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Albrechtsburg holt lebendigen Fürstenzug nach Meißen

Kostümschau Albrechtsburg holt lebendigen Fürstenzug nach Meißen

Im Herbst wird der Dresdner Fürstenzug in der Albrechtsburg Meißen lebendig. Zumindest wird eine Auswahl nach dem Vorbild des Dresdner Porzellanwandfries gestalteter Gewänder in den Räumlichkeiten des Schlosses gezeigt.

Friedrich der Sanftmütige alias Heribert Kosfeld und Katharina von Braunschweig alias Anne Hofmann in der Albrechtsburg. Ihre Entsprechungen finden sich dort an den Wandgemälden, wo Friedrich der Sanftmütige links zu erkennen ist, Katharina von Braunschweig in der Mitte als Gemahlin Friedrich des Streitbaren.

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen. Im Herbst wird der Dresdner Fürstenzug in der Albrechtsburg Meißen lebendig. Zumindest wird eine Auswahl nach dem Vorbild des Dresdner Porzellanwandfrieses gestalteter Gewänder in den Räumlichkeiten des Schlosses gezeigt. Die Kleider stammen vom 2003 gegründeten Verein Fürstenzug zu Dresden e.V. und werden sonst bei Auftritten der Vereinsmitglieder getragen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung, die zunächst nur für diesen Herbst gelten soll, haben Schlossleiter Uwe Michel und Vereins-Chefin Anne Hofmann gestern unterzeichnet.

Die Idee hinter der Zusammenarbeit ist dabei ähnlich klar wie die zur Vereinsgründung: Sie wurde im Herbst 2003 geboren, als im Rahmen des Kultursommers Mittelsachsen Darsteller gerade einen Herscherzug mit historischen Kostümen durch Seelitz (Kreis Mittelsachsen) nachgestellt hatten. Man könnte doch auch den Dresdner Fürstenzug nachahmen, hieß es. Leichter gesagt, als getan. Viel Handarbeit, die damals teilweise über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen organisiert werden konnte, ist in die Erstellung der Kostüme geflossen, Darsteller wurden gesucht und so ausgewählt, dass ihre Statur den Vorbildern auf dem 1873 bis 1881 geschaffenen Wandfries aus Meißner Porzellankachel entsprechen. 2006 gab es zur 800-Jahrfeier in Dresden dann die Premiere mit 94 Teilnehmern, 45 Pferden und zwei Hunden. Ein großer Publikumserfolg, den man in den vergangenen zehn Jahren auch anderswo nachholte, auch in Meißen zur Wiedereröffnung der umgestalteten Dauerausstellung in der Albrechtsburg 2011 und im vergangenen Jahr, als der Freistaat dort seine Wiedergründung vor 25 Jahren feierte. „Danach sind wir auch ins Gespräch miteinander gekommen“, erinnert Michel.

Denn ein Problem hat den Verein gedrückt: „Die Kostüme sind doch viel zu Schade, um sie im Depot liegen zu lassen“, wie Hofmann sagt. Bis vor zwei Jahren waren sie in Schloss Rochlitz ausgestellt, was nach einem Ausstellungsumbau nicht mehr ging. Seither habe man nach einem neuen Domizil gesucht und nun in Meißen vorübergehend etwas gefunden. Ob mehr daraus wird, müsse man sehen, meint Hofmann.

Geplant ist es, jeweils etwa 20 kostümierte Figuren, davon bis zu 13 zu Pferde, in drei Staffeln in den Räumen der Dauerausstellung genau vor den Wandgemälden aufzustellen, auf denen die entsprechende Figur abgebildet ist. Es wird also nicht das ganze Personal des Fürstenzugs gezeigt, sondern zumeist nur die Herrscher, der auch auf den Historienbildern der Albrechtsburg seine Entsprechung findet. Manche wie August der Starke oder Kurfürst Moritz werden wegen ihrer Bekanntheit und wegen ihrer Bedeutung für die Albrechtsburg den gesamten Zeitraum (14.9.-20.11.2016) über gezeigt, ander werden bei den zwei Staffelwechseln (1.10./25.10) ausgetauscht. An den Wochenenden der Herbstferien (1.-3.10/8.-9.10.) gibt es noch ein großes Programm. Dann werden ein Kostümverleih und ein Fotograf zugegen sein, außerdem eine Schminkecke. Wer will, kann sich mit der ganzen Familie in kurfürstliches Personal verwandeln und gleich vor Ort fotografieren lassen. Ob auch Teilnehmer des Fürstenzugs zugegen sind, wird noch ausgehandelt.

Die Darstellen haben schließlich auch anderweitig viel zu tun, etwa zum Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna (4.9.) oder bei einem Gastspiel auf dem Oktoberfest in München (18.9.). Das wird übrigens mit Zweitkostümen bestritten, es gibt nämlich – und erst das macht die Ausstellung in der Albrechtsburg möglich – jedes Kostüm zwei Mal, egal ob Ritterrüstung oder feiner Zwirn.

Der Besuch der Kostümausstellung zum Fürstenzug ist nach Zahlung des üblichen Eintritts (8 Euro, ermäßigt 4 Euro) möglich.

Von Uwe Hofmann

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