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24-Jähriger wegen Betrugs verurteilt - Vorwurf der Nachstellung eingestellt

24-Jähriger wegen Betrugs verurteilt - Vorwurf der Nachstellung eingestellt

"Ich habe keine Tochter und keinen Enkel mehr", erklärte Dorothea T. verbittert. Da muss in der Familie etwas gründlich schiefgelaufen sein. Wegen Nachstellung, Bedrohung und Betrug musste sich ihr Enkel Robert N.

gestern vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Er soll, so die Anklage, seine Mutter von März bis September 2011 nachts zu Hause in Klipphausen und tagsüber auf ihrer Arbeitsstelle ständig angerufen, aber nicht mit ihr gesprochen haben. Einmal soll er ihr allerdings gedroht haben, sie umzubringen. Die 43-Jährige hatte Angst und traute sich allein kaum noch auf die Straße. Zudem soll der 24-Jährige unter dem Namen seiner Oma einen Laptop und ein iPod im Gesamtwert von 900 Euro bestellt, aber nicht bezahlt haben.

Das traurige Ende einer verkorksten Familiengeschichte. "Tiefe Brüche in der Familie" nannte es Verteidiger Carsten Brunzel. Eine glückliche Kindheit hatte Robert N. offenbar nicht. Seit seinem dritten Lebensjahr sei er von seiner Mutter täglich geschlagen und manchmal sogar gewürgt worden. Er habe nichts zu essen bekommen oder musste so viel essen, bis er sich erbrechen musste, hatte er Psychologen im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt erzählt, als er sich 2011 wegen psychischer Probleme und Angstzustände in Behandlung begab. Dann habe er es nicht mehr ausgehalten und 1999 versucht sich umzubringen. Mit zehn Jahren sprang Robert N. von einer Klippe und wurde mit einem Schädel-Hirntrauma ins Krankenhaus gebracht. Dann sei gelegentlich das Jugendamt vorbei gekommen. Aus Angst habe er aber gesagt, es sei alles in Ordnung. Da stellt sich schon die Frage, warum niemand genauer nachgefragt hat. Immerhin hatte ein Zehnjähriger versucht, sich das Leben zu nehmen.

Die Ärzte in Friedrichstadt waren konsequenter und erstatteten Anzeige gegen die Mutter. Daniele N. musste sich 2012 wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Amtsgericht Meißen verantworten. Der Prozess wurde eingestellt, da viele Taten nicht mehr genau eingegrenzt werden konnten und ein Großteil verjährt war.

Vielleicht war der Telefonterror eine Art Hilferuf. Der junge Mann hat einen seelischen Knacks und war längere Zeit in psychiatrischer Behandlung. Ein Sachverständigengutachten bescheinigt dem 24-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung durch frühkindliche und kindliche Traumatisierung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die Vorwürfe der Nachstellung dann auch eingestellt.

Der Vorwurf des Betruges blieb allerdings. Robert N. will den Kauf der Geräte mit seiner Oma abgesprochen haben, es sei ein Weihnachtsgeschenk gewesen. Die 69-Jährige wies das zurück. "Das Geld hätte ich gar nicht gehabt." Richter Markus Maier glaubte ihr und verurteilte Robert N. wegen Betrug zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.06.2013

ml

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