Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Leben mit HIV-Infektion: Im Berufsleben kaum Probleme

Arbeit Leben mit HIV-Infektion: Im Berufsleben kaum Probleme

Meist können HIV-Infizierte ganz normal in ihrem Beruf weiterarbeiten. Auch der Arbeitgeber muss in der Regel nichts davon wissen. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Voriger Artikel
Arbeiten in Großbritannien: Deutsche behalten Rentenanspruch
Nächster Artikel
Arbeitssuche: Meldung auch online möglich

In den meisten Fällen darf im Job kein HIV-Test verlangt werden.

Quelle: Bernd Settnik

Köln. Viele HIV-Positive verschweigen im Beruf, dass sie sich infiziert haben. Sie finden mitunter, dass es niemanden etwas angeht. Etliche schweigen aber auch aus Angst vor Diskriminierung. Welche Rechte und Pflichten HIV-Infizierte im Berufsleben haben:

Muss man eine HIV-Infektion mitteilen?

"Grundsätzlich nein", sagt Nathalie Oberthür, Arbeitsrechtsanwältin in Köln. Ausnahmen gibt es in nur wenigen Berufen. Etwa bei manchen chirurgischen Tätigkeiten gibt es für HIV-Infizierte Einschränkungen, wenn die Viruslast eine bestimmte Nachweisgrenze übersteigt, erklärt die Deutsche AIDS-Hilfe. Auch bei Tätigkeiten im Ausland kann HIV zum Problem werden. Manche Staaten verwehren HIV-Infizierten längere Aufenthalte im Land oder sogar gleich die Einreise. Einschränkungen gibt es zum Beispiel in Jordanien und Katar.

Was passiert in so einem Fall?

Wenn die Infektion die Eignung für den Job einschränkt, muss der Arbeitgeber zunächst versuchen, dies zu kompensieren - etwa mit der Versetzung in eine andere Abteilung. Ist das nicht möglich, darf er dem Mitarbeiter kündigen, erklärt Oberthür. In aller Regel gilt aber, dass man seinen Job auch mit einer HIV-Infektion weiter ausüben kann, schildert die Deutsche AIDS-Hilfe. Im Arbeitsalltag bestehe mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" keine Gefahr, Kollegen oder Kunden mit HIV zu infizieren.

Darf beim Bewerbungsgespräch danach gefragt werden?

Nur eingeschränkt. Nämlich dann, sofern es für die Stelle wichtig ist, etwa wenn Arbeitseinsätze in Ländern mit Einreisebeschränkungen vorgesehen sind. Ansonsten sind solche Nachfragen nicht erlaubt, sagt Oberthür. "Dann darf man auch lügen." In den meisten Fällen darf auch kein HIV-Test verlangt werden. Kommt die Forderung dennoch, begründet das unter Umständen sogar einen Schmerzensgeldanspruch. Nämlich dann, wenn man sich weigert, diesen abzugeben und aus diesem Grund den Job nicht kriegt. Das sei diskriminierend, so die Rechtsanwältin.

Was ist, wenn man oft lange krank ist?

HIV kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Wer sehr lange erkrankt fehlt, dem kann krankheitsbedingt gekündigt werden. Dafür muss man allerdings über lange Zeit erhebliche Fehlzeiten anhäufen, erläutert Oberthür. "Auch die Zukunftsprognose muss negativ sein." Das heißt: Es ist nicht von einer Besserung auszugehen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Karriere
DNN Job

Mit DNN-Job.de finden Sie Ihren Traumberuf. mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr