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Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau

Wie werde ich? Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau

Wer ein Organisationstalent ist, Spaß am Verkaufen und an Büroarbeit hat, für den ist ein Job als Kaufmann oder –frau im Groß- und Außenhandel sicher spannend. Aber was machen Groß- und Außenhandelskaufleute eigentlich genau, und was sollten Interessenten in Bezug auf Ausbildung und Jobmöglichkeiten wissen?

Groß- und Außenhandelskaufleute sind unter anderem für die Prüfung der Lagerbestände zuständig.

Quelle: fotolia.com © Syda Productions

Obwohl die Berufsbezeichnung vielleicht zunächst trocken klingt, ist die Arbeit als Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau alles andere als das: Stattdessen handelt es sich um einen der abwechslungsreichsten kaufmännischen Ausbildungsberufe überhaupt. Kein Wunder, dass jährlich rund 16.000 Jugendliche sich für eine Ausbildung in diesem Beruf entscheiden. Damit fällt er zwar nicht unter die Top 5 der Lehrberufe, gehört aber dennoch zu einem der beliebtesten Berufe.

Beschreibung: Der Berufsalltag von Groß- und Außenhandelskaufleuten

Kaufleute im Groß- und Außenhandel haben einen vielseitigen und abwechslungsreichen Beruf: Jeder Tag ist anders, von A wie Angebote vergleichen bis Z wie Zahlungsbedingungen sind alle möglichen Tätigkeiten dabei. Doch um welche Aufgabenfelder müssen sich Groß- und Außenhandelskaufleute konkret kümmern? Einkauf und Verkauf, Lager und Logistik sowie Verwaltung stehen im Mittelpunkt.

Hierzu gehören unter anderem :

  • Der Ein- und Verkauf von Waren . Waren aller Art werden bei Herstellern gekauft und weiter an Handel, Handwerk und Industrie verkauft. Hierzu zählen aber auch Aufgaben wie das Führen von Einkaufs- und Verkaufsverhandlungen. Groß- und Außenhandelskaufleute holen Angebote ein, um das beste Produkt und den bestmöglichen Preis herauszuholen, und Preise und Qualitäten der Waren zu vergleichen. Schließlich werden Bestellungen aufgegeben und Wareneingänge überwacht. Auch beim Verkauf an die Kunden werden Verkaufspreise verhandelt. Darüber hinaus gehört die Beratung der Kunden über die Eigenschaften der Waren, aber auch Beratungen bezüglich Finanzierungs-, Service- und Marketingleistungen zum Berufsalltag von Groß- und Außenhandelskaufleuten. Wichtig dabei ist auch das Kalkulieren von lohnenswerten Ein- und Verkaufspreisen.
Zwei Personen vor dem PC, die Preise kalkulieren

Im Groß- und Außenhandel müssen auch Preise kalkuliert und Zahlungseingänge kontrolliert werden.

Quelle: fotolia.com © contrastwerkstatt
  • Die Lagerung und Logistik . Da die Waren nicht immer sofort weiterverkauft werden, müssen die Lagerbestände geprüft werden, und es sollte auf eine kostengünstige Lagerhaltung geachtet werden. Kaufleute im Groß- und Außenhandel überwachen zudem die Logistikkette und ermitteln kostengünstige Transportrouten und Logistikabläufe. Darüber hinaus planen sie die Warenauslieferung und kümmern sich um die termingerechte Lieferung der Waren an die Kunden.
  • Verwaltung . Auch Büroarbeiten sind bei dem Job als Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau an der Tagesordnung. Neben dem Beraten von Kunden und Lieferanten und dem Führen von Verhandlungsgesprächen sind Kaufleute im Groß- und Außenhandel auch für Anfragen und Reklamationen, für die Neukundenakquise sowie Präsentationen zuständig – Kommunikation ist also ein wesentlicher Bestandteil des Berufs. Auch die Finanzbuchhaltung gehört dazu: Rechnungen und Lieferscheine müssen verwaltet und geprüft werden, Preise werden kalkuliert und Zahlungseingänge kontrolliert. Darüber hinaus werden Markt- und Konkurrenzanalysen durchgeführt: Groß- und Außenhandelskaufleute prüfen Angebot und Nachfrage.

Grob zusammengefasst geht es also um die Koordination des Warenflusses vom Hersteller oder Zwischenhändler zum Einzelhandel, womit jedoch etliche vielseitige Tätigkeiten zusammenhängen. Der Job spielt sich also nicht nur im Büro ab, sondern auch im Warenlager oder im Außendienst, und bietet somit genug Abwechslung.

Rohstoffe, Baustoffe, Betriebsstoffe oder fertige Konsumgüter?

Vielfältigkeit der Branchen

Schon der Beruf der Kaufleute im Groß- und Außenhandel an sich ist sehr abwechslungsreich. Noch mehr Variation kommt dadurch zustande, dass je nach Betrieb und Spezialisierung mit ganz unterschiedlichen Produkten gehandelt wird: Von Betonröhren über Schokolade bis hin zu Musikinstrumenten, die unterschiedlichsten Waren können im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen. So ist der Ein- und Verkauf folgender Produkte möglich:

  • Rohstoffe
  • Baustoffe
  • Betriebsstoffe
  • Fertige Konsumgüter (Textilien, Unterhaltungselektronik, Möbel, Schmuck, Lebensmittel,…)

Nach dem Absolvieren ihrer Ausbildung können Groß- und Außenhandelskaufleute also grundsätzlich in fast allen Wirtschaftsbereichen tätig sein – egal, ob Elektro-, Fahrzeug- oder Textilindustrie – aber auch in Außenhandelsunternehmen oder in Im- und Exportabteilungen von Produktionsbetrieben aller Art arbeiten.

Gitarren im Regal

Für Musikfans könnte der Handel mit Musikinstrumenten ein spannender Job sein

Quelle: fotolia.com © TASPP

Hier entscheiden auch die persönlichen Vorlieben. Wer beispielsweise das Hobby Musik zum Beruf machen will, hat die Möglichkeit, die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in einem Musikhaus zu absolvieren. Hier haben die Azubis zwar nichts mit der Produktion von Musik an sich zu tun, kommen aber tagtäglich mit Musikinstrumenten in Kontakt – von der Bestellung über die Kundenberatung bis hin zur Lieferung. Das macht die Musikbranche zu einer spannenden Umgebung für diese Ausbildung, denn die Azubis lernen die unterschiedlichsten Instrumente kennen – und dazu gehören nicht nur die klassischen Instrumente wie die Gitarre oder das Klavier, sondern auch unbekanntere Instrumente wie die türkische Saz.

Wer dagegen relativ unmusikalisch ist und dafür ein Genießertyp ist, für den ist eventuell der Handel mit Schokolade ein spannendes Tätigkeitsfeld: In dem Fall kaufen die Groß- und Außenhandelskaufleute Schokoladentafeln von einer großen Schokoladenfirma und sind dafür verantwortlich, dass die Süßigkeiten schließlich auch im Supermarktregal landen. Dabei achten sie auf eine möglichst kostengünstige Lagerung, eine reibungslose Lieferung und überwachen das Warenlager. Kommt die Schokolade aus dem Ausland, müssen sie außerdem ausreichend Kenntnisse über Zollbestimmungen besitzen.

 

In drei Jahren zum Traumjob: Die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann

Die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bzw. zur Groß- und Außenhandelskauffrau erstreckt sich über drei Jahre und wird von der IHK angeboten. Als duale Ausbildung angeboten, bietet sie die Möglichkeit, sich an der Berufsschule die theoretischen Kenntnisse anzueignen und diese in einem Ausbildungsbetrieb praktisch anzuwenden. Doch was sind die Voraussetzungen für eine Ausbildung im Groß- und Außenhandel?

  • Schulisch gesehen haben Menschen mit (Fach-)Abitur oder einem Realschulabschluss  größere Chancen auf einen Ausbildungsplatz als Menschen mit Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss.
  • Der Beruf des/der Groß- und Außenhandelskaufmanns/-frau eignet sich besonders für kontaktfreudige und offene Menschen, die gute kommunikative Fähigkeiten haben und auch Präsentationen ohne Probleme meistern können. Zudem brauchen Groß- und Außenhandelskaufleute viel Durchsetzungsvermögen und Verhandlungsgeschick. Gleichzeitig ist ein guter Umgang mit Zahlen und Daten wichtig, da auch Aufgaben wie Rechnungskontrolle und Preiskalkulationen zum Job dazugehören. Organisatorische und kaufmännische Fähigkeiten sind ebenfalls wichtig, besonders im Außenhandel sind außerdem Fremdsprachenkenntnisse ein entscheidender Vorteil.

In der Ausbildung werden alle Fähigkeiten erworben, die für die bereits beschriebenen Aufgabenfelder erforderlich sind. Ausschlaggebend ist jedoch auch der Schwerpunkt der Ausbildung: So können sich die Azubis während der Ausbildung für eine von zwei Fachrichtungen entscheiden. Die Wahl hängt allerdings auch vom Schwerpunkt des Ausbildungsbetriebs ab.

  • Großhandelskaufmann/-frau : Großhandelskaufleute haben viele Geschäftskontakte und sind unter anderem für die Lieferung der Waren an Einzelhandel, Industrie, Handwerk und Gastronomie verantwortlich. Der Fokus liegt also auf der Waren- und Lagerwirtschaft. Wer diesen Schwerpunkt wählt, hat gute Chancen auf einen Job bei Großhändlern aller Wirtschaftszweige – etwa in der Fahrzeugindustrie.
  • Außenhandelskaufmann/-frau : Bei Außenhandelsleuten stehen das internationale Geschäft und Auslandsmärkte im Mittelpunkt, Verhandlungen finden also überwiegend in Fremdsprachen statt und Kenntnisse über Zollbestimmungen und internationale Kaufverträge sind unausweichlich. Nach der Ausbildung arbeiten die Absolventen meist in Außenhandelsunternehmen oder in Im- und Exportabteilungen von Produktionsbetrieben.

Die Karriereleiter hochklettern: Aufstiegschancen im Groß- und Außenhandel

Wer eine Ausbildung im Bereich Groß- und Außenhandel macht, schafft eine gute Grundlage für die Zukunft, denn der Handel boomt. Nachdem während der Ausbildung eine Vergütung von bis zu 860 Euro möglich ist, liegt das Einstiegsgehalt bei ungefähr 1.600 bis 2.300 Euro brutto.

Person vor Export-Containern

Im Außenhandel liegt der Fokus unter anderem auf Import und Export, Zollbestimmungen und internationalen Kaufverträgen.

Quelle: fotolia.com © Shestakoff

Doch auch die Aufstiegschancen stehen gut: So gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten für ausgebildete Groß- und Außenhandelskaufleute. Gerade wer über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügt und sich auf den Außenhandel spezialisiert hat, kann sich zwischen mehreren Weiterbildungen entscheiden:

  • Fachwirt Außenhandel
  • Geprüfter Handelsfachwirt
  • Staatlich geprüfter Betriebswirt für internationale Wirtschaft
  • Handelsmittler im Außenhandel
  • Fachkaufmann Vertrieb, Einkauf und Logistik
  • Studium mit dem Schwerpunkt Handel / Logistik

Wer besonders ehrgeizig ist und zudem etwas mehr verdienen will als Groß- und Außenhandelskaufleute, dem stehen also ganz viele unterschiedliche Türen offen.

Fazit: Mehr als Eintönigkeit

Was erst einmal nach einem eintönigen Bürojob klingt, ist in Wahrheit ein Beruf, der sich darüber hinaus auch in Warenlagern und im Außendienst abspielt, und bei dem mit vielseitigen Aufgaben jongliert werden muss. Egal, ob das Verhandeln von Preisen beim Ein- und Verkauf, das Koordinieren des Warenflusses, rechnerische Tätigkeiten oder der Kontakt mit Kunden und Lieferanten: Kaufleute im Groß- und Außenhandel haben einen vielfältigen und abwechslungsreichen Job. In der dreijährigen Ausbildung erlernen sie alles, was für den Beruf erforderlich ist, und schaffen so eine gute und sichere Grundlage für ihre berufliche Zukunft.

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