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Wer bekommt Waldi?

ANZEIGE Wer bekommt Waldi?

Des Menschen bester Freund ist der Hund – das weiß (fast) jeder. Doch auch andere Haustiere sind für deren Besitzer wie Familienmitglieder. Nicht selten entbrennt dann bei einer Scheidung der Streit um das geliebte Haustier. Wer darf den Schmusekater behalten?

Nicht selten entbrennt bei einer Scheidung der Streit um das Haustier

Quelle: Fotolia.com

Habe ich wenigstens das Recht, mit Waldi regelmäßig Gassi gehen zu dürfen? Diese und weitere Fragen beschäftigen nicht nur die (getrennten) Tierliebhaber, sondern vermehrt auch die Familiengerichte.

So manch einer wird diese Situation mit der anderer im Streit um die Kinder bei einer Trennung vergleichen. Jedoch sind Tiere nach dem Gesetz wie Sachen zu behandeln. Unvorstellbar für jeden Tierfreund, aber danach ist
sein Liebling rechtlich als Hausratsgegenstand zu behandeln.

Im Falle einer Trennung  Scheidung bedeutet das, dass grundsätzlich derjenige, in dessen Eigentum das Haustier steht, dieses auch behalten darf. Einfach ist die Frage nach dem Eigentum  zu beantworten, wenn einer der Eheleute das Haustier mit in die Ehe gebracht hat. Dann ist dieser auch der Eigentümer des Tieres und darf es demzufolge nach der Trennung behalten.

Schwieriger wird es, wenn das Haustier während der Ehe angeschafft wurde. In einem solchen Fall ist es meist nicht nachweisbar, ob es von dem einen oder anderen Ehepartner angeschafft wurde, denn normalerweise trifft man eine solche Entscheidung gemeinsam. Kann keiner der Eheleute beweisen, dass das Haustier in seinem Alleineigentum steht, gilt es als gemeinsames Eigentum der Ehegatten. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang übrigens, wer mehr finanzielle Mittel für den Kauf des Haustieres aufgewandt hat. In einem solchen Fall muss dann – wenn die Eheleute sich nicht einigen können – das Familiengericht darüber entscheiden, wer das Haustier behalten darf.

Um eine solche Entscheidung zu treffen, werden verschiedene Kriterien herangezogen, die dem Streit um Kinder vergleichbar sind. Beispielsweise kann auch das Haustier demjenigen zugesprochen werden, der in der ehemaligen Ehewohnung verbleibt. Dadurch kann das Tier weiterhin in seiner gewohnten Umgebung leben. Entscheidend kann ebenso sein, wer sich im Alltag besser um das Haustier kümmern kann oder wer zu diesem eine engere Bindung hat. Dem Gericht steht es dabei frei, die Bindung des Tieres zu den jeweiligen Ehegatten im Rahmen der Verhandlung selbst zu beurteilen.

Anders kann es sein, wenn die Eheleute über mehrere Haustiere streiten. Diese können dann grundsätzlich auch getrennt werden. Hier gelten in der Regel die Vorschriften über die Verteilung des Hausrats, d. h. das Gericht versucht, die Tiere möglichst gerecht unter den ehemaligen Partnern aufzuteilen.

Ist geklärt, wer Waldi behalten kann, sieht das Gesetz jedoch nicht vor, dass der andere Ehegatte ein Umgangsrecht mit dem Tier hat. Hier wirkt es sich aus, dass Haustiere rechtlich als Sachen und damit als Hausratsgegenstände behandelt werden, bei denen das Gesetz kein gemeinsames Nutzungsrecht vorsieht.

Andererseits muss sich derjenige, der sich – ungewollt – von dem Haustier trennen muss, aber auch nicht mehr für die Unterhaltung des Tieres verantwortlich fühlen. Diese fällt dann allein in die Verantwortung desjenigen, der das Haustier bei sich behalten darf. Dazu gehören dann auch die (unter Umständen hohen) Kosten in dem Fall, dass das Tier erkrankt und einer ärztlichen Behandlung bedarf.

Um Streitigkeiten bei der Trennung vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Eigentumsverhältnisse unmittelbar nach der Anschaffung des Haustieres  festzuschreiben. Dies gilt übrigens ebenso, wenn man in einer nichtehelichen
Lebensgemeinschaft lebt. Wie bei allen anderen materiellen Dingen kann dies bereits in einem Ehe- oder Partnerschaftsvertrag bzw. einer notariell beglaubigten Vereinbarung geschehen. Hierdurch lassen sich nicht nur die Eigentumsverhältnisse an dem Haustier klar festschreiben, sondern auch Streitigkeiten und eine Menge Frustration vermeiden.

Katrin Pursian, Rechtsanwältin,
Rechtsanwaltskanzlei
Meyer-Götz & Meyer-Götz
Königstraße 51, 01097 Dresden,
Tel. 0351/808180
E-Mail: info@meyer-goetz.de
www.meyer-goetz.de

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