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ASB baut Seniorenwohnanlage und Tagespflege in Boxdorf auf

Altersgerechtes Wohnen ASB baut Seniorenwohnanlage und Tagespflege in Boxdorf auf

Im Moritzburger Ortsteil Boxdorf entsteht bis Mitte nächsten Jahres eine neue Tagespflege. Rund 2,5 Millionen Euro will der ASB-Regionalverband Dresden in die Sanierung eines Wohnhauses an der Schulstraße und den Anbau eines neuen Gebäudeteils mit altersgerechten Wohnungen investieren.

An Ort und Stelle wirft ASB-Chef Ulrich Grundmann einen Blick auf das Bauschild, dass über die Pläne des ASB informiert.

Quelle: Uwe Hofmann

Moritzburg. Im Moritzburger Ortsteil Boxdorf entsteht bis Mitte nächsten Jahres eine neue Tagespflege des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Rund 2,5 Millionen Euro will der ASB-Regionalverband Dresden in die Sanierung eines Wohnhauses an der Schulstraße und den Anbau eines neuen Gebäudeteils mit altersgerechten Wohnungen investieren, sagt Geschäftsführer Ulrich Grundmann. Die Sozialstation mit 15 Plätzen in der Tagespflege, die der ASB an der Meißner Straße in Radebeul unterhält, wird im Gegenzug aufgegeben, sobald der neue Standort eröffnet ist.

Schuld an der Verlagerung aus dem Elbtal auf den Boxdorfer Berg ist die Liebe, wie Grundmann berichtet. Die hatte die letzte Eigentümerin des Mehrfamilienhauses in den 20er Jahren gefunden, als sie bei den ASB-Schwimmern in den Moritzburger Teichen aktiv war. Jahre später, der ASB war inzwischen von den Nazis verboten, in der DDR nicht neu zugelassen und nach 1990 schließlich auch in den neuen Bundesländern wiedergegründet worden, erinnerte sich die alte Dame daran, dass sie ohne den ASB ihren geliebten Ehemann nicht kennengelernt hätte. 2012 griff sie zum Telefon und kündigte an: Wenn sie einmal nicht mehr sei, werde der gemeinnützige Verein das Haus bekommen, zumal es keine weiteren Erben gäbe. Einzige Auflage: Der ASB soll es für etwas nutzen, von dem die Allgemeinheit profitiert.

Seit dem Tod der Spenderin 2013 überlegte man intern, hat manche Idee verworfen und nun einen Plan gefasst: Ab April entsteht eine kleine seniorengerechte Wohnanlage, die auch Versorgungsaufgaben für das umliegende Gebiet übernimmt. So soll im Erdgeschoss des Altbaus ein Allgemeinarzt seine Praxis eröffnen, darüber wird die ASB-Sozialstation eingerichtet. Im Neubau wird es Räume für die Tagespflege geben. 15 Plätze hört sich zunächst nicht viel an, gibt aber laut Grundmann für 25 bis 30 Menschen Betreuungsgelegenheit, da nicht jeder der Senioren alle Tage zur Pflege kommt. Gibt es dafür genügend Bedarf in Moritzburg? „Wir haben schon jetzt in Radebeul viele, die aus Moritzburg oder dem Umland kommen. Außerdem gibt es für Tagespflege immer Bedarf“, sagt ASB-Chef Grundmann. Es sei eher ein Problem, genügend Pflegekräfte zu finden.

Im Obergeschoss des Anbaus und auch im Altbau sind elf seniorengerechte Wohnungen geplant, von denen einige sogar rollstuhlgerecht sein sollen. Sie alle sind über einen Fahrstuhl erreichbar, die meisten Wohnungen werden reichlich 40 Quadratmeter haben, einige sollen mit 60 bis 65 Quadratmetern besonders für Paare geeignet sein. Mietpreise kann Grundmann noch keine nennen, dennoch gibt es bereits eine Liste mit Interessenten. „In anderen Wohnanlagen haben wir darauf geachtet, dass für keine Wohnung mehr als 500 Euro Warmmiete gezahlt werden müssen“, sagt Grundmann. Bei mehreren ähnlichen Projekten haben man die Erfahrung gemacht, dass seniorengerechtes Wohnen und die Möglichkeit, im selben Komplex Mittagsverpflegung, Tagespflege und ähnliche Dienstleistungen zu bekommen „ein Modell mit Zukunft ist“, wie Grundmann sagt. In Gorbitz etwa, wo der ASB 35 kleine seniorengerechte Wohnungen unterhält, warteten Mietinteressenten inzwischen acht Jahre, bis sie an der Reihe seien.

Mit dem Umzug in eigene Räume wird man den Radebeuler Standort aufgeben. Dort ist der ASB in eine alte Villa eingemietet, die dem Landkreis Meißen gehört. Das repräsentative Gemäuer macht durchaus Eindruck, sei aber „wirklich in einem schlimmen Zustand“, weil sich der Landkreis in der Vergangenheit zu keinerlei Modernisierung bewegen ließ, wie ASB-Chef Grundmann sagt. Sein Personal könne den Umzug gar nicht mehr erwarten. Schlechte Karten haben dagegen die Radebeuler, die bisher die Tagespflege besuchten. Sie müssen sich künftig entscheiden, ob sie zum ASB-Standort nach Dresden-Cossebaude gehen oder nach Boxdorf, wo es immerhin eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe gibt und Parkplätze für Besucher entstehen sollen. „Außerdem haben wir im ASB ja einen eigenen Fahrdienst“, sagt Grundmann. Für die interdisziplinäre Frühförderstelle für Kinder, die ebenfalls in der Radebeuler Villa untergebracht ist, sucht der ASB ein neues Domizil in der Lößnitzstadt. Dabei soll das Angebot, zu dem unter anderem eine Logopädie gehört, um eine Ergotherapie erweitert werden und nach dem Umzug als „Therapeutisches Zentrum“ firmieren.

Von Uwe Hofmann

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