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7 Jahre Gefängnis: "Pate" von Pirna muss in den Knast

7 Jahre Gefängnis: "Pate" von Pirna muss in den Knast

"Diese Dimension hat Pirna noch nicht erlebt", sagte Staatsanwältin Gitta Reichelt gestern in ihrem Schlussvortrag am Landgericht Dresden.

Pirna/Dresden. Von Thomas Baumann-Hartwig

Pirna/Dresden. "Diese Dimension hat Pirna noch nicht erlebt", sagte Staatsanwältin Gitta Reichelt gestern in ihrem Schlussvortrag am Landgericht Dresden. Der 31-jährige Angeklagte Matthias A. habe im Kleinkriminellen-Milieu der Stadt ein "Klima der Angst" erzeugt und sich seinen Lebensunterhalt durch Erpressungen und Bedrohungen verdient. "Die meisten Opfer leiden noch immer unter den Folgen der Taten", so die Staatsanwältin, die acht Jahre und sechs Monate Gefängnis für den "Paten von Pirna" forderte.

Ganz so hoch ist die Strafe der 4. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Herbert Pröls dann doch nicht ausgefallen. Die Richter verhängten sieben Jahre Gefängnis und ordneten die Unterbringung des Angeklagten nach 18 Monaten verbüßter Haft in einer geschlossenen Entziehungsanstalt an. Der Psychiater Stephan Sutarski hatte zuvor der Kammer erklärt, dass der Angeklagte dazu neigt, unter Einfluss von synthetischen Drogen Straftaten zu begehen.

"Wir geben ihnen diese letzte Chance", erklärte Pröls dem 31-Jährigen. Nutze Matthias A. die Möglichkeit nicht, von den Drogen wegzukommen, werde er sein weiteres Leben vorwiegend hinter Gittern verbringen und wahrscheinlich in der Sicherungsverwahrung landen. Der Angeklagte hatte bereits im Vorfeld mehrere Drogentherapien abgebrochen. Sollte er wegen Verstößen gegen die strengen Regeln auch aus dem Maßregelvollzug fliegen, müsste er die sieben Jahre Haft voll verbüßen.

Selbst Verteidiger Jörg Dänzer musste einräumen, dass sein Mandant brutal und zerstörerisch reagiert, wenn er Drogen konsumiert hat. Der Anwalt sah aber mehrere Anklagepunkte für nicht erwiesen an und forderte fünf Jahre Gefängnis sowie die Unterbringung im Maßregelvollzug.

Wie der Angeklagte bis zu seiner Festnahme am 13. März auf seine Opfer einwirkte, schilderte die Staatsanwältin in eindringlichen Worten: "Noch am 13. März saß eine Zeugin bei mir, die gegen ihn ausgesagt hatte. Sie zitterte am ganzen Körper und bettelte regelrecht darum, ihre Aussage zurücknehmen zu dürfen." Matthias A. hatte die junge Frau zur Staatsanwaltschaft geschickt und mit Androhung von Gewalt unter Druck gesetzt.

"Er tauchte immer dann bei seinen Opfern auf, wenn diese etwas auf dem Konto hatten", so Reichelt. Vorwiegend am Monatsanfang stand Matthias A. bei den Hartz-IV-Empfängern vor der Tür und forderte Geld. Ein Familienvater musste seinen ganzen Regelsatz vom Konto abheben und dem Angeklagten geben. Der Mann lebte dann den restlichen Monat von der Hand im Mund. Er kam aber immerhin ohne Verletzungen davon wie andere Opfer, die vom "Paten" mit einem Baseballschläger oder einem gläsernen Aschenbecher geschlagen wurden.

Eine junge Mutter, von der Matthias A. einen Tag vor Heiligabend 2011 Geld forderte, musste sich splitterfasernackt ausziehen. Eine weitere junge Frau habe der Angeklagte mit seinen permanenten Drohungen fast in den Selbstmord getrieben, sagte Reichelt. "Wenn dem Treiben durch die Verhaftung kein Ende gesetzt worden wäre, hätte sie sich etwas angetan." Selbst seine Lebensgefährtin habe Matthias A. ausgenommen und ihr Konto geplündert, so die Staatsanwältin.

Die Kammer würdigte mit ihrem Urteil das Geständnis des mehrfach vorbestraften Angeklagten, der zum Tatzeitpunkt unter Bewährung stand. Angesichts der Vielzahl an brutalen Taten gebe es keinen Raum für eine mildere Strafe.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2012

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