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Algen statt Blumen im "Fuchsbau": Grundwasser hat erneut Kleingartensiedlung überschwemmt

Algen statt Blumen im "Fuchsbau": Grundwasser hat erneut Kleingartensiedlung überschwemmt

Eine ekelige Schicht aus Algen bedeckt Wege und Gärten in der Kleingartenanlage "Fuchsbau". Wo eigentlich Gemüse und Blumen wachsen sollten, steht seit Monaten das Wasser.

Pirna.

"Es geht langsam zurück", berichtet Steffen Kühnel - aber eben nur langsam. "Einen halben Zentimeter am Tag", sagt Kühnel. Doch sobald es regnet, steige die Brühe wieder an.

Die Kleingartenanlage an der Äußeren Pillnitzer Straße in Copitz ist wieder abgesoffen. Vor einigen Monaten stieg der Grundwasserspiegel erneut an und verwandelte wie bereits 2010 die Gartensparte in eine Teichlandschaft. Die Brühe steht, Algen und Mücken fühlen sich wohl. Aber nicht nur die: "Tag und Nacht ertönt ein lautstarkes Froschkonzert. Ratten und Schlangen machen sich breit", sagt Kühnel.

36 Parzellen zählt die Schrebergartenkolonie. "Acht Gärten wurden bereits aufgegeben", führt Kühnel aus. Nur sieben Pächter können halbwegs ihre Parzellen bewirtschaften, da sie etwas höher liegen. Kühnel ist einer von ihnen. Die Blumen gedeihen. Der Rasen ist gemäht. Die Hecke frisch geschnitten. Allerdings hat Kühnel erst seit einer Woche wieder Strom, vorher musste er sich wochenlang mit einem Notstromaggregat behelfen. Der Keller unter seiner Laube steht immer noch unter Wasser, jetzt sind es reichlich 60 Zentimeter, rund 25 weniger als während des Höchststands

Enttäuscht sind die Laubenpieper von der Stadt Pirna. Als 2010 ihre Gärten unter Wasser standen, stellte sie zwei Hochleistungspumpen auf. "Von der Stadt bekommen wir dieses Mal keine Unterstützung", bedauert Kühnel. Zehn Euro zahlen die Gärtner derzeit in eine Gemeinschaftskasse, um zu versuchen, mit privaten Pumpen den Wasserspiegel etwas zu senken. Allerdings ist ihre Technik nicht besonders groß und die von Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk können sie sich nicht leisten. "Ein großer Pumpeinsatz kostet 5000 bis 6000 Euro", so Kühnel, der sich von der Stadt mehr Hilfe erhofft hätte. Als "ärgerlich" und "schade" bewertet er die Zurückhaltung aus dem Rathaus.

Stadtsprecher Thomas Gockel bekräftigt noch einmal, dass ein Abpumpen nicht vorgesehen sei. 2010 wollte man die Not lindern und vor allem verhindern, dass die Lauben durch Frost zerstört werden. 62 000 Euro kostete der Einsatz von zwei Hochleistungspumpen damals. Für einen Dauerbetrieb stehen im städtischen Etat keine Finanzmittel zur Verfügung. Im Rathaus werden derweil Gespräche mit den Kleingärtnern und dem Territorialverband vorbereitet. Thema sollen Wege und Möglichkeiten einer Umsiedlung sein. Der Umzug in einen anderen Kleingarten geschehe aber auf freiwilliger Basis, so Gockel.

Hobbygärtner Kühnel möchte nicht weg. Viel Arbeit und Geld hat er in seine Parzelle gesteckt. "Ich versuche, solange es geht hier zu bleiben", kündigt er an. Er sei nicht allein. Warum der Grundwasserspiegel so hoch ist, dafür hat Kühnel zwei Ursachen ausgemacht. Zum einen den Bau der S 177 und zum anderen die Stilllegung des Wasserwerks Tännicht.

Ob der Grundwasserstand mit der Abschaltung der Tiefbrunnen im Zusammenhang steht, wollte auch Graupas Ortsvorsteher Gernot Heerde (CDU) von der Verwaltung wissen. Diese allerdings verneint und verweist auf ein geologisches Gutachten. Danach verhindere eine unterirdische Gesteinsschicht, dass das Wasser einfach in Richtung Elbe abfließen kann. Eine Mergelschicht aus kalkhaltigem Sandstein liegt unter Copitz-West. Dort hat sich wie 2010 das Grundwasser wie in einem Trog gesammelt. Es sucht sich unterirdisch seinen Weg unter dem Flugplatz entlang in Richtung Birkwitzer See und von da aus weiter in die Elbe. Das aber dauert.

Aber was wird auf dem 2004 stillgelegten Gelände des Wasserwerks Tännicht heute noch gemacht? Dort befindet sich das Trinkwasser-Pumpwerk. "Mit dem Betrieb dieser Anlage stellen die Stadtwerke Pirna (SWP) die Versorgung der rechtselbischen Ortsteile wie Copitz und Graupa mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Gottleuba sicher", informiert dazu die Stadtverwaltung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2013

Silvio Kuhnert

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