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Aktion Zivilcourage plant zum Markt der Kulturen großes Bürgerfrühstück in Pirna

Interkulturelles Fest auf dem Marktplatz Aktion Zivilcourage plant zum Markt der Kulturen großes Bürgerfrühstück in Pirna

Zum diesjährigen Markt der Kulturen soll es ein großes Bürgerfrühstück in Pirna geben. Der Verein Aktion Zivilcourage möchte das interkulturelle Fest mit zusätzlichen Veranstaltungen erweitern und so Foren für Gespräche und zum Gedankenaustausch schaffen. Welche Angebote der Verein noch plant, verrät Geschäftsführer Sebastian Reißig im DNN-Interview.

Sebastian Reißig, Geschäftsführer der Aktion Zivilcourage

Quelle: privat

Pirna. Zum diesjährigen Markt der Kulturen soll es Ende Mai ein großes Bürgerfrühstück geben. Der Verein Aktion Zivilcourage möchte das interkulturelle Fest mit zusätzlichen Veranstaltungen erweitern und so Foren für Gespräche und Gedankenaustausch schaffen. Welche Angebote der Verein noch unterbreitet und warum er ein Büro in Sebnitz eröffnet hat, verrät Geschäftsführer Sebastian Reißig im DNN-Interview.

Frage: Die politische Streitkultur lässt derzeit zu wünschen übrig. Statt Argumente auszutauschen, schreit man sich gegenseitig nieder. Ist politische Bildung wichtiger denn je?

Sebastian Reißig: Politische Bildung ist sehr wichtig – gestern wie heute. Der Bedarf an Informationen ist jedoch deutlich gestiegen. Dies spüren wir unter anderem an den zahlreichen Nachfragen von Fachkräften aus Kindergärten, Schulen, Verwaltungen und Vereinen zu unseren Bildungsangeboten. Information ist eine wesentliche Grundlage jeden politischen Diskurs.

Fehlt es an Informationen?

Aus meiner Sicht fehlt es nicht an der reinen Sachinformation. Es bestehen zahlreiche Möglichkeiten, ein Thema zu recherchieren. Bei Diskussionen gerade in sozialen Netzwerken stellen wir immer wieder fest, dass Debatten sehr emotional und teilweise oberflächlich geführt werden. Dabei werden zum Teil Sachverhalte vermengt, die nicht immer miteinander zu tun haben. Und andererseits werden Informationsquellen genutzt, die nicht auf tatsächlichen Fakten beruhen. Mit unseren Angeboten möchten wir mit zur Versachlichung von Debatten beitragen. So bilden wir derzeit beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher fort, wie sie in ihren Einrichtungen das Thema Interkulturalität stärker aufgreifen können. Auch bieten wir Fortbildungen für kommunale Verantwortungsträger und Lehrkräfte an. Der Verein Aktion Zivilcourage wird verstärkt versuchen, Formate zu entwickeln und anzubieten, bei denen sich Menschen austauschen können. Es ist sehr wichtig, dass Menschen über die gesellschaftlichen Themen, die sie bewegen, ins Gespräch kommen.

Welche Formate wären dies?

In diesem Jahr wollen wir beispielsweise während des interkulturellen Festes „Markt der Kulturen“ das Thema Dialog noch mehr in den Fokus rücken. Dazu erweitern wir den eigentlichen Veranstaltungstag um mehrere Tage und bieten rund um das letzte Maiwochenende Gesprächsrunden, Theaterstücke und Vorträge an, wodurch Diskussionen und der Austausch untereinander angeregt werden sollen. Am Sonntag, 29. Mai, wird es auf dem Pirnaer Marktplatz zudem ein großes Bürgerfrühstück geben. Darüber hinaus sind weitere Veranstaltungsformate in Planung.

Die Aktion Zivilcourage hat ihren Wirkungskreis auch ausgeweitet. In Sebnitz hat der Verein ein Büro eröffnet. Warum?

Mit dem Büro in Sebnitz möchten wir die Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen junger Menschen im Raum Sebnitz, Neustadt und Bad Schandau fördern. Ganz konkret unterstützen wir Jugendliche dabei ihre Kommune und Region mitzugestalten und sie mit den kommunalen Verantwortungsträgern ins Gespräch zu bringen. Uns war es schon seit längerer Zeit ein großes Anliegen, mehr in den östlichen Raum des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zu gehen. Die Region ist mit Angeboten speziell für junge Menschen nicht übersät. So planen wir, mit der Stadtverwaltung Sebnitz und in Kooperation mit anderen Vereinen ein Jugendparlament zu gründen. Wenn sich für junge Menschen Beteiligungsformen in ihrer Gemeinde bieten, schafft dies eine größere Identifikation mit der Region und stärkt ihr demokratisches Bewusstsein

In Heidenau ruft die Aktion Zivilcourage eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe ins Leben. Wie ist es dazu gekommen?

Im August vergangenen Jahres kam der DRK-Kreisverband Pirna e. V. auf uns zu. Das DRK hatte die Betreuung der Erstaufnahmeeinrichtung im ehemaligen Praktiker-Baumarkt übernommen und uns gefragt, ob wir die Koordination des ehrenamtlichen Helfereinsatzes in der Erstaufnahmeinrichtung übernehmen können. Das Unterstützungsangebot der lokalen Bevölkerung ist enorm. Es haben sich mittlerweile weit über 800 Personen gemeldet, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Deren Einsatz und Engagement können wir nicht mehr von Pirna aus koordinieren. Deshalb nimmt noch in diesem Monat eine Koordinierungsstelle Ehrenamt und Integration ihre Arbeit auf. Diese Stelle koordiniert nicht nur den ehrenamtlichen Helfereinsatz in der Erstaufnahmeeinrichtung, sondern unterstützt auch das bürgerschaftliche Engagement der Heidenauerinnen und Heidenauer für das Zusammenleben in der Stadt. Eine weitere wichtige Aufgabe wird in den nächsten Monaten und Jahren die Integration der anerkannten Flüchtlinge und Asylbewerber sein. Bisher stand die Unterbringung der Flüchtlinge und Asylbewerber im Fokus, jetzt rückt immer mehr deren Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben in den Mittelpunkt. Und dafür ist ehrenamtliche Hilfe und Unterstützung notwendig, wenn eine Integration gelingen soll.

Von Silvio Kuhnert

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