Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° Regen

Navigation:
Google+
Schlimme Tage: Starke Regelschmerzen nicht abtun

Gesundheit Schlimme Tage: Starke Regelschmerzen nicht abtun

Monatliche Regelschmerzen nehmen viele Frauen einfach hin. Wenn die Beschwerden einen aber immer wieder richtig aus der Bahn werfen, sollte man zum Arzt gehen. Denn dahinter kann sich eine ernsthafte Erkrankung verstecken.

Voriger Artikel
Schrittmacher im Hirn - Neuanfang für Parkinson-Patienten
Nächster Artikel
Wenn die Luft wegbleibt: Asthma in den Griff kriegen

Wer Regelschmerzen hat, kann die Beschwerden vielleicht schon mit einer Wärmflasche lindern. Die optimale Temperatur einer Wärmeanwendung liegt bei 40 Grad.

Quelle: Monique Wüstenhagen

Hannover. Manche haben nur ein leichtes Ziehen, andere sind monatlich mit unerträglichen Schmerzen außer Gefecht gesetzt. Regelschmerzen plagen viele Frauen.

Deshalb neigt man dazu, die Beschwerden als normal hinzunehmen und versucht, sie mit Wärmflaschen oder Schmerztabletten zu lindern. Dabei kann hinter starken, anhaltenden Regelschmerzen die Krankheit Endometriose stecken.

Wie können sich Regelschmerzen äußern?

Typisch sind Schmerzen im Unterbauch. Ansonsten gibt es aber nahezu alle Facetten, sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Bei manchen Frauen sind die Schmerzen eher dumpf, bei anderen eher stechend oder krampfartig." Mal strahlen sie seitlich oder in den Rücken aus. Einige Frauen haben gar keine Beschwerden, andere nur zu Beginn der Periode, und wieder andere haben so starke Schmerzen, dass sie zu Hause bleiben müssen. Ein kleiner Trost: "Die Schmerzen werden oft im Lauf des Lebens leichter."

Was kann man grundsätzlich gegen die Schmerzen tun?

Ein Patentrezept gibt es natürlich nicht. Was man tun oder lassen sollte, hängt auch von den Schmerzen ab. "Manchen Frauen hilft es, die Tage etwas ruhiger angehen zu lassen, Abendtermine nach der Arbeit abzusagen, vielleicht früher ins Bett zu gehen", sagt Albring. Eine grundsätzliche Empfehlung gibt es in Sachen Verhütung: "Frauen mit starker und schmerzhafter Blutung sollten keine Kupferspirale oder Kupferkette verwenden." Stattdessen sollte man hormonelle Verhütungsmittel in Betracht ziehen - einige können laut Albring bei starken oder schmerzhaften Blutungen sehr gut helfen.

Was hilft bei akuten Beschwerden?

Am besten probiert man aus, was einem guttut: Ruhe, Entspannung, Wärmflasche, joggen, baden oder Yoga, empfiehlt Albring. Oder man versucht es mit krampflösenden Heiltees etwa aus Kamillenblüten, Melissen- oder Frauenmantelkraut, sagt Imke Düdder von der Apothekerkammer in Westfalen-Lippe. Statt der klassischen Wärmflasche oder dem Körnerkissen kommen auch spezielle Wärmepflaster infrage. Sie können acht bis zehn Stunden getragen werden und halten eine für Wärmeanwendungen optimale Temperatur von 40 Grad. Wenn das nichts hilft, kann man bei Dysmenorrhö - so der medizinische Fachbegriff für Regelschmerzen - auch schmerzlindernde Medikamente einnehmen. Das sollte man vorab aber mit dem Arzt oder Apotheker besprechen, rät sie. Geeignet seien freiverkäufliche Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen.

Wann sollte man mit den Regelschmerzen zum Arzt gehen?

Düdder rät: Wenn man erstmals starke Schmerzen hat, sie sich in Intensität und Dauer verändert haben oder wenn man Schmerzen auch außerhalb der Periode hat. Gynäkologe Prof. Stefan Renner ergänzt: "Wenn die Lebensqualität beeinträchtigt ist, man nur im Bett liegen kann oder so eingeschränkt ist, dass man nicht jeden Monat damit leben kann." Denn hinter derartigen Symptomen kann sich auch die Erkrankung Endometriose verbergen.

Was ist Endometriose?

Dabei siedelt sich meist gutartiges Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutter an und blutet im Zyklusverlauf ab. Das Gewebe breitet sich mit der Zeit weiter aus und kann zu Zysten, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit führen, wie Renner, der auch Präsident der Europäischen Endometriose Liga ist, erläutert. Zunächst treten die Schmerzen nur während der Periode auf, mit der Zeit bleiben sie aber bestehen. Obwohl nach Schätzungen der Organisation gut jede zehnte Frau in Deutschland betroffen ist, tun viele Frauenärzte die Symptome für eine Endometriose ab, sagt Renner. Bis zu einer Diagnose vergehen den Schätzungen zufolge im Schnitt sieben Jahre.

Im

Internet können Frauen einen ersten Selbsttest machen. "So ist man auch nicht überrascht von den Fragen, wenn man mit seinem Verdacht zum Arzt geht", sagt Renner. Denn die können recht intim sein, da die Erkrankung auch mit Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang einher gehen kann. Was die Ursachen für die Erkrankung sind, ist noch nicht geklärt.

Was kann man dagegen tun?

Die Diagnose wird in der Regel per Bauchspiegelung gestellt. Dabei können dann direkt die Endometrioseherde entfernt werden. Bei milden Beschwerden, bei einem Rückfall oder zur Vorbeugung nach einer Operation kommt eine Hormontherapie in Betracht.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr