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Aufstieg im Handwerk: Fortbildung in der Meisterschule

Meister-Bafög Aufstieg im Handwerk: Fortbildung in der Meisterschule

Viele Gesellen, die in Handwerksberufen arbeiten, befassen sich früher oder später mit der Frage, ob sie eine Fortbildung an der Meisterschule absolvieren möchten. Dabei geht es nicht nur um die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern um zeitliche und finanzielle Aspekte. Was beachtet werden muss und warum sich der Aufstieg lohnt, zeigt dieser Artikel.

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Quelle: fotolia.de © industrieblick

Wer sich für eine Meisterprüfung anmelden möchte, muss eine bestandene Gesellenprüfung nachweisen können. Entscheidend ist zudem, ob es sich um einen fachfremden Meister handelt, oder ob der Handwerker den Meister im gleichen Beruf machen möchte. So wird im Falle eines fachfremden Meisters zusätzlich zur Gesellenprüfung noch eine drei- bis vierjährige Berufserfahrung benötigt. Wer dagegen den Meistertitel im gleichen Beruf anstrebt, kann die Fortbildung zum Meister direkt an die Ausbildung zum Gesellen anhängen.

Den Meistertitel machen: Voraussetzungen und Angebote

Die Angebote der Meisterschulen sind flexibel und vielfältig: In den meisten Fällen können Sie einen Vollzeit- oder einen Teilzeitkurs absolvieren. Wer beispielsweise an der Handwerkskammer Dresden eine Fortbildung zum Elektrotechnikermeister machen will, kann entweder von Mai 2017 bis Februar 2018 einen Vollzeitkurs oder von Februar 2018 bis Februar 2020 einen Teilzeitkurs belegen. Meist können zusätzlich wöchentliche Blockunterrichte eingeschoben werden. Die Fortbildung zum Meister kann also ganz flexibel gestaltet werden.

Ob die Vollzeit- oder die Teilzeitvariante gewählt wird, hängt dabei ganz von der individuellen Situation ab:

  • Vollzeitkurse können innerhalb kürzerer Zeit absolviert werden – hier findet der Unterricht wochenweise im Block statt. Nebenbei arbeiten ist in dem Fall nicht möglich, die Kosten müssen also auf andere Weise, als mit dem Gehalt, gestemmt werden.
  • Wer sich einen Verdienstausfall nicht leisten kann, hat mit Teilzeitkursen die Möglichkeit, nebenbei zu arbeiten und sich die Fortbildung zu finanzieren. Allerdings ist das zweigleisige Fahren anstrengender.

Schlussendlich hängt die Entscheidung für eine der beiden Unterrichtsvarianten von der verfügbaren Zeit sowie den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.

Investition in die Zukunft? Kosten und Finanzierung des Meistertitels

Eine Weiterbildung zum Meister ist auf jeden Fall eine Investition in die Zukunft, die sich langfristig lohnt. Dennoch steht am Anfang erst einmal der finanzielle Aspekt , der irgendwie bewältigt werden muss. Viele Handwerker lassen sich von den Kosten der Fortbildung abschrecken, denn diese können je nach Gewerk sehr hoch sein. Während Fortbildungen zum Friseurmeister oder zum Fleischermeister bei etwa 4.000 Euro liegen, muss der angehende Elektrotechnikermeister bereits rund 7.000 Euro für den Lehrgang bezahlen. Software, die je nach Lehrgang mitunter benötigt wird, ist in diesem Preis zwar inbegriffen, allerdings gilt dies nicht für alle Aspekte: Die von Handwerkskammern erhobene Prüfungsgebühr von etwa 750 Euro sowie die Kosten für das Lehrmaterial müssen noch dazugerechnet werden. Je nach Lage der Meisterschule fallen zudem noch Fahrt- und gegebenenfalls Unterkunftskosten an. Denn wer als Dresdner im Raum Sachsen etwa eine Fortbildung zum Fleischermeister machen will, kann das nur in der Handwerkskammer Chemnitz oder im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig tun.

Eine Alternative: Manche Meisterschulen bieten einzelne Kursteile online an, so dass diese von den Meisterschülern bequem von zuhause aus absolviert werden können.

Je nach Gewerk und Lage der Weiterbildung kostet der Meistertitel also viel Geld. Das erschwert die Situation besonders für jene, die sich für ein Vollzeitangebot entscheiden und über kein Einkommen verfügen, mit dem sie die Fortbildung finanzieren können. Der Vorteil: Nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) werden Meister-, Techniker- und Fachkrankenpflegerkurse gefördert.

Meister Bafög Übersicht

Das Zauberwort: Meister-Bafög.

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus einem Zuschuss und einem zinsgünstigen Darlehen, das zurückgezahlt werden muss. Erst im August trat eine Novellierung des AFBG in Kraft, bei der unter anderem der Zuschussanteil von 30,5 auf 40 Prozent erhöht wurde. Wichtig: Das Meister-Bafög sollte frühzeitig beantragt werden. So sollte der Antrag auf Meister-Bafög schon etwa drei bis vier Monate vor dem Lehrgangsbeginn gestellt werden. Wer diese Bearbeitungsdauer einplant, erhält rechtzeitig zum Lehrgangsbeginn die staatliche Förderung. Das ist wichtig, denn rückwirkend können die angehenden Meister kein Meister-Bafög erhalten. Wer also den oben genannten Vollzeitkurs zum Elektrotechnikermeister ab Mai 2017 in Dresden machen will, sollte allerspätestens im kommenden Februar den Antrag stellen.

Die Nachfrage nach dem Aufstiegs-Bafög ist groß: So wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2014 rund 172.000 Personen mit dem Meister-Bafög unterstützt. Die Top 3 der Berufe bei den Männern waren der Industriemeister Metall, der Maschinenbautechniker und der Kraftfahrzeugtechnikmeister. Bei den Frauen hatten die staatlich geprüfte Erzieherin, die Wirtschaftsfachwirtin und die Friseurmeisterin die Nase vorn.

Vier Schritte bis zum Meistertitel

Die Fortbildungen zum Meister sind grundsätzlich in vier Teile gegliedert:

  • Praktischer Teil (I)
  • Fachtheoretischer Teil (II)
  • Betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (III)
  • Berufspädagogischer Teil (IV)

Jeder Kursteil wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Empfohlen wird, zunächst die Teile III und IV zu absolvieren und erst dann die Kurse I und II zu besuchen. Denn die betriebswirtschaftlichen Inhalte sind oft eine wichtige Grundlage für den fachtheoretischen Teil.

Handwerker bei der Arbeit

Die Fortbildung zum Tischler/Schreinermeister enthält so wie alle Kurse unter anderem auch einen praktischen Kursteil

Quelle: fotolia.de © Gerhard Seybert

Warum sich die Meisterschule lohnt?

Wie erwähnt, ist die Meisterschule mit hohen Kosten und viel Lernstress verbunden. Dennoch lohnt es sich, den Meistertitel zu machen. Inzwischen ist der Meistertitel dem Bachelor gleichgestellt. Doch damit nicht genug: Durch die lange Ausbildungszeit hat ein Hochschulabsolvent eine niedrigere Bildungsrendite als der Meister im Handwerk. Auch bei den Beschäftigungschancen schneiden Meister und Techniker häufig besser ab als Akademiker. Doch der Aufstieg im Handwerk lohnt sich nicht nur im Vergleich mit dem akademischen Abschluss: Wer vom Gesellen zum Meister aufsteigt, erhält dadurch etliche Vorteile:

  • Selbstständigkeit: In vielen Berufen ist der Meistertitel Voraussetzung, um sich selbstständig machen zu können.
  • Neue Herausforderungen: Meister haben mehr Verantwortung als Gesellen. Wer neue Aufgaben übernehmen möchte und sich neuen Herausforderungen stellen will, für den ist der Meistertitel eine gute Möglichkeit. Denn die Meister arbeiten im Gegensatz zum Gesellen nicht nur handwerklich, sondern übernehmen auch Planung, Aufsicht und Nachkontrolle. Sie tragen die volle Verantwortung, dürfen Lehrlinge ausbilden, Aufträge erteilen und einen eigenen Betrieb eröffnen. Wer beispielsweise eine Ausbildung als Anlagenmechaniker im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik macht, hat durch die Meisterprüfung enorme Aufstiegschancen.
  • Gehalt: Das Gehalt von Handwerksgesellen ist im Vergleich mit anderen Berufen niedrig, wobei es mit wachsender Qualifikation und Berufserfahrung steigt. Das bedeutet, dass viele erfahrene Gesellen mehr verdienen als frischgebackene Meister. Auf Dauer lohnt sich der Aufstieg zum Meister jedoch trotzdem, denn auch bei diesen bringt eine längere Berufserfahrung eine Gehaltserhöhung mit sich.

Fazit: Der Meistertitel

Der Meistertitel bringt Verantwortung, neue Herausforderungen und gute Lohnbedingungen mit sich. Seit 2014 ist er dem Bachelor gleichgestellt und dient als international anerkanntes Gütesiegel. Trotz der zum Teil sehr hohen Kosten handelt es sich bei der Fortbildung zum Meister also auf jeden Fall um eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Zudem kann sich jeder, der sich den Traum vom Meistertitel erfüllen möchte, über eine staatliche Förderung freuen. Diese zeichnet sich zudem seit August durch einen noch höheren Zuschussanteil aus. Wer davon träumt, vom Gesellen zum Meister aufzusteigen, hat dafür also genügend Möglichkeiten.

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