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Abgeschnitten: Bahnunterführungen in Heidenau sind vollgelaufen und gesperrt

Abgeschnitten: Bahnunterführungen in Heidenau sind vollgelaufen und gesperrt

Wie eine Mauer teilt der Bahndamm die Stadt Heidenau und macht die Hälfte der Einwohner quasi zu Insulanern. Im Stadtgebiet können die Heidenauer nicht mehr mit dem Pkw von Nord nach Süd fahren.

Heidenau.

Alle Bahnunterführungen sind gesperrt. An der Dohnaer Straße kämpfen die Freiwillige Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) aus Dippoldiswalde mit aller Kraft, den Weg unter den Gleisen wenigstens für Rettungsfahrzeuge frei zu halten. "Wenn uns das nicht gelingt, muss die Feuerwache geräumt werden", sagte THW-Gruppenführer Marcus Wünschmann.

Die Pumpen laufen auf Hochtouren. Rund 9000 Liter nehmen sie in der Minute auf und schicken das aus den Gullys strömende Wasser über rund 200 Meter Schlauchstrecke in Richtung Müglitz. "Würden wir nicht pumpen, stände das Wasser an der tiefsten Stelle rund einen Meter hoch", schätzt Wünschmann.

Seit Mittwoch ist das THW vor Ort. Zuerst deckten sie mit Sandsäcken die Gullydeckel ab, um so das nachdrückende Wasser zu bremsen. Seit gestern stapelten THW-Kräfte und Kameraden Hand in Hand Sandsäcke über jeden Abflussschacht zu Quellkaden auf. Ringförmig wächst der Sandsackbau. Das Gebilde gleicht einem Brunnen. Innen steigt das Wasser. Durch das Prinzip der "kommunizierenden Röhren" wird so der Pegel in der Kanalisation ausgeglichen, und der Wasserlauf, der aus dem Straßenablauf drückt, reguliert.

Während unter der Bahnbrücke an der "Dohnaer" Einsatzfahrzeuge durchfahren und Passanten auf dem höher gelegenen Fußweg trockenen Fußes zwischen Heidenau Nord und Süd wechseln können, steht der Platz der Freiheit unter Wasser. Anrainerin Rosmarie Naumann nimmt es gelassen, obwohl sie keinen Strom mehr hat. "Mit gutem Willen ist alles zu schaffen", meint die 66-Jährige. Erfahrungen konnte sie bereits bei der Flut 2002 sammeln, so auch wie man das Wasser ohne Herd und Kocher warm bekommt. "Ich nehme ein paar Teelichter, stelle ein Grillgestell darüber und darauf den Topf", berichtete sie.

Da die Unterführungen dicht sind, kommt kein Lkw im Stadtgebiet mehr nach Heidenau Nord. Im Lebensmittelgeschäft auf der Ernst-Thälmann-Straße blieb die Lieferung mit Waren aus. Ab heute hat der Laden zu. "Die Menschen haben sich mit Lebensmitteln eingedeckt. Meine Kundschaft ist versorgt", sagte Ladeninhaber Andreas Urbanek. Während er bis Montag geschlossen hat, bleibt dagegen der Rewe-Supermarkt offen. "Wir hatten am Mittwoch noch eine große Lieferung bekommen", informierte Marktleiterin Veronika Stüwe. Die Brot-, Getränke- und Eierlieferanten fanden auch gestern einen Weg in den Stadtteil Mügeln. Und wenn etwas ausgehen sollte, lässt die Marktleiterin die Waren mit einem Lkw in einen anderen Rewe-Markt liefern und organisiert mit kleineren Wagen den Transport nach Heidenau.

Mit dem Fahrzeug gelangt man nur über Dresdner Flur von Heidenau Nord nach Süd. Eine Möglichkeit besteht am S-Bahnhaltepunkt Zschachwitz. Wenn der Elbpegel in Schöna unter 9,55 Meter fällt, kann das Pumpwerk an der Hafenstraße wieder in Betrieb gehen. Dann verschwindet auch das Wasser aus den Unterführungen. Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) hofft, dass dies am morgigen Sonnabend geschieht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.06.2013

Silvio Kuhnert

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