Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
365.000 Euro für den Knorrefelsen in Meißen

Sanierung 365.000 Euro für den Knorrefelsen in Meißen

Für Sanierungsarbeiten am Knorrefelsen stellt der Landkreis Meißen außerplanmäßig 365 000 Euro in den diesjährigen Haushalt bereit. Das hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen.


Quelle: dpa

Meissen. Für Sanierungsarbeiten am Knorrefelsen stellt der Landkreis Meißen außerplanmäßig 365 000 Euro in den diesjährigen Haushalt bereit. Das hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Damit soll sichergestellt werden, dass von der porösen, rund 100 Meter großen Felsenfläche bei Meißen keine Gefahr mehr durch herabstürzende Gesteinsbrocken ausgeht. Wie die Sanierung genau vonstatten gehen soll, müssten nach Angaben des Landratsamtes allerdings weitere Untersuchungen zeigen.

Die Straßenmeisterei Meißen hatte bereits im Frühjahr dieses Jahres vermehrte Steinabgänge am Knorrefelsen gemeldet. Wie ernst die Lage tatsächlich ist, brachte die Untersuchung des Freiberger Sachverständigen Michael Bartsch zu Tage. Sein Ingenieurbüro ist spezialisiert auf Felsbeurteilungen und bearbeitet unter anderem auch die Problematik Bastei und Kirnitzschtal im Elbsandsteingebirge. Mit einer Drohne überflog er den Knorrefelsen und wertete im Anschluss die dabei entstandenen Bilder aus. Das Ergebnis: Gefahr im Verzug. Neben Geröll hatten sich Felsplatten von erheblichem Umfang und damit Gewicht gelöst. „Etliche haben einen Durchmesser von einem Meter und mehr“, beschrieb Petra Otto, Leiterin des Kreisstraßenbauamts, die Situation.

Da während oder nach Starkregen, wie sie in diesem Sommer immer wieder zu erleben waren, die Gefahren für den Straßenverkehr zu Füßen des Felsens nicht zu überschauen gewesen wären, musste die Elbtalstraße voll gesperrt werden – besonders für Lokale, Pensionen und Hotels an der Sächsischen Weinstraße ärgerlich. „Auf Grund der beschriebenen akuten Gefährdungssituation war es erforderlich, umgehend zu handeln und die Sicherungsmaßnahmen zu veranlassen“, heißt es auf dem Landratsamt.

Die Straßenmeisterei ließ einen Netzvorhang anbringen, der oben und unten befestigt wurde, um die Funktion einer Fangschürze erfüllen zu können. Die restliche Wand erhielt auch mit Rücksicht auf den Naturschutz – in den Felsnischen wachsen seltene Pflanzen – eine so genannte Prallwand.

Mittlerweile ist die Kreisstraße 8010 halbseitig befahrbar, der Verkehr wird per Ampel geregelt. Das soll auch bis auf weiteres so bleiben. Dennoch sind intensivere Maßnahmen nötig, um die Situation endgültig zu entschärfen. Dafür sollen die jetzt bereit gestellten Mittel des Landratsamtes dienen. Von den 365 000 Euro fließen beispielsweise 210 000 Euro in die Fels-, weitere 18 000 Euro in die Verkehrssicherung. 65 000 Euro werden für Planungen und die Baubetreuung fällig.

Das Ingenieurbüro von Michael Bartsch hat bereits Varianten zur Sanierung vorgeschlagen. Diese reichen von einer massiven Galerie über eine vollflächige Vernetzung in Verbindung mit Felsnägeln bis zu einer Zaungalerie mit darunter befindlicher Teilvernetzung. Welche den Vorzug erhalten wird, müssten nun weitergehende Untersuchungen zeigen.

Von Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr