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Abgeordnete fordern Reduzierung von Bahnlärm vor 2020

Abgeordnete fordern Reduzierung von Bahnlärm vor 2020

Nase voll: Ihren Unmut über den Bahnlärm an der neuen Ausbautrasse Leipzig-Dresden machten gestern über 150 Demonstranten vor dem Rathaus Coswig Luft.

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Quelle: dpa

Ohren voll. Anlass für die von der Initiative Bahnemission Elbtal organisierten Kundgebung war der Besuch des Petitionsausschusses des Bundestags. Dieser kam nach Sachsen, um sich über den Lärm an der sogenannten „Berliner Bahnstrecke“ zu überzeugen.

Die Bürgerinitiative hatte Ende 2011 rund 2500 Unterschriften an den Ausschuss in Berlin übergeben. Nach einer Diskussion mit Vertretern der Initiative, der Bahn und der Städte Coswig, Radebeul und Weinböhla sowie

mit Abgeordneten von Bund und Freistaat folgte eine Bustour durch Coswig und Weinböhla. Lungenklinik

und Lößnitzstraße waren die Stationen. „Das Anliegen der Anwohner ist absolut berechtigt“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses Günter Baumann (CDU) im Anschluss. Das Verfahren zu der Petition sei jedoch noch nicht beendet.

Nach dem Votum des Gremiums, das pro Jahr vier bis fünf Vor- Ort-Termine wahrnehme, sei mit Ergebnissen wohl noch im Sommer zu rechnen. Alle fünf Vertreter des Ausschusses, darunter Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Caren Lay (Linke), waren sich einig, dass der Lärm an der „Berliner Bahnstrecke“ noch vor 2020 spürbar reduziert werden müsse. Bis dahin plant die  Deutsche Bahn mit der Umrüstung ihrer Züge den wahrgenommenen Lärm zu halbieren. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Jan Mücke (FDP) mahnte dabei gestern an, geduldig zu sein. Die Umrüstung wäre nicht von heute auf morgen machbar. Wohl aber würden andere Maßnahmen schneller greifen, so das neue lärmabhängige Trassenpreissystem oder ein Förderprogramm für die Umrüstung auf lärmmindernde Technik. „Bis 2020 sollen 80 Prozent aller Güterwaggons, die in Deutschland fahren, umgerüstet sein“, sagte Mücke.

Jetzt jeden alten Güterwaggon von den Gleisen zu verbannen, sei unrealistisch. Doch genau das regt zum Beispiel Caren Lay an. Die vor allem für den Lärm verantwortlichen Graugussbremsen solle man verbieten „Die Schweiz hat vorgemacht, dass das geht“, sagt sie. „Darüber hinaus muss mehr Geld bereit gestellt werden für den Lärmschutz.“ Lärmschutzwände müssen her, etwa am Krankenhaus in Coswig. „Die Bahn könnte dort nachts problemlos etwas langsamer fahren“, ergänzt de Maizière.

Ein Tempolimit wurde angeregt, die verstärkte Verlagerung lauter Güterzüge von der Nacht auf den Tag ebenfalls. Ferner müsse die Prioritätenliste der Bahn für den Lärmschutz überarbeitet werden. Die Trasse im Elbtal rangiert dabei nicht sehr weit vorn. Mit der Anpassung an den aktuellen Stand der Belastung würde die betroffenen Anwohner wohl schneller vom Topf des Bundes für den Lärmschutz profitieren, hieß es. Derzeit stehen 100 Millionen Euro bereit. Das reiche aber nicht, hieß es im Ausschuss. „Die neue Regierung wird das bei den Etat-Gesprächen für 2014 behandeln“, so Ausschussmitglied Klaus Hagemann (SPD). Das Geld müsse aber aus anderen Töpfen genommen werden. Dass es an der „Berliner Bahnstrecke“ ein Lärmproblem gibt, bestätigten im August 2012 Messungen vom Freistaat in Weinböhla.

Nachts wurden Pegel von mehr als 60 Dezibel (dB) erreicht. Liegt der Pegel über 55 dB, könnte der Krach womöglich krank machen, so Experten. Im Miethaus von Wolfram Bosdorf in der Ahornstraße wurde schon gemessen. Über 60 dB sind festgestellt worden. „Seit 40 Jahren wohne ich hier“, sagt der Coswiger. „Aber, wenn sich nichts ändert, ziehe ich weg.“

Stephan Klingbeil

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