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So erreichen Sie als Hobby-Fotograf das nächste Level

Foto-Fähigkeiten verbessern So erreichen Sie als Hobby-Fotograf das nächste Level

Die Fotografie ist ein weit verbreitetes Hobby, das Kreativität und Handwerk verbindet. Die künstlerische Seite mit einem technischen Hilfsmittel ausleben, die Welt aus der eigenen Perspektive festhalten, das reizt viele an dem Spiel mit dem Licht. Tipps für Hobby-Fotografen, die sich stetig verbessern möchten, sind simpel aber wirkungsvoll.

Quelle: Sergey Nivens fotolia.de

Fotografie als Hobby ist heute keine Seltenheit mehr. Durch soziale Medien, zahlreiche Online-Blogs und Instagram ist die Begeisterung für die Fotografie gestiegen – nicht nur mit dem Handy, auch wenn die Kameras der neuen Smartphone-Generationen immer besser werden. Der Markt für Spiegelreflexkameras ist in den letzten Jahren gewachsen und junge Menschen finden immer mehr ihren Weg in die Fotografie. Irgendwann ist jedoch das Schnappschuss-Potenzial ausgeschöpft, schöne Motive reichen nicht mehr. Wie kann ich mehr aus meinen Fotos rausholen?

Die Grundregeln kennen und anwenden

Zunächst gibt es klassische Regeln , die dabei zu beachten sind und einen großen Unterschied machen können. Dazu gehören der goldene Schnitt oder die Drittelregel . Auch der Bildausschnitt folgt gewissen Regeln und kann spannende neue Blickwinkel kreieren, den Fokus verschieben und ein Bild grundlegend verändern. Eine gute Spannung entsteht immer dann, wenn das Bild eine Aufteilung hat – sei es oben und unten oder Vorder- und Hintergrund. Das Raster der Kamera kann eine Idee davon vermitteln, ob eine Symmetrie erreicht wird. Auch ist der „Headroom“, also der Raum über dem Hauptmotiv, ein entscheidendes Kriterium. Ist es zu viel, geht das Hauptmotiv unter, der Blick wird zu hoch geführt. Ist es zu wenig, ist das Motiv vielleicht nicht komplett zu sehen. Aber auch das Anschneiden des Hauptmotivs kann spannend sein. Wer sich traut, mit diesem Hoch-Tief zu spielen, wird entdecken, was für einen Einfluss es auf das Ergebnis haben kann.

Den Bildausschnitt verändern und den Blick lenken

Auch der Bildausschnitt ist entscheidend. Das klassische Bild ist so aufgebaut, dass das Hauptmotiv zentral in der Mitte steht, symmetrisch in der Bildmitte. Besonders in der Portrait-Fotografie ist es deshalb spannend, diese klassische Vorgehensweise auszuhebeln. „ Es gibt Regeln für klassische Portraits, beispielsweise, dass die Augen im oberen Drittel sein sollten und der restliche sichtbare Körper proportional ein Gleichgewicht dazu darstellt“, sagt Claudio Sieber, Reisefotograf auf myposter.de mit einer Vorliebe für Portraits, die spontan auf der Straße entstehen. „ So stehen Höhe und Breite im Verhältnis zueinander. Diese Gestaltungsregel lehnt sich an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts. Ich platziere mein Model hin und wieder in der Mitte, aber meistens im linken Bild-Drittel.“ Der Reisefotograf legt dabei besonderen Wert darauf, vor welchem Hintergrund sein Model platziert ist. „ Ab und zu sogar rechts versetzt, je nachdem wie und ob ich den Hintergrund einbauen kann. Vielfach fotografiere ich Hoch- sowie Querformat und entscheide später, welches Bild sich länger anschauen lässt. Ich bin mutig und erlaube mir vielfach die Köpfe anzuschneiden. Damit lege ich mehr Fokus auf die wichtige Gesichtspartie. Das ist jedoch Geschmacksache.“ Ist beispielsweise das Model in seinem natürlichen Lebensraum, wie eine alte Frau am Marktstand, ist die Umgebung ein wichtiger Faktor, der die Geschichte des Bildes erst komplett macht.

Model und Hintergrund im Zusammenhang sehen

Diesen Blick für den Hintergrund kann der Fotograf gezielt beeinflussen: Tiefenschärfe ist das Stichwort. Sie wird mit Blende und Zoom beeinflusst. Eine geringe Tiefenschärfe bedeutet, dass der Hintergrund eher verschwimmt, während ein Bild mit Tiefenschärfe sowohl Vordergrund und Hauptmotiv als auch den Hintergrund scharf zeigt. Der Hintergrund kann wichtig sein wenn er zur Geschichte des Bildes gehört. Oftmals ist er jedoch ablenkend, weswegen eine geringe Blendenzahl und somit eine weit geöffnete Blende und ein weit herangezoomtes Objektiv helfen, das gewünschte Ergebnis – einen „geblurrten“ Hintergrund - zu erreichen.

Die Perspektive eröffnen und neue Blickwinkel entdecken

Gute Fotografie ist unbequem, denn vielfach geht es darum, verschiedenste Körperhaltungen einzunehmen, die näher an die gewünschte Perspektive bringen. Sich dafür einmal auf den Boden zu legen und die Froschperspektive einzunehmen, gehört dazu. Auf Augenhöhe mit dem Motiv zu gehen ist da ein guter Anhaltspunkt.

Heißt: Bei Blümchen auf die Erde, bei Kindern auf ihre Augenhöhe hocken, bei höher gelegenen Objekten auf den Stuhl steigen . Der Perspektivwechsel zeigt das Objekt aus seiner Sicht und eröffnet neue Betrachtungsweisen. Neuen Input und interessante Ideen geben oftmals Fotografie-Ausstellungen. Mit dieser Inspiration ergeben sich oft neue Blickwinkel.

Auch in der Portrait-Fotografie ist die Perspektive essentiell. Sieber sagt dazu: „ Interessant wird es dann, wenn Sie die Perspektive ändern, hier können schnell Emotionen transportiert werden. Fotografieren Sie eine Person von unten, wirkt diese erhabener oder sogar hochnäsig. Wir blicken quasi zur Person auf – das Wunschportrait eines jeden Firmenchefs.“ Durch Experimente und das Spiel mit diesen Möglichkeiten eröffnen sich neue Blickwinkel, die das Objekt oder in diesem Fall das Subjekt, im Auge des Betrachters jedes Mal anders wirken lassen.

Das Licht nutzen und Stimmung machen

Das Licht ist der beste Freund des Fotografen. Der Spruch „im richtigen Licht erscheinen“ kommt schließlich nicht von ungefähr. Das Licht kreiert die Stimmung, macht den Kontrast und kann scharfe Kanten abmildern, das Motiv sympathisch erscheinen lassen – oder auch kühl. Besonders für Portrait-Fotografie sollte das Licht am Morgen oder am späten Nachmittag genutzt werden. Das goldene Licht wirkt wie ein Weichzeichner. Aber auch andere Effekte, wie typische „Lens Flares“ können durch den Einfallwinkel der Sonne kreiert werden. Ein Heiligenschein kann so entstehen, sanftes Gegenlicht lässt außerdem die Silhouette hervortreten.

Ebenfalls eine tolle Lichtstimmung bietet die Blue Hour. Nach dem die Sonne untergegangen ist, ist der Himmel besonders blau – die blaue Stunde kreiert dabei eine eher nächtliche Stimmung, durch das Restlicht in der Atmosphäre sind die Schatten jedoch nicht vollständig schwarz, die Silhouetten sind immer noch zu erkennen. Besonders für Architektur und Plätze in der Stadt eine andere Variante als die Fotografie bei Tag.

Brühlsche Terrasse in Dresden bei Tageslicht

Brühlsche Terrasse bei Tageslicht

Quelle: fotolia.de bbsferrari
Brühlsche Terrasse in Dresden zur blauen Stunde

Brühlsche Terrasse zur blauen Stunde

Quelle: fotolia.de bbsferrari

Oftmals ist es am Beginn übrigens hilfreich, den Blitz einfach von Grund auf wegzulassen. Gerade Menschen werden durch den Blitz oft unvorteilhaft belichtet, das Motiv erscheint zu grell, Gesichter werden zu Masken. Wenn eine zusätzliche Belichtung notwendig ist, lieber auf indirektes Licht setzen, eine Lampe zur Hilfe nehmen oder ein externes Blitzgerät mit Diffusor verwenden – das macht das Licht weicher und die Züge angenehm. Bei einer dunkleren Umgebung kann es zu Beginn schwierig sein, die Kamera lange genug ruhig zu halten um das Foto nicht zu verwackeln. Hier hilft es, in Bogenschützen Manier ganz ruhig zu werden, bei ruhigem Atem und gegebenenfalls angelehnt oder aufgestützt das Foto zu schießen. Mit der Zeit und ein wenig Übung ist das bis zur Freihandgrenze zu meistern. Die Freihandgrenze beschreibt dabei die Belichtungszeit, die noch freihändig zu meistern ist. Diese kann sich mit wenigen Tricks noch erweitern lassen – für alles darüber hinaus empfiehlt sich dann ein Stativ.

Weitere 21 Tipps - um die eigene Fotografie zu verbessern - hat Brooks Jensen zusammengetaragen und Matthias Haltenhof ins Deutsche übersetzt.

Das richtige Equipment

Wer bereits eine Kamera besitzt, sollte zunächst sicher gehen, ihr Potenzial auch auszuschöpfen. Die Einstellungsmöglichkeiten und deren Effekte auf die Fotos zu kennen, macht bereits einen entscheidenden Unterschied. Wozi das Wissen zu haben und anzuwenden, trennt den Schnappschuss-Jäger von dem Hobby-Fotografen. Das kreative Eingreifen in das Bild macht die Fotografie zur Kunst. Dabei muss nicht direkt die Profi-Ausrüstung her, gehobenes Einsteigerequipment reicht oftmals für lange Zeit aus. Die Wahl zur richtigen Kamera und den dazu passenden Objektiven sollte deshalb begründet gefällt werden – schließlich ist jede Kamera eine gewisse Investition.

Je nach Fotografie-Umgebung lohnt es sich außerdem, ein einfaches Stativ anzuschaffen, was für Langzeit-Belichtungen oder Selbstauslöser-Aufnahmen verwendet werden kann. Damit sind Hobby-Fotografen bereits gut ausgerüstet. Die Equipment-Palette kann nach und nach dem Bedarf entsprechend erweitert werden, wenn die Einstellungen der Kamera ausgereizt sind. Diese kennenzulernen, ist jedoch der Schlüssel für einen jeden Fotografen – eins mit dem Werkzeug zu werden und es in und auswendig zu kennen, eröffnet erst die Möglichkeiten, das Bild wirklich in die gewünschte Richtung zu lenken.

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