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Blutzucker außer Kontrolle: Was Diabetiker wissen müssen

Gesundheit Blutzucker außer Kontrolle: Was Diabetiker wissen müssen

Die Stoffwechselstörung Diabetes ist längst zur Volkskrankheit geworden. Mit viel Disziplin können Betroffene die Erkrankung in den Griff kriegen. Sie kann den Alltag aber ziemlich durcheinanderwirbeln.

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Wer die Diagnose Diabetes bekommt, muss den Umgang mit der Krankheit erst lernen. Dazu gehört auch das Blutzuckermessen.

Quelle: Jens Büttner

Berlin. Die Stoffwechselstörung Diabetes ist längst zur Volkskrankheit geworden. Mit viel Disziplin können Betroffene die Erkrankung in den Griff kriegen. Sie kann den Alltag aber ziemlich durcheinanderwirbeln.

Es ist eine Diagnose, die den Alltag eines Menschen entscheidend verändert. Dabei kann Diabetes mellitus in vielen Fällen verhindert oder zumindest hinauszögert werden. Mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft unter der Stoffwechselstörung, die längst zur Volkskrankheit geworden ist. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Unbehandelt kann Diabetes etwa Blutgefäße und Organe wie Niere, Herz oder die Augen schädigen. Im schlimmsten Fall führt dies etwa zu Erblindung bis hin zum Nierenversagen.

Was ist Diabetes mellitus genau?

Zucker ist der Energielieferant für die Körperzellen. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Hormon Insulin sorgt dafür, dass die Zellen für den Zucker aufnahmebereit sind und transportiert ihn ins Innere. Bei Diabetes sind die Zuckerwerte im Blut zu hoch - daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung "Zuckerkrankheit". Der Stoffwechsel ist gestört, erläutert Prof. Dirk Müller-Wieland, Vizepräsident der

Deutschen Diabetes Gesellschaft. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder kein Insulin mehr.

Wie unterscheiden sich Typ 1 und Typ 2?

Der Körper produziert bei Typ 1 quasi null Insulin. "Häufig erkranken Betroffene schon als Kind oder Jugendlicher", sagt der Felix Gundling, Oberarzt am Klinikum München-Bogenhausen. Auslöser ist eine Störung des körpereigenen Immunsystems. Bei Typ 2 tragen Übergewicht und Bewegungsmangel dazu bei, dass das Insulin in den Zellmembranen nicht voll zur Wirkung kommt. Der Zucker erreicht die Zellen nicht, so dass die Blutzuckerwerte erhöht sind. "Der allergrößte Teil der Patienten mit Diabetes leidet am Typ 2", sagt Müller-Wieland.

Wie macht sich Diabetes bemerkbar?

Anzeichen für Typ 1 sind oft starker Harndrang und permanentes Durstgefühl. "Betroffene klagen auch häufig darüber, dass sie ständig müde und abgeschlagen sind", erklärt Apotheker Werner Heuking. Typ 2 bleibt in vielen Fällen jahrelang unbemerkt. "Erhöhte Blutzuckerwerte machen keine Schmerzen", sagt Müller-Wieland.

Welche Therapien brauchen Betroffene?

Beim Typ 1 müssen sich Betroffene regelmäßig selbst Insulin spritzen. "Mehrmals täglich muss außerdem der Blutzucker bestimmt werden", erläutert Müller-Wieland. Patienten vom Typ 1 sollten müssen außerdem bei der Ernährung exakt ihre Broteinheiten berechnen und so ihren Insulinbedarf steuern. Bei Typ-2-Diabetikern wird zunächst über mehrere Monate mit Gewichtsreduktion, körperlicher Bewegung und einer grundlegenden Ernährungsumstellung versucht, den Blutzucker zu regulieren. Wenn das nicht gelingt, bekommt der Patient zusätzlich Medikamente und gegebenenfalls auch Insulin verschrieben.

Gibt es für Diabetiker Schulungen?

Ja. Sogenannte Diabetikerkurse bieten niedergelassene Ärzte, aber auch Schwerpunktpraxen oder Diabetes-Ambulanzen in Krankenhäusern an. Bei den Schulungen geht es um Themen wie ausgewogene Ernährung, Blutzuckermessen oder den richtigen Umgang mit Insulinpens.

Kann man etwas tun, damit man nicht an Diabetes erkrankt?

Wer Übergewicht vermeidet und regelmäßig Sport treibt kann das Risiko mindern, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. "Beim Typ 1 kann vorbeugend nichts getan werden", erklärt Gundling. Wichtig ist,

Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und Blutzuckerwerte kontrollieren zu lassen. "Je früher Diabetes diagnostiziert wird, desto besser für die Gesundheit des Betroffenen", betont Müller-Wieland.

dpa

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