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Höhenangst auf der Hängebrücke - Der Caminito del Rey

Tourismus Höhenangst auf der Hängebrücke - Der Caminito del Rey

Er galt als "gefährlichster Weg der Welt": der Caminito del Rey, der Königspfad in der Provinz Málaga. Mehrere Wanderer stürzten in der Schlucht zu Tode. In diesem Jahr wurde der Weg neu eröffnet. Für Touristen bieten sich nun spektakuläre Aussichten.

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Da legt mancher doch lieber seine Hand auf das Geländer: Die Überschreitung der Schlucht über die Hängebrücke aus Stahl ist eine luftige Angelegenheit.

Quelle: Philipp Laage

Málaga. Jürgen Nolle will den Touristen ihre Furcht nehmen: "Wenn Sie Höhenangst haben, kein Problem. Ich habe auch Höhenangst", erzählt der Guide seinen Gästen über den Caminito del Rey, den Königspfad in der Provinz Málaga in Andalusien.

Ihm eilt der Ruf als "gefährlichster Weg der Welt" voraus, weil dort mehrere Menschen abstürzten und starben. Der Weg war 15 Jahre lang gesperrt, erst im März 2015 wurde er wieder für Besucher geöffnet.

Die morgendliche Herbstluft wärmt sich hier im Süden Spaniens schnell auf, Pinienduft steigt in die Nase. Bis zum offiziellen Startpunkt des Caminito del Rey ist es vom Parkplatz hinter dem Örtchen Ardales aus ein kurzer Fußweg von 30 Minuten.

Dort wird jeder Besucher registriert und bekommt einen Helm, Steinschlag ist schließlich möglich. "Sicher ist sicher", sagt Jürgen Nolle. Der 43-jährige Touristenführer wuchs in den Niederlanden auf. Seit sechs Jahren wohnt er in Málaga.

Dass durch die unwegsame Klamm überhaupt ein Pfad führt, hatte wirtschaftliche Gründe: Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein System aus Talsperren, Rohren und Kraftwerken entworfen, um einen Teil des Wassers aus dem Fluss Guadalhorce für die Energieversorgung der Region zu nutzen.

Dazu baute man auch einen Kanal durch die Schlucht. Um diesen warten zu können, wurde der Steig angelegt. Der Bau begann 1901 und war nach fünf Jahren fertig. Als der damalige König Alfonso XIII. den Weg 1921 abschritt, erhielt er seinen Namen.

Über die Jahre verfiel der Steig jedoch und wurde zunehmend gefährlicher. Als im Jahr 2000 noch einmal drei junge Menschen in der Schlucht starben, wurde der Weg dichtgemacht - für einige Jahre. Doch man beschloss bald, einen neuen Pfad zu bauen.

Es dauert nicht lange, bis die Wanderer mitten in die Schlucht gelangen. Der Weg führt dann über einen vergitterten Boden, der den Blick nach unten zulässt - bis zu 100 Meter geht es in die Tiefe. Trotz des Geländers bewegt sich mancher Besucher nur äußerst zögerlich vorwärts. Jürgen Nolle schreitet mutig voran. So schlimm kann es mit der Höhenangst bei ihm nicht sein, denkt man.

Der Caminito del Rey ist samt Zustieg knapp acht Kilometer lang. Das heißt, schon zur späten Mittagszeit kann sich der Wanderer in einem gemütlichen Gasthaus einfinden. Doch das große Finale wartet am Ende: die spektakuläre Hängebrücke mit Blick auf die Talsperre.

Etwa 15 Meter ist sie lang - und bewegt sich spürbar. Wer seine Höhenangst bisher nicht überwunden hat, gerät auf der Hängebrücke noch einmal ins Schwitzen. Alle anderen genießen den luftigen Ausblick.

dpa

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