über die Konkurrenz verschaffen und mit Kollegen in Gespräch kommen“, ordnet er die Weinprobe ein. Auf den Genuss verzichtet Hey ebenfalls. Mit Katalog und Stift geht er von Wein zu Wein. Höchstens nach der Probe komme man im Gespräch bei einem Glas Wein zusammen. Dann werde der Wein auch getrunken.

Einen ausführlichen Artikel über den Beitritt Dresdens zum Weinbauverband Sachsens und weitere Ergebnisse der Jungweinprobe lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20. April 2013 oder bei [link:700-NR_DNN_60763-1].

Dominik Brüggemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr