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Ab 2014 schnellere Bahn-Fahrt zwischen Dresden und Berlin

Ab 2014 schnellere Bahn-Fahrt zwischen Dresden und Berlin

Das sächsische Verkehrsministerium stellt zurzeit die laufenden Infrastrukturprojekte auf den Prüfstand. Bei weniger Geld und weniger Bevölkerung werden weniger Straßen gebraucht.

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Roland Werner

Dresden . Manch ehrgeiziger Plan von einst ist damit passé. Welche es trifft, sagt Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner (FDP) im Interview.

Frage: Sachsen überdenkt nach 20 Jahren seine Infrastruktur. Haben wir nun endlich genug Straßen oder fehlen noch welche?

R. Werner: Wir wollen die über 1400 Verkehrsprojekte im Freistaat nach über 20 Jahren überprüfen, um zu sagen, welche Projekte noch sinnvoll weitergeführt werden können. Wir müssen uns auf die wirklich wichtigen Verkehrszüge konzentrieren. Da hat die Fertigstellung der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig allerhöchste Priorität. Ebenso die auch international wichtige Verkehrsachse B 178, die von der A 4 über Zittau durch Polen bis nach Prag verläuft. Sowie einige weitere große Infrastrukturlücken, die zu schließen sind.

Das heißt aber auch, es ist derzeit viel eigentlich Unwichtiges in Planung. Die Menschen vor Ort werden das nicht gern hören.

Es ist notwendig, vor Ort Klartext zu reden. Unsere Aufgabe ist es, an solchen Stellen zu sagen, was geht und was nicht geht. Manche Projekte leiden auch darunter, dass man zu lange unrealistische Vorstellungen hat. Ich kann eine Autobahn nur bauen, wenn ich entsprechende Verkehrszahlen habe. Es ist auch nicht so, dass wir Geld im Überschuss hätten. In den nächsten Jahren wird zudem unser Schwerpunkt auf Erhaltungsmaßnahmen liegen.

Der neue Verkehrsplan ist also deshalb wichtig, weil das Geld für den Straßenbau ausgeht?

Unsere Verkehrsplanung beschäftigt sich nicht in erster Linie damit, wie viel Geld zur Verfügung steht, sondern welcher Bedarf für die nächsten Jahrzehnte absehbar ist. Es gab in der Vergangenheit auch Projekte, die sehr großzügig geplant wurden und wo nun berechtigterweise gefragt wird, warum das so viel gekostet hat.

Gibt es Projekte, die nicht mehr gebraucht werden?

Es gibt Projekte, die wir in der ursprünglich geplanten Dimension nicht realisieren können. Bei der B 87 haben wir viele Gespräche geführt. In den 90er Jahren war da die Rede davon, daraus eine A 16 von Leipzig bis zur polnischen Grenze zu machen. Dann sollte sie vierspurig werden, was laut aktueller Verkehrsprognose nicht den Vorschriften des Bundes entspricht. Mit einer dreispurigen Planung können wir erheblich Zeit gewinnen und diese Bundesstraße endlich in Angriff nehmen. Die B 93n im Erzgebirge ist auch so ein Beispiel. Die scheitert schon an dem fehlenden Anschluss auf der tschechischen Seite. Jetzt sind Lösungen zu finden, die zeitnah verkehrswirksam werden und den Menschen und der Wirtschaft in der Region wirklich nutzen.

Kommen wir weg von der Straße, hin zur Bahn. Wo liegt da der Bedarf?

Im Fernverkehr eigentlich in alle Richtungen. Die einzige sächsische Großstadt, die zufriedenstellend angebunden ist, ist Leipzig. Unsere große Herausforderung ist es, auch Chemnitz und Zwickau besser anzubinden. Da sind wir in sehr intensiven Gesprächen mit der Bahn und den Zweckverbänden. Zwischen Dresden und Berlin wird bis 2014 in einem ersten Schritt gebaut, dann wird die Fahrzeit um eine halbe Stunde kürzer. Außerdem planen wir langfristig die Neubaustrecke von Dresden nach Prag.

Hat die Bahn, die sonst lieber ICE-Trassen ausbaut, wirklich Interesse an einer besseren Anbindung der Stadt Chemnitz?

Die Anbindung muss natürlich auf lange Sicht tragfähig sein. Aber ich denke, dass ein bisschen Druck auf das Unternehmen Deutsche Bahn Sinn macht.

Womit ködern Sie die Bahn?

Der Großraum Südwestsachsen ist dicht besiedelt und ein attraktiver Wirtschaftsraum. Wir machen der Bahn deutlich, dass in anderen Teilen Deutschlands kleinere Gebiete deutlich besser angebunden sind. Im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung haben wir im Übrigen einige Millionen gegeben, um die Sachsen-Franken-Magistrale bis 2013 in Sachsen zu elektrifizieren.

Interview:

Christine Keilholz

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