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Steuerliche Folgen der Trennung

ANZEIGE Steuerliche Folgen der Trennung

Trennen sich Ehegatten steht zunächst die persönliche Veränderung im Fordergrund. Meist erst später, häufig wirtschaftlich zu spät werden die steuerlichen Folgen gesehen. Die finanziellen Nachteile können jedoch bei einem fairen Miteinander vermeiden werden.

Trennen sich Ehegatten, hat dies stets auch steuerliche Folgen.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Liegt ein sogenanntes dauerhaftes Getrenntleben vor, erlischt das Wahlrecht, dass die Ehegatten während des Zusammenlebens hatten. Eine Zusammenveranlagung, die regelmäßig steuerlich günstig ist, kann noch für das Jahr der Trennung beibehalten werden. Im darauf folgenden Jahr müssen sich die Ehegatten getrennt veranlagen. Das gilt auch, wenn eine Ehescheidung nicht nach Ablauf des Trennungsjahres beantragt wird. Findet nach einer zunächst durchgeführten Trennung ein Versöhnungsversuch statt, dann kann im Jahr der Versöhnung erneut die Zusammenveranlagung gewählt werden.
Ist das Vertrauen unter den Ehegatten erschüttert kommt es vor, dass trotz der bestehenden Möglichkeit der Zusammenveranlagung einer der Ehegatten diese ablehnt. Verweigert einer der Ehegatten die Zusammenveranlagung darf das Finanzamt auch dann, wenn die Weigerung wirtschaftlich unvernünftig ist und erkennbar nur dazu dient, den anderen Ehegatten zu schikanieren, die Zusammenveranlagung nicht durchführen. Dem Benachteiligten bleibt nur der Klage vor dem Familiengericht. Dieser Weg ist erfolgreich, wenn der sich verweigernde Ehegatte durch die Zusammenveranlagung keinerlei finanziellen Nachteile hätte oder der andere bereit ist, diese finanziellen Nachteile auszugleichen. Der Zustimmende kann dabei nicht verlangen, dass er den hälftigen Erstattungsbetrag ausgezahlt erhält.
Ist die Zusammenveranlagung durchgeführt worden und hat das Finanzamt eine Steuererstattung festgesetzt oder ist eine Steuerschuld festgelegt, dann besteht häufig Streit darüber, wer die nachzuzahlenden Steuern zu tragen hat oder wer die Steuererstattung erhält. Der Anspruch auf Erstattung richtet sich danach, welche Steuern bei getrennter Veranlassung hätten getragen werden müssen.
Wichtig ist, dass die Ehegatten gegenüber dem Finanzamt jeweils getrennte Konten als Erstattungskonten angeben. Da für Steuerschulden die zusammenveranlagten Ehegatten gegenüber der Steuerbehörde insgesamt haften besteht die Möglichkeit gegenüber der Finanzbehörde die Aufteilung der Steuerschuld zu beantragen und einen Erlassantrag zu stellen, wenn die Steuerschuld vom andere Partner verursacht wurde.
Entschließen sich die Ehegatten zur Ehescheidung, dann sind die unmittelbaren Kosten des Scheidungsverfahrens als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung berücksichtigungsfähig. Prozesskosten, die im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung des gemeinschaftlichen Vermögens stehen oder bei Streit über einen sogenannten Zugewinnausgleich anfallen sind nach aktueller Rechtsprechung als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen. Häufig beachten dies die Finanzämter nicht, da die Einkommenssteuerrichtlinien ihnen etwas anderes vorgeben. Hier muss der Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden.
Gewährt einer der Ehegatten dem jeweils anderen Unterhalt dann kann sowohl der Trennungs- als auch der Nachscheidungsunterhalt steuerrechtlich berücksichtigt werden.
Nach § 10 Abs. 1 Nr. EstG können Unterhaltsleistungen, die an geschiedene oder dauerhaft getrennt lebende Ehegatten gezahlt werden, bis zu einer Höhe von 13.805,00 EUR als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Daneben besteht die Möglichkeit Beiträge zur Basiskrankenversicherung des Unterhaltsempfängers geltend zu machen. Diese Geltendmachung setzt voraus, dass der unterhaltsempfangende Ehegatte durch Unterzeichnung der Anlage „U2“ zur Steuererklärung zustimmt. Der Unterhaltsempfänger muss nach den Grundsätzen der Nachwirkung der ehelichen Gemeinschaft und dem sich daraus ergebenden Fairnessgebot seine Zustimmung erteilen, wenn er von Nachteilen freigestellt wird.
Wichtig ist, dass Unterhalt nicht nur in Geld, sondern auch durch eine Sachleistung gewährt werden kann. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Wohnung, die beispielsweise im Eigentum des Unterhaltspflichtigen steht, dem Unterhaltsberechtigten zur Nutzung überlassen wird.
Auch die Vermögensauseinandersetzung, die Regelungen zum Rentenausgleich haben steuerrechtliche Folgen, so dass den Ehegatten mit der Trennung umfassende Beratung über die Gestaltung von Trennung und Ehescheidung aus steuerrechtlicher Sicht zu raten ist.

VON RA BETTINA HÜNNIGHAUSEN

Rechtsanwälte
Staab & Kollegen
Schandauer Str. 43
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