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935 Euro Schulden auf jeden Radebeuler

Schuldenberg wird langsam abgebaut 935 Euro Schulden auf jeden Radebeuler

"Die Halbzeit erreichen wir in ein oder zwei Jahren", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Damit meint er kein Ballspiel, das zeitlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist, sondern das ernste Geschäft des Schuldenabbaus.

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Seit 2002 hat Radebeul 23,7 Millionen Euro Schulden abgetragen. Im Landkreis hat die Stadt dennoch die zweithöchste Pro-Kopf-Verschuldung.

Quelle: SV Radebeul

Radebeul. "Die Halbzeit erreichen wir in ein oder zwei Jahren", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Damit meint er kein Ballspiel, das zeitlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist, sondern das ernste Geschäft des Schuldenabbaus. Seit dem Höchststand von 55,3 Millionen Euro im Jahr 2002 hat Radebeul immerhin 23,7 Millionen Euro abgetragen. 2017 oder 2018 soll der Schuldenberg auf die Hälfte seiner ehemaligen Höhe abgeschmolzen sein. "Vom endgültigen Ziel, das wir 2029/30 erreichen wollen, sind wir noch weit entfernt", urteilt Wendsche.

Diese ernüchternde Sichtweise ist durch einen Blick auf die aktuellen Zahlen gerechtfertigt. Demnach entfallen auf jeden Radebeuler 935 Euro Schulden. Damit sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung zwar erstmals wieder unter 1000 Euro je Einwohner (Höchststand 2002 bei rund 1700 Euro). Vom Richtwert des sächsischen Innenministeriums, der bei 850 Euro je Einwohner liegt, ist man aber immer noch deutlich entfernt. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung im Freistaat ist mit 767 Euro je Einwohner noch ein gutes Stück niedriger. Im Landkreis Meißen nimmt Radebeul hinter Riesa und vor Meißen einen unrühmlichen zweiten Platz in der Schuldenstatistik ein, vergleicht man die Pro-Kopf-Verschuldung aller Kommunen.

Langsam, aber stetig will OB Wendsche den Schuldenberg abtragen. In den letzten Jahr hat man kontinuierlich 2,2 Millionen Euro für die Tilgung ausgeben können. Die Zinsentwicklung der letzten Jahre half allerdings kräftig dabei mit, diesen stetigen Schuldenabbau aufrecht zu erhalten. Weil teure alte Kredite nach und nach durch günstigere abgelöst werden konnten, ist der durchschnittliche Kreditzins für alle Radebeuler Schulden in den letzten zehn Jahren von 4,65 Prozent auf 2,23 Prozent gesunken. Die Zinszahlungen haben sich also mehr als halbiert, was der Stadtkasse Kosten von reichlich 790 000 Euro im Jahr erspart. Ohne diese Einsparung wäre es 2015 schwierig geworden, den Haushalt auszugleichen, meint Wendsche dazu. Die inzwischen zurückgezahlten rund 23,7 Millionen Euro machen, bemessen mit dem aktuell geltenden Durchschnittszins, weitere rund 530 000 Euro Zinsersparnis aus. Durch Tilgung und Umschuldung hat Radebeul also rund 1,32 Millionen Euro zur Verfügung, die für nötige Investitionen in Straßen, Schulen und dergleichen ausgegeben werden können.

Mit dem hohen Schuldenstand gehen auch beachtliche Risiken einher. Allein eine Erhöhung des Durchschnittszinses um einen Prozentpunkt würde Mehrausgaben von 316 000 Euro bedeuten. Pro Jahr. In der Kämmerei geht man inzwischen davon aus, dass das kein unrealistisches Szenario ist. Nachdem die US-Notenbank den Leitzins angehoben hat, werde man spätestens in ein paar Jahren in Europa nachziehen, meint OB Wendsche.

Zusätzlich würden Banken in den letzten Jahren immer höhere Margen auf Kreditzinsen packen, um damit nach der Finanzkrise weggebrochene Einnahmequellen zu ersetzen. Beide Entwicklungen bewirken ein Ansteigen der Kreditzinsen, die jeder Schuldner zahlt. Um die Auswirkungen etwas abzufedern, geht man in der Radebeuler Kämmerei dazu über, weniger kurzfristige Kredite zu nehmen und langfristige Verträge zu suchen. Der Anteil festverzinster Kredite am Radebeuler Schuldenberg stieg im vergangenen Jahr entsprechend von 31 Prozent auf rund 37 Prozent an.

Uwe Hofmann

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