Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Ahnen des Adelsgeschlecht von Bünau erhalten in der Dorfkirche Burkhardswalde wieder ein würdiges Grabmal

Puzzlearbeit in der Gruft Ahnen des Adelsgeschlecht von Bünau erhalten in der Dorfkirche Burkhardswalde wieder ein würdiges Grabmal

Die Grabstätte der einstigen Schlossherren von Weesenstein war nach der Plünderung über Jahrzehnte ein schimmliger Bretterhaufen. Nun wurde die Familiengruft derer von Bünau in der Dorfkirche von Burkhardswalde saniert.

Archäologe und Kunsthistoriker Andreas Ströbl reinigt mit einem Pinsel die Grabplatte von Rudolf III. Er hat die Familiengruft derer von Bünau in Burkhardswalde einst gegründet.

Quelle: Silvio Kuhnert

Burkhardswalde. Eine würdige Grabstätte hat das Adelsgeschlecht von Bünau in der Kirche Burkhardwalde zurückbekommen. Circa 25 Ahnen der einstigen Herren von Schloss Weesenstein haben in einer Gruft unter der Begräbniskapelle ihre letzte Ruhestätte. Wie viele Familienangehörige tatsächlich hier bestattet sind, kann der Archäologe und Kunsthistoriker Andreas Ströbl nicht exakt beziffern. „Wenn die Gruft nicht geplündert worden wäre, könnten wir mehr sagen“, berichtet der 51-Jährige.

Dies gilt auch für die Anzahl der Särge. Die Gruft herrichten lassen hat einst Rudolf III. 1622 wurde sein Leichnam beigesetzt, bis ins 18. Jahrhundert hinein folgten weitere seiner Nachfahren. Der Begründer des Familiengrabmals „ist einer der wenigen, den wir zuordnen können“, berichtet Ströbl. Eine Sandsteingrabplatte mit seinem Konterfei blieb erhalten. Die meisten Namen der dort Beigesetzten sind heute unbekannt.

Die Särge waren reich verziert mit Engelsbildern und Bibelzitaten als Inschriften

Die Särge waren reich verziert mit Engelsbildern und Bibelzitaten als Inschriften.

Quelle: Silvio Kuhnert

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Rotarmisten die Särge auf der Suche nach Kunstschätzen aufgebrochen. Zurück ließen sie einen wild durcheinander gewürfelten Bretterhaufen. In den vergangenen Jahrzehnten setzte Feuchtigkeit den Überresten der Särge weiter zu. Als vor zwei Jahren Ströbl mit seiner Frau Regina, Archäologin und Kunsthistorikerin, sowie Dana Vick, Archäologin und Anthropologin, die Gruft öffneten, bot sich ein verheerendes Bild. Überall Schimmel, eine dicke Staubschicht lag auf den Sargresten, den Fußboden bedeckte eine matschige Masse. Die drei von der Forschungsstelle Gruft aus Lübeck bargen und dokumentierten alles, was sie beim Auseinandernehmen des Stapels fanden. In der vergangenen Woche richteten sie die Grabstätte wieder ein.

Regina Ströbl (l) und Dana Vick setzen einen Sarg wie ein Puzzle aus einzelnen Holzstücken wieder zusammen

Regina Ströbl (l.) und Dana Vick setzen einen Sarg wie ein Puzzle aus einzelnen Holzstücken wieder zusammen. Zum Vorschein kam unter anderem ein goldverziertes Kruzifix.

Quelle: Silvio Kuhnert

Bevor die Puzzlearbeit beginnen konnte, hatte die Kirchgemeinde das unterirdische Gewölbe reinigen und die Wände neu verputzen lassen. Die steinernen Grabkammern wurden neu aufgemauert, eine Belüftungsanlage eingebaut. An ein Puzzle erinnert die Arbeit der Wissenschaftler, wie sie die einzelnen Holzstücke zu Särge zusammensetzen. Von einer Restaurierung möchte Ströbl nicht sprechen, er nennt es „konservatorische Sicherungsmaßnahme“. Denn nur zwei Kinder- und ein Erwachsenensarg können sie so zusammenbauen, dass sterbliche Überreste wieder hineingelegt werden können. Der Großteil der Totenschreine bleiben Fragmente. Die in den Bretterhaufen gefundenen, und durch das in der Gruft herrschende Klima mumifizierten Leichenteile kommen in neue Särge. „Es soll wieder ein Ort der Ruhe und Würde sein. Wir stellen einen Zustand her, den die Beigesetzten zu Lebzeiten selbst als angenehm empfunden hätten“, so Ströbl.

Eine Besonderheit der Familiengruft derer von Bünau stellen mehrere gemauerte Grabkammern dar. Die Holzsärge waren einst mit vergoldeten Inschriften, Ornamenten, Kruzifixen und Engelsköpfen verziert. Bibelzitate thematisieren die leibliche Auferstehung. Am 6. August soll die Gruft geweiht werden.

Von Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

22.09.2017 - 20:56 Uhr

Hannes Drews hat seinen ersten Heimsieg als Trainer vom Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue gefeiert. Drei Tage nach dem 2:0 auf dem Betzenberg gewann sein Team gegen den SV Sandhausen mit 1:0. Den Siegtreffer erzielte Pascal Köpke.

mehr