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37 Architekturmodelle erzählen wechselvolle Geschichte der Via Regia

37 Architekturmodelle erzählen wechselvolle Geschichte der Via Regia

"Ich bin dann mal weg." Spätestens seit Hape Kerkelings Bericht über seine mühevolle Wanderung nach Santiago de Compostela ist der Jakobsweg in vieler Munde. Wer Kerkelings Spuren folgt, begibt sich auch auf die Via Regia.

Denn der Ökumenische Pilgerweg orientiert sich an dieser mittelalterlichen Ost-Westverbindung, die noch heute von eindrucksvollen und geschichtsträchtigen Bauwerken gesäumt wird, weil auf der Via Regia einst nicht nur Könige, Krieger und Händler, sondern auch Pilger unterwegs waren.

Um einen Eindruck von den markanten Kirchen, Wehrtürmen, Handels- und Rathäusern sowie Schlössern entlang der Königsstraße zu bekommen, muss man allerdings nicht gleich die Wanderschuhe schnüren. Zumindest was den Via-Regia-Abschnitt zwischen Saarbrücken und Breslau/Wroclaw betrifft, kann man sich auch auf einen Ausstellungsbummel beschränken. Am 21. September lädt der Heimatverein Königsbrück zu einem Tag der offenen Tür in das Alte Garnisonshaus am Via-Regia-Park gegenüber des Königsbrücker Schlossparkes ein. Dort erzählen 37 Architekturmodelle im Maßstab 1:25 von der wechselvollen Geschichte der Magistrale und der an ihr gelegenen Städte.

Seit 2000 wird in Königsbrück, selbst an der Via Regia gelegen, mit einem Modellbau-Projekt die alte Handelsstraße wiederentdeckt. Unterstützt von zahlreichen öffentlichen und privaten Partnern und getragen vom Heimatverein Königsbrück baut eine wechselnde Anzahl von Mitarbeitern unter fachkundiger Anleitung in einem sozialen Projekt immer neue Gebäude-Modelle. Gegenwärtig entsteht in der Schauwerkstatt gerade Schloss Belvedere bei Weimar, dessen Original zu den schönsten Residenzen Thüringens zählt. Ende des Jahres soll es fertig sein.

Während Hartmut Bengst dem Belvedere-Modell mit Akribie und spitzem Pinsel einen Farbanstrich in barockem Ocker verpasst, bauen Werkstattleiter Mathias Seidler und Ronny Seidl daneben am Modell der Hubertuskapelle von Rominten, dem heutigen Krasnolessje. Die 1893 gebaute Stabkirche wurde im letzten Krieg zerstört. Nun soll wenigstens ein Modell daran erinnern. Die Hubertuskapelle stand nie an der Via Regia. In diesem Fall ist der Modellbau ein Auftragswerk des Romintener Heimatvereins. Der Erlös soll dazu beitragen, das soziale Modellbau-Projekt Via Regia weiterführen zu können. So wie der Bau des Modells der Laußnitzer Samendarre, das kürzlich beim Heidefest in Laußnitz übergeben wurde. In diesem Sinne sind auch die Sponsorengelder höchst willkommen, die seit Jahren fließen, obwohl sie keineswegs selbstverständlich sind

Doch das Projekt hat nicht nur finanzielle Sorgen. "Wir selbst sind ein Auslaufmodell", lacht Dieter Boyrich, Technischer Leiter der Werkstatt, mit einem Blick in die angegraute Beiratsrunde des Fördervereins. Er selbst ist 77. Nachwuchs werde dringend gebraucht, bestätigt Jürgen Loeschke, der dem Projekt schon als Bürgermeister von Königsbrück mit auf die Beine half und heute ebenfalls im Beirat sitzt.

Auch in der Werkstatt sind noch ein paar Arbeitsplätze unbesetzt. Anfangs konnten im Königsbrücker Modellbau zwölf ABM-Kräfte beschäftigt werden. Zur Zeit sind es nur noch vier sogenannte MAE-Beschäftigte (Beschäftigte mit Mehraufwandsentschädigung) und ein Bürgerarbeiter, dessen Bewilligungszeit aber Ende September ausläuft. In der Konsequenz dauert es einfach länger, bis die begonnenen Modelle fertig sind. Pläne für neue Modell gibt es dennoch. So haben die Modellbauer die Barkakane von Krakau und die Kamenzer Annenkirche im Visier. Dass die Via Regia westlich von Saarbrücken weiter durch Frankreich bis nach Santiago de Compostela verläuft, ist ihnen natürlich bewusst. Aber man müsse entsprechend der eigenen Möglichkeiten einfach Grenzen ziehen, ist Dieter Boyrich Realist. An Spanien sei deshalb im Moment nicht zu denken. Außerdem ist da noch die Platzfrage. Mit den Modellen, die derzeit in der Ausstellung gezeigt werden, sind die jetzigen Möglichkeiten in dem einstigen Offizierhaus ausgereizt, zumal die Präsentation dort erst im letzten halben Jahr unter großem Aufwand komplett verändert wurde. So haben die Modelle, deren Originale im Gebiet des Oberlausitzer Sechsstädtebundes stehen, jetzt einen eigenen Raum. Zuvor waren sie anlässlich des Tages der Oberlausitz zwei Wochen lang im Bautzner Kornmarkt-Center und danach für ein Jahr im Schloss Rammenau zu sehen.Jetzt sind alle Modelle wieder zurück im Königsbrück und können besichtigt werden.

Tag der offenen Tür im alten Garnisonshaus in Königsbrück: 21. September 11-17 Uhr; Ausstellung und Werkstatt haben ansonsten Mo.-Fr. 10-16 Uhr und So. 13.30-16.30 Uhr geöffnet, andere Termine können unter Tel.: 035795/36425 vereinbart werden

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.09.2014

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