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10 000 Schaulustige sehen Winzerzug durch Radebeul - Organisatoren planen Fortsetzung

10 000 Schaulustige sehen Winzerzug durch Radebeul - Organisatoren planen Fortsetzung

"Eine Tradition ist wiedergeboren", so das Fazit von Hoflößnitz-Chef Jörg Hahn zum Radebeuler Winzerzug am Sonntag. Hahn organisierte ihn maßgeblich mit und führte ihn trotz aller Schwierigkeiten zum Erfolg.

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Im sächsischen Radebeul bei Dresden ließen am Sonntag 300 Mitwirkende den „Sächsischen Winzerzug“ von 1840 wieder aufleben.

Quelle: dpa

Selbst als eine Stunde vor Marschbeginn plötzlich eine Deichsel fehlte, konnte der quirlige 50-Jährige irgendwie Ersatz besorgen. Mit nur viertelstündiger Verspätung zogen die 300 freiwilligen Akteure los, wie es die 50 Kanonenschläge ankündigten, die vom Bismarckturm bis weit ins Elbtal donnerten.

Wenigstens 10.000 Schaulustigen will Hahn in seiner Montur als Bergvogt zugewunken haben. Ein Großteil von ihnen folgte dem etwa 300 Meter langen Zug auf die Hoflößnitz, wo es den Sonntagnachmittag so vor Menschen wimmelte, dass kaum ein Weinkorken zu Boden ging. Hat er jemals so viele Besucher auf der Hoflößnitz gesehen? "Nein", antwortete Hahn mit breitem Grinsen. 3000 bis 4000 Gäste im städtischen Weingut wertet er auch als persönlichen Erfolg, weil anfangs nicht viele an seine Idee geglaubt hätten, den Winzerzug von 1840 nach der von Moritz Retzsch gemalten Vorlage wiederzubeleben.

Es hat geklappt, trotz einiger Kinderkrankheiten. So war der frischgebackene Landesbühnenintendant Manuel Schöbel bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im neuen Amt von der Marschgeschwindigkeit überfordert. Auf einer eigens aufgestellten Bühne hatte er die Aufgabe übernommen, die Bilder des Zugs zu erläutern, kam aber nicht recht hinterher. "Das nächste Mal werfe ich mich vor den Zug, dass er langsamer wird und ich die Texte unterbringen kann", versprach Schöbel augenzwinkernd den Umstehenden.

Die waren trotz der knackigen Temperaturen mit bester Laune gekommen. "Warmherzig", wie Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) fand. Der saß gemeinsam mit Partnerin Sabine Flierl in der kurfürstlichen Kutsche, hatte also besten Überblick. Tatsächlich funktionierte das Miteinander. Etwa als Schauspieler Alf Mahlo als Harlekin einer ergrauten Dame durch das windzerzauste Haar wuschelte. Eine fast solidarische Geste, war es doch um seine Frisur auch nicht besser bestellt. Einträchtig ließen sich auch die Darsteller einer Winzergruppe am Ende die prallen Weintrauben aus den Körben stibitzen. Die Umstehenden ließen es sich schmecken, die Darsteller hatten leichter zu tragen. Eintracht sei auch das eigentliche Thema der Veranstaltung, meinte Oberbürgermeister Wendsche. "Es geht darum, die Winzer im Weinbaugebiet zusammenzuführen", sagt er.

Der Winzerzug als Erntedankfest der sächsischen Weinbauern: Das ist im Festjahr des 850-jährigen Weinbaujubiläums in Sachsen gelungen. Ob es im nächsten Jahr klappt, müsse man sehen. Jörg Hahn ist da weitaus optimistischer. Einmal hat er es geschafft, Kostüme, Wagen, Gerätschaften, Pferde, Kühe und Esel zu organisieren, also werde man im nächsten Jahr auch wieder feiern. "2015 gibt es die sächsischen Winzerzüge genau 300 Jahre. Dann möchte ich einen Wagen aus jedem deutschen Weinbaugebiet dabei haben", sagt er. Noch ist das aber nur eine Idee.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2011.

Uwe Hofmann

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