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2,4 Millionen für die Sanierung des Lockwitzbachs

2,4 Millionen für die Sanierung des Lockwitzbachs

"Unser Lockwitzbach bereitet uns mal wieder Sorgen", sagt Ordnungsamtsleiter Olaf Lier. Diese Worte beschreiben einen Dauerzustand im Coswiger Rathaus, wo das die meiste Zeit des Jahres sehr gemütlich dahin plätschernde Bächlein für allerhand Kopfzerbrechen sorgt.

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Der Lockwitzbach am Haudelteich. Im Hochwasserfall verlegt der zum Fluss angeschwollene Bach seinen Verlauf in den Teich und droht dann, die Dresdner Straße zu überfluten. Die Sanierung des Lockwitzbachs soll das verhindern.

Quelle: Uwe Hofmann

Grund ist die anstehende Sanierung des Lockwitzbachs. Weil das 2,4 Millionen teure Projekt mit Fluthilfe-Mitteln finanziert wird, müssen alle Anträge zu dem in sechs Abschnitte geteilten Vorhaben bis Ende Juni eingereicht sein. Das habe man inzwischen bei allem bis auf einen geschafft, sagt Bürgermeister Thomas Schubert (parteilos). Ein Erfolg, der allerdings noch durch die ebenfalls sehr schwierige Umsetzung bestätigt werden muss. Um die Planungen Realität werden zu lassen, bleibt zudem sehr wenig Zeit. 2017 müssen alle Vorhaben abgerechnet sein.

Wie schwierig das sein kann, davon vermittelte Lier auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats einen Eindruck. Verhandelt wurde der Kauf eines rund 1200 Quadratmeter großen Grundstücks an der Auerstraße. Der sehr schmale Flurstreifen stellt in dem Abschnitt zwischen der Berliner Bahn und der Weinböhlaer Straße die einzige Möglichkeit dar, an den Lockwitzbach zu gelangen, wie Lier erläuterte. Das ist notwendig, weil zum Sanierungskonzept auch die Einrichtung eines Pflegeweges gehört. "Im Idealfall muss es wenigstens auf einer Seite einen solchen Weg geben, auf dem man auch mit Gerät fahren kann", sagt Lier. Anders sei es nur schwer möglich, den Bach dauerhaft von Verunreinigungen oder mitgeschwemmten Ästen frei zu halten.

Reichlich 13 000 Euro ist das Grundstück laut Gutachterausschuss des Landkreises wert, für 21 000 Euro hat Coswig es unter zähneknirschender Zustimmung des Stadtrats gekauft. Für weniger war der bisherige Eigentümer, wohl über seine günstige Verhandlungslage informiert, nicht zur Herausgabe bereit. Damit dürfte aber das letzte Hindernis überwunden sein, wie Lier andeutet. Zumindest habe man in allen anderen Abschnitten Zugänge über städtische Grundstücke gefunden oder Vereinbarungen mit Eigentümern schließen können.

Die Grundstückseigentümer rings um den Lockwitzbach werden nun durch die im Herbst anlaufenden Bauarbeiten am deutlichsten Einschränkungen zu spüren bekommen. Das liegt vor allem daran, dass das in den letzten Jahrzehnten eingeengte Bachbett aufgeweitet wird, um dem Flüsschen Platz zu verschaffen. Schließlich schießen bei einem alle 100 Jahre vorkommenden Starkregenereignis (HQ100) sechs bis sieben Kubikmeter Wasser in der Sekunde durchs Bachbett. Das entspreche in etwa dem Durchlass der Neiße bei Görlitz, sagt Lier. Im derzeitigen Zustand, bei dem der Lockwitzbach sich vielerorts mit einem vom jeweiligen Eigentümer geschaffenen Kanal Marke Eigenbau begnügen muss, würde dieses Szenario heftige Folgen haben. Der Lockwitzbach würde über die Ufer treten und das deutlich: Auf einer Hochwasserkarte hat Lier die halbe Coswiger Innenstadt als Flutgebiet gekennzeichnet.

Bleibt alles, wie es ist, müssen diese Bereiche auch baurechtlich als Flutgebiet behandelt werden. Das hätte Auswirkungen, sobald ein Grundstück verkauft werden soll oder eine Baugenehmigung beantragt wird. Nach der Sanierung des Lockwitzbachs ist davon keine Rede mehr. Nichtsdestotrotz muss Lier bei den Eigentümern um Verständnis werben, auch weil so lange am Lockwitzbach nicht viel passiert ist. "Man muss aber wissen, dass 2002 und 2013 am Lockwitzbach Hochwasser der Preisklasse HQ20 bis HQ30 geherrscht hat", sagt Lier. Und damals stieß der Lockwitzbach an seine Grenzen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.03.2015

Uwe Hofmann

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