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40-Jährigem war Anneli-Marie egal - Ermittler berichtet im Prozess

Mordprozess 40-Jährigem war Anneli-Marie egal - Ermittler berichtet im Prozess

Keine Chance zur Rettung: Der Komplize des auch wegen Mordes angeklagten Entführers der 17-jährigen Anneli-Marie wollte nach Angaben eines Kriminalbeamten die Tötung der Gymnasiastin verhindern. „Ich wollte ihn wegstoßen“, habe Norbert K. bei der Polizei über den Mittag des 14. August 2015 gesagt.

Quelle: dpa

Keine Chance zur Rettung: Der Komplize des auch wegen Mordes angeklagten Entführers der 17-jährigen Anneli-Marie wollte nach Angaben eines Kriminalbeamten die Tötung der Gymnasiastin verhindern. „Ich wollte ihn wegstoßen“, habe Norbert K. bei der Polizei über den Mittag des 14. August 2015 gesagt. Dies schilderte ein Ermittler am Donnerstag im Prozess am Dresdner Landgericht. Markus B. sei zu kräftig gewesen und habe im Vorfeld mehrfach betont, dass „eigentlich nichts gegen seinen Willen geschieht“.

Der 62-jährige K. und der 40-jährige B. sind wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Sie sollen die Jugendliche am 13. August 2015 auf einem Feldweg unweit ihres Elternhauses in Klipphausen (Landkreis Meißen) entführt haben, um von deren Vater 1,2 Millionen Euro zu erpressen. An der Lösegeld-Übergabe scheiterten die Männer jedoch. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat B. die Schülerin getötet, weil sie die nicht maskierten Männer hätte wiedererkennen können.

Norbert K. habe Angst vor Markus B. gehabt und sei ein willfähriger Helfer gewesen, sagte der Kriminalist. „Er ist ein kleiner und unscheinbarer Mann, aber brandgefährlich“, habe K. ihn beschrieben. Unter Tränen hatte er nach der Festnahme am 17. August 2015 nach einigem Drängen ausgesagt, dass „es die Idee“ von B. war, Anneli-Marie tot sei - und den Ort genannt, wo ihre Leiche lag.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Entführung das Ende einer Versuchsserie war, an Geld zu kommen. B. hatte zunächst einen anderen Unternehmer in der Region im Visier, dessen Sicherheitsmaßnahmen hielten ihn jedoch ab. Auch die Erpressung einer Supermarktkette gehe auf das Konto von B., der in Baden-Württemberg schon wegen Zuhälterei und unerlaubten Waffenbesitzes im Gefängnis saß.

Eine 16-Jährige, die mit Anneli-Marie einst in die Grundschule ging, erkannte Markus B. im Gericht wieder. Er habe am Abend des 13. August 2015 in einem Auto auf dem Feldweg gesessen, auf dem Anneli-Marie wenig später entführt wurde. Den grauen Kombi hatte dort auch ein Student auf dem Weg zur Jagd gesehen.

Er habe B. nicht aufhalten können, „ich hätte ihn erschlagen müssen“, zitierte der Kriminalist die damalige Aussage von K.. Dieser habe nach eigenen Angaben die Scheune des Dreiseithofes verlassen, als die Unternehmertochter mit einer Plastiktüte über dem Kopf an einen Stuhl gefesselt saß.

Bei seiner Rückkehr in die Scheune habe sich Anneli-Marie nicht bewegt, B. hätte ihr „einen Gurt mit Ratsche“ um den Hals gelegt. „Hör auf, Du bringst sie um“, sagte K.. „Das ist mir egal“, habe B. geantwortet. Offen ist, ob K. dabei war, als die 17-Jährige starb. Nach Angaben des Kriminalisten fanden Rechtsmediziner unter dem Spanngurt zwei Kabelbinder.

Der Prozess wird am 20. Juni fortgesetzt.

dpa

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Verhandlungspause endet
Laut Anklage haben Markus B. und Norbert K., beide verschuldet, die Unternehmertochter am 13. August 2015 in Robschütz (Landkreis Meißen) entführt und von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert.

Nach knapp vierwöchiger Pause wird am Montag der Prozess um die Entführung der 17-jährigen Anneli-Marie am Dresdner Landgericht fortgesetzt. Am siebten Verhandlungstag ist neben Beamten des Landeskriminalamtes auch eine Rechtsmedizinerin geladen.

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